Anthony Davis gewann 2012 mit Kentucky die College-Meisterschaft © getty

Der Pelicans-Star erklärt bei SPORT1 seine Ambitionen, ein Markenzeichen wie MJ hat er bereits. Olympia hat die Gier geweckt.

Von Florian Pertsch und Dean Walle

München/Los Angeles - Selbstvertrauen ist im Haifischbecken NBA prinzipiell eine gute Sache.

Doch zu viel davon - und der Profi gilt schnell als Aufschneider und Schwätzer.

Diese bittere Erfahrung musste schon so mancher Spieler machen, Lance Stephenson aus Indiana oder auch O.J. Mayo von den Bucks können ein Lied davon singen.

Jordan als Davis' Vorbild

Pelicans-Forward Anthony Davis wagt sich trotzdem, seine Ziele klar zu formulieren (Die NBA 3 x wöchentlich LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

Der Nummer 1 Draft Pick des Jahres 2012 erklärt im Gespräch mit SPORT1 selbstbewusst, er wolle "in die Sphären von Michael Jordan und LeBron James vorstoßen."

Leidet New Orleans' Star also an Größenwahn oder hat er ein, zwei Abende zu viel auf der legendären Bourbon Street im Ausgehviertel der Stadt verbracht?

Mitnichten, denn wirft man einen Blick auf die Statistiken, dann rangiert der ehemalige College-Star der Kentucky Wildcats mit seinem PER-Wert in einer Liga mit gestandenen NBA-Stars wie eben James, Kevin Durant, Kevin Love oder Chris Paul.

Davis ist James dicht auf den Fersen

Das PER (Player Efficiency Rating) ist ein statistischer Wert, der anhand der Spielzeit und aller Aktionen die Effizienz eines Spielers misst.

King James führt diese Wertung mit einem Wert von 29,65 an, Davis rangiert mit 26,93 auf Platz fünf.

Für den Power Forward, der Anfang Dezember zwei Wochen mit einer gebrochenen Hand pausieren musste, läuft die Saison mit den Pelicans bislang ordentlich.

"Ich will nur eins - NBA-Titel gewinnen"

Mit 19,1 Punkten und 10,4 Rebounds ist er von der magischen 20/10-Statistik für Big Men nicht weit entfernt, zufrieden ist er aber angesichts von 15 Niederlagen aus 28 Spielen in der laufenden Saison nicht.

"Solange unser Team gewinnt, sind solche Statistiken in Ordnung. Aber derzeit gewinnen wir nicht. Deswegen bedeuten sie mir gar nichts. Am Ende des Tages will ich nur eins - NBA-Titel gewinnen", betont der 21-Jährige bei SPORT1.

Auch das unterscheidet den Youngster noch von den NBA-Ikonen MJ und "King James".

Mit "LBJ" gemeinsam auf dem Parkett

"Die beiden haben alles gewonnen. Ich noch nicht. Da will ich hin. Ich habe in der NBA noch gar nichts vorzuweisen. Diese ganzen Statistiken hören sich zwar schön und gut an. Bis ich nichts gewonnen habe, bin ich nicht mit LeBron und MJ auf einer Ebene", sagt der Hoffnungsträger aus "Big Easy".

Es gibt aber auch Gemeinsamkeiten, denn schließlich stand der NCAA-Champion der Saison 2011/12 mit LBJ schon gemeinsam auf dem Parkett.

Bei den Olympischen Spielen 2012 in London gewann Davis als jüngster amerikanischer Nationalspieler aller Zeiten an der Seite von Miamis Superstar die Goldmedaille und erinnert sich immer noch sehr gern an das Turnier.

Markenzeichen Mono-Braue

"Das war ein tolles Gefühl. Die Goldmedaille in London erinnerte mich an meine Zeit in Kentucky, als wir die Meisterschaft gewannen. Dieses Gefühl, mit den Jungs auf und ab zu springen, das war das Größte", blickt Davis bei SPORT1 zurück und gesteht: "Wenn du einmal gewonnen hast, dann willst du es immer wieder. Gewinnen ist alles für mich."

Nicht nur auf dem Platz sorgt Davis für Aufsehen.

Mit seiner eigenwilligen durchgehenden Augenbraue hat sich der Youngster ein Alleinstellungsmerkmal wie einst Jordan mit der heraushängenden Zunge beim Korbleger angeeignet.

Auf der Facebook-Seite von Davis finden sich unzählige Fotos mit der grandiosen "Uni-Brow":

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Während seiner einzigen Saison in Kentucky wurde der Spruch: "Fear the Brow" (übersetzt: Fürchte die Braue) eingeführt.

Neben dem College-Titel gab es für Davis den Award des besten Verteidigers, außerdem pulverisierte er den Block-Rekord eines gewissen Shaquille O'Neal mit 186 Blocks (4,7 pro Spiel) für Kentucky.

Auch in der NBA ist der Slogan "Fear the Brow" allgegenwärtig. Mit 3,1 Blocks pro Partie liegt er auch in der Profiliga auf Platz eins der Abfangjäger.

Persönlicher Erfolg bedeutet aber nicht gleich Teamerfolg, das musste Davis in seiner ersten NBA-Saison in New Orleans schnell lernen.

Playoffs in Reichweite

Im ersten Jahr verpassten die Pelicans mit 27 Siegen und 55 Niederlagen klar die Playoffs, dieses Jahr sieht es schon deutlich besser aus.

Als Elfter im Westen ist die Postseason zumindest in Sichtweite, für Davis aber noch lange nicht genug.

"Konstanz ist am wichtigsten. Wir müssen lernen, nicht nur phasenweise gut zu spielen, sondern 48 Minuten lang. Wir spielen teilweise schlampig", ermahnt der Big Man die Kollegen: "Sobald wir diese Fehler abstellen - und ich bin mir sicher, das werden wir bald - ist alles drin."

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