Nowitzki (l.) ist der einzige Deutsche, der regelmäßig NBA-Spielzeit bekommt © getty

Der Hype um die "Neue Deutsche Welle" ist abgeebbt. Oldenburgs-Coach Machowski sieht die Lage bei SPORT1 dennoch positiv.

Von Florian Pertsch

München - So schnell kann es gehen.

Aus fünf deutschen NBA-Profis Ende Oktober wurden blitzschnell nur noch zwei - naja, eher 1,5 (Die NBA 3 x wöchentlich LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

Dennis Schröder, Elias Harris und Tim Ohlbrecht mussten in der Development Liga der NBA ran, Lakers-Forward Chris Kaman kommt in Los Angeles nicht über die Rolle als Handtuchwedler hinaus.

Nur Nowitzki ist noch übrig

Bleibt nur noch Dirk Nowitzki, der die deutschen Farben tapfer in der besten Liga der Welt repräsentiert (VOTING: Wählen sie Dirk Nowitzki ins All-Star Game).

Was ist nur aus dem Hype um die "Neue Deutsche Welle" in Übersee geworden? Sind die Medien vielleicht einfach nur über das Ziel hinausgeschossen?

Sebastian Machowski, mit Oldenburg Trainer des Jahres 2013 in der Beko BBL, hält die Berichterstattung über Deutschlands Talente in der NBA für angemessen.

"Medienpräsenz finde ich gut"

"Es ist sehr erfreulich, dass es so viele Deutsche in die NBA geschafft haben. Die generelle Aufmerksamkeit und Medienpräsenz finde ich gut und richtig", schätzt der Trainer des Vizemeisters die Lage im Gespräch mit SPORT1 ein.

Auch nach dem zwischenzeitlichen Kahlschlag im deutschen Lager glaubt Machowski daran, dass Nowitzki und Kaman nicht die einzigen DBB-Spieler in der NBA bleiben werden.

Gerade im Falle von Atlantas Dennis Schröder, den Machowski selbst in Braunschweig trainiert hatte, sieht er die Zukunft trotz der Zurückstufung in die D-League positiv (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Schröder-Lager sieht D-League entspannt

"Es ist eine sportlich logische Sichtweise, ihn wegen Spielpraxis in die D-League zu schicken. Dennis bringt die besten Voraussetzungen mit, um sich in der NBA durchzusetzen", sagte Machowski über den Hawks-Guard: "Mittel- und langfristig wird Dennis sich durchsetzen. Ich drücke ihm weiterhin die Daumen."

Schröder selbst sieht die Lage wie sein Berater Ademola Okulaja relativ entspannt (Bericht: Schröder degradiert - aber unbeirrt).

Das Engagement bei den Bakersfield Jam sieht er als kurze Abwechslung, fast wie ein Trip ins Ferienlager.

Kurzer Trip nach Bakersfield

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Fixer Vertrag in Atlanta

Dank des garantierten Vertrags ist die Lage auch längst nicht so schwerwiegend wie bei Harris und Ohlbrecht.

Schröders Gehalt wird weiter von den Hawks bezahlt, diese und nächste Saison sind vertraglich fixiert. Im Anschluss besteht für die nächsten Spielzeiten eine Team-Option.

Laker Kaman muss sich vorerst keine Gedanken um ein D-League-Engagement machen, außer er entscheidet sich aus freien Stücken dazu ( 816473 DIASHOW: Die Bilder der 6. NBA-Woche ).

Spieler mit mehr als drei Jahren NBA-Erfahrung müssen ihr Einverständnis geben, bevor sie an das entsprechende Farmteam ausgeliehen werden.

Was machen Ohlbrecht und Harris?

Bleiben also noch Harris und Ohlbrecht - wo wird der Weg der beiden deutschen Nationalspieler enden?

Im Falle von Ex-Gonzaga Forward Harris glaubt Machwoski bei SPORT1 an ein Gastspiel in Europa, vielleicht sogar in Deutschland.

"Elias sollte seine Chance in Europa bekommen, ich hoffe, er entscheidet sich auch dafür. Dann werden wir sehen, wie er sich hier schlägt", führte der Oldenburger Trainer aus: "Ich denke, auch in Deutschland bemühen sich einige Vereine um Elias."

Schröder-Debüt gegen D-Fenders

Nahezu gleich schätzt er die Lage auch beim dritten deutschen Talent ein: "Auch Tim Ohlbrecht hat NBA-Luft geschnuppert. Bei den Valley Vipers kennt und schätzt man ihn. Ich bin gespannt, wie seine Karriere weiter geht."

Eine allgemeingültige Handlungsanweisung für die zunächst verschmähten deutschen Talente gibt es nach Meinung Machowskis aber nicht.

"Ich kann natürlich verstehen, das gerade junge Spieler, die alle Voraussetzungen für die NBA mitbringen, alles dafür machen, um diesen Traum Wirklichkeit werden zu lassen", gibt sich der 41-Jährige verständnisvoll.

Aktuell läuft es für Ohlbrecht bei den noch ungeschlagenen Vipers (6:0) solide, in drei Spielen bringt er es auf elf Punkte und neun Rebounds im Schnitt.

Schröder könnte seine erste Jam-Session in der Nacht auf Samstag geben, wenn in Bakersfield die D-Fenders - allerdings ohne Harris - zu Gast sind.

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