Topscorer Nowitzki gibt Dallas in Portland die Chance. Nach Lillards Konter erfüllt "Mississippi Bullet" Carlisles Vorhersage.

[kaltura id="0_1jwsti0e" class="full_size" title=""]

Von Eric Böhm

München/Portland - Die Dallas Mavericks haben in einem Herzschlagfinale den Spitzenreiter der Western Conference bezwungen.

Dirk Nowitzkis Mannschaft setzte sich in einer umkämpften Partie mit 108:106 (55:53) bei den Portland Trail Blazers durch und feierte den dritten Sieg in Folge (Die NBA 3 x wöchentlich LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

Der deutsche Superstar war dank 28 Punkten, sechs Rebounds und der Saisonbestleistung von sieben Assists bester Akteur der Mavs. Den entscheidenden Treffer versenkte jedoch Monta Ellis.

"Monta hat einen unglaublichen Wurf verwandelt. Genau das ist sein Spiel, es war ein ganz wichtiges Ding für uns", jubelte Nowitzki (SERVICE: Der SPORT1-Nowitzki-Watch).

Neuer Spielzug klappt

Nach einem Einwurf durch Jose Calderon kam sein kongenialer Partner (22 Zähler) relativ frei zum Wurf und stellte den Sieg mit der Sirene sicher.

"Ich habe nicht einmal gesehen, wie Monta den Ball gefangen hat. Als ich mich umgedreht habe, war er schon in der Luft", ergänzte Nowitzki (VOTING: Wählen sie Dirk Nowitzki ins All-Star Game). Erst morgens hatten die Mavs diesen Spielzug einstudiert.

"Das stimmt, aber es klappte gleich gut. Ich habe mit Calderon nur kurz Augenkontakt aufgenommen und gesagt, er soll mir den Ball geben. Ich war bereit und habe ihn getroffen", beschrieb "Mississippi Bullet" seine Heldentat.

Stotts im Dilemma

Für NBA-Überraschungsteam Portland, das zuvor 15 von 16 Partien und vier in Serie gewonnen hatte, war es erst die zweite Heimpleite der Saison.

Coach Terry Stotts beschrieb das Dilemma: "Schauen sie sich die Spieler an, die sie auf dem Court hatten. Vince Carter, Nowitzki, Ellis können alle ihren eigenen Wurf kreieren. Du kannst praktisch nicht vorhersagen, was sie tun werden."

Zumindest Nowitzkis Klasse in der "Crunch Time" kennt er aus seiner Zeit als Co-Trainer der Mavericks noch sehr gut - er war unter Rick Carlisle für den Angriff verantwortlich.

Nowitzki dominiert Aldridge

Entsprechend stark konzentrierten sich die Blazers vor Calderons Einwurf auf Nowitzki, der zuvor - wie schon in den Playoffs 2011 - dem aus Dallas stammenden LaMarcus Aldridge (19 Zähler, 13 Rebounds) einen "Flamingo" nach dem anderen einschenkte ( 816473 DIASHOW: Die Bilder der 6. NBA-Woche ).

So kam Ellis in zentraler Position an den Ball, wirbelte um einen Block des zum Starter beförderten DeJuan Blair (15 Punkte, 8 Rebounds) und verwandelte seinen Sprungwurf von der Freiwurflinie traumhaft sicher.

Lillard besorgt Ausgleich

So spannend hätte es Dallas (13 Siege - 8 Niederlagen) aber gar nicht machen müssen. Nach dem 98:98-Ausgleich der Gastgeber legten Nowitzki und Ellis innerhalb der letzten zweieinhalb Minuten einen 8:2-Lauf hin (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Nicolas Batums (22 Zähler) wilder Treffer im Fallen vor der Mavericks-Bank und ein Ballverlust durch Ellis eröffneten "Rip City" aber eine unverhoffte Chance.

Der starke Blazers-Guard Damian Lillard (31 Punkte) schaffte 1,9 Sekunden vor Schluss per Dreier das 106:106, ehe Ellis zuschlug.

Mavs wieder konkurrenzfähig

Die Mavs liegen im Westen nun gleichauf mit den L.A. Clippers auf Rang fünf. Ihren Trip an die Westküste setzen sie in der Nacht auf Dienstag (ab 4 Uhr LIVESCORES) bei den Sacramento Kings fort.

Wichtiger als der vierte Auswärtserfolg war aber das Signal. Der Meister von 2011 ist wieder konkurrenzfähig und kann jeden schlagen - das galt in den vergangenen beiden Jahren nicht mehr.

In Portland lieferten sie über 48 Minuten eine konzentrierte Leistung, führten lange oder lagen nur knapp zurück, auch die furiose Endphase der Truppe aus Oregon brachte Nowitzki und Co. nicht aus dem Tritt.

Carlisle behält Recht

Carlisles Vorhersage, dass Portland mit weniger als zehn Dreiern in einem Spiel Probleme bekommen würde, traf ein: "Das ist eine unserer Stärken, wir sind draußen sehr aufmerksam."

Sein Team hielt die Gastgeber nach deren toller Ausbeute gegen Utah am Abend zuvor (17 von 23) bei neun Dreiern aus 30 Versuchen.

Während der aktuellen Siegesserie lässt Dallas im Schnitt nur eine Dreierquote von gut 25 Prozent zu - in der Offensive gehören sie eh zur NBA-Elite.

Weiterlesen