Paul Georges (M.) Jugendidol war Lakers-Superstar Kobe Bryant © getty

Das Topteam der NBA besiegt erstmals nach Jahren die Spurs. George sticht Parker aus. King James flirtet mit einem Triple-Double.

Von Eric Böhm

München - Die Indiana Pacers haben ihre derzeitige Ausnahmestellung in der NBA in beeindruckender Manier nachgewiesen.

Das beste Team der Liga schlug die San Antonio Spurs auf deren Parkett mit 111:100 (52:48) und feierte den 18. Saisonsieg im 20. Spiel (Die NBA 3 x wöchentlich LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

Einmal mehr war All-Star Paul George (28 Punkte) bester Akteur der Gäste, die erstmals seit elf Partien und mehr als sechseinhalb Jahren gegen San Antonio gewannen.

"Hier haben wir sogar seit 2002 nicht gewonnen. Es bedeutet uns sehr viel. Das zeigt, dass wir wirklich auf einem guten Weg sind. Hier passiert etwas Großartiges", schwärmte George.

Popovich ist stinkig

Kurz vor und nach der Pause zog Indiana den Spurs mit einem furiosen 42:20-Lauf den Zahn und machte den frühen 22:35-Rückstand wett.

Alle Starter und zwei Reservisten punkteten zweistellig. Allein der Frontcourt aus Roy Hibbert, David West und Ersatzmann Luis Scola schaffte zusammen 44 Punkte sowie 28 Rebounds ( 816473 DIASHOW: Die Bilder der 6. NBA-Woche ).

"Das hat nichts mit der Einstellung zu tun. Das ist Psycho-Gelabber. Unser Team hat alles gegeben, sie waren einfach besser", wetterte Spurs-Coach Gregg Popovich, als er auf die Rebound-Unterlegenheit angesprochen wurde.

Spurs körperlich unterlegen

Bereits nach acht Minuten musste Center Tiago Splitter wegen einer Wadenzerrung aufgeben. Auch deshalb waren die Spurs vor allem physisch hoffnungslos unterlegen.

Die Diskrepanz bei den rausgeholten Freiwürfen (6:28) spricht Bände. Nach dem fantastischen Saisonstart setzte es zuletzt drei Pleiten innerhalb von vier Spielen.

"Wir müssen Indiana viel Respekt zollen. Sie waren klar besser als wir", fand Point Guard Tony Parker klare Worte.

Titelchance steigt

Bei den Texanern (15 Siege - 4 Niederlagen) erwischten die Schlüsselspieler Parker und Tim Duncan mit insgesamt nur 23 Zählern und einer schwachen Wurfquote (9 von 24) keinen guten Tag (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Kawhi Leonard (18 Punkte) war bester Schütze des NBA-Finalisten diesen Jahres. Georges Dreier zum 85:62 ließ in der sonst so gefürchteten Arena bereits Mitte des dritten Viertels die Luft raus.

"Ich könnte nicht glücklicher über unsere Spielweise sein - speziell im zweiten und dritten Viertel. Du kannst eigentlich niemanden herausheben. Alle haben ihren Job gemacht", erklärte Indianas Coach Frank Vogel.

Seine Pacers sind das vierte Team der NBA-Historie, das mit 18 Siegen aus 20 Spielen nach verlorenen Conference-Finals in der Saison zuvor startete - zwei gewannen später den Titel (70er Knicks, 67er 76ers).

SPORT1 fasst weitere NBA-Spiele der Nacht zusammen:

Minnesota Timberwolves - Miami Heat 82:103

Die Miami Heat fuhren einen lockeren 103:82 (55:42)-Erfolg bei den Minnesota Timberwolves ein.

MVP LeBron James (21 Punkte, 14 Rebounds, 8 Assists) flirtete beim Titelverteidiger mit einem Triple-Double. Dwyane Wade meldete sich nach Verletzungspause mit 19 Zählern zurück.

"Wir wollten keinesfalls zum dritten Mal in Folge verlieren. Das war eine gute Reaktion", betonte James.

Love fehlt

Dem Meister spielte allerdings in die Karten, dass Minnesotas Star Kevin Love wegen des Todes seiner Großmutter nicht dabei war.

"Es hat sich angefühlt, als wären wir ängstlich. Das geht nicht", sagte Spielmacher Ricky Rubio (1 Punkt, 6 Ballverluste).

Cleveland Cavaliers - Los Angeles Clippers 88:82

Die Los Angeles Clippers mussten eine überraschende 82:88 (49:50)-Pleite bei den Cleveland Cavaliers hinnehmen.

Kyrie Irving und Tristan Thompson verbuchten je 20 Punkte für die Gastgeber. Da halfen auch 15 Assists von Clipper Chris Paul wenig (SERVICE: Die Tagesbesten der NBA).

Für eine Auflockerung sorgte ein Fan, der in einem Irving-Shirt zu seinem Idol auf den Court lief. "Im ersten Moment hatte ich sogar ein bisschen Angst. Auf einmal tippt mir jemand auf die Schulter", erzählte Irving.

Griffin rastet aus

Den Clippers fehlte vor allem im Angriff der letzte Biss. Den bewies der schwache Blake Griffin (3 von 12 aus dem Feld) nur in einer unschönen Szene mit Clevelands Anderson Varejao.

Nach einer Rangelei stieß Griffin den Brasilianer zu Boden. Spieler und Trainer kamen dazu. Griffin und sein schärfster Widersacher Jarrett Jack kassierten technische Fouls.

"Wir haben uns heute viel zu oft auf andere Aktivitäten eingelassen und dadurch die Konzentration auf Basketball und unsere Würfe verloren", kritisierte Clippers-Coach Doc Rivers.

[kaltura id="0_sprjpzrw" class="full_size" title="Bulls schocken Heat"]

Weiterlesen