Dirk Nowitzki wurde zwischen 2002 und 2012 immer zum All-Star Game geladen © getty

Sein Wrestling-reifes Foul an Houstons Casspi dürfte für den Mavs-Star ein Nachspiel haben. Carlisle bittet zum Rebound-Drill.

Von Eric Böhm

München/Dallas - Von wegen nur Preseason: Dirk Nowitzki hat eine Woche vor dem NBA-Saisonstart schon das Messer zwischen den Zähnen.

Bei der 95:100-Niederlage gegen die Houston Rockets (News) übertrieb es der Superstar der Dallas Mavericks aber ein wenig.

Am Ende des dritten Viertels räumte er den Israeli Omri Casspi bei dessen Layup-Versuch mit einer Wrestling-reifen Aktion sehr hart ab.

Nowitzki muss wohl zahlen

Es war kein böses Foul, aber weil Nowitzki (11 Punkte) seinen Gegenspieler mit dem Arm am Kopf traf, bekam er ein sogenanntes "Flagrant 2" - ein disqualifizierendes Foul - und wurde sofort vorzeitig zum Duschen geschickt.

Diese Fouls nimmt die NBA sehr ernst und überprüft jedes noch einmal separat in den New Yorker Büros. Eine Geldstrafe im Bereich von 5000 Dollar dürfte dem 35-Jährigen sicher sein.

Selbst eine Sperre für die erste Saisonpartie gegen Dennis Schröders Atlanta Hawks in der Nacht auf den 31. Oktober (ab 1.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM) ist möglich, erscheint aber unwahrscheinlich.

Premiere mit allen Startern

Weder Nowitzki noch Coach Rick Carlisle wollten sich zu der Situation äußern. Dass er spät in einem bedeutungslosen Spiel noch so zur Sache geht, spricht aber für das Feuer, das in dem 35-Jährigen wieder lodert.

Im drittletzten Vorbereitungsspiel konnte Carlisle zudem erstmals seine erwartete Starting Five mit Shawn Marion und den Neuen Samuel Dalembert, Monta Ellis sowie Jose Calderon um Nowitzki aufbieten. (718112DIASHOW: Der Kader der Dallas Mavericks)

"Wir haben einige gute Sachen gemacht, waren aber ein bisschen müde. Wir müssen jetzt einen Rhythmus im Zusammenspiel aufbauen", bewerte der Coach sein Quintett im "Fort Worth Star-Telegram".

Calderon lobt

Gegen einen der Topfavoriten mit dem ehemaligen Wunschspieler Dwight Howard präsentierte sich die Aufstellung in knapp 15 Minuten zusammen sehr ordentlich.

Im zweiten Viertel waren sie mit neun Punkten vorn und erzielten mehr Zähler als die Top Fünf der Rockets (31:22).

"Für das erste Mal in dieser Formation war es gut. Wir haben den freien Mann gefunden und gute Aktionen gezeigt", sagte Calderon (14 Punkte), der sechs seiner zehn Würfe versenkte.

"Dirk und ich haben uns gut geschlagen"

Recht gut hielten sich Nowitzki und Dalembert gegen Houstons starke Frontline mit Howard und dem Türken Ömer Asik. Nowitzki verbuchte vier Blocks, Dalembert sammelte 13 Punkte, 7 Rebounds und drei Blocks.

"Dirk und ich haben uns in der Zone ganz gut geschlagen. Wir hätten mehr Chancen am offensiven Brett nutzen müssen", sagte der neue Center.

Neben den überschaubaren Leistungen der Reservisten deutet sich mit Blick auf die neue Spielzeit ein besorgniserregender Trend an. (DATENCENTER: Der NBA-Spielplan)

Rebounds machen Sorgen

Während die Ballverluste den vielen Wechseln geschuldet sind, ist die konstante Rebound-Unterlegenheit gegen nahezu jeden Kontrahenten frappierend.

Dass Houston mit "Superman" (17 Rebounds) und Asik (9) Vorteil besitzt, ist nachvollziehbar, aber dass unlängst beispielsweise Orlando 22 mehr Abpraller verbuchte, überrascht.

Bereits in der vergangenen Saison hatte Dallas das drittschlechteste Rebound-Verhältnis der NBA.

"Ich mag eigentlich keine Rebound-Drills, weil sich schnell jemand verletzen kann, aber wir müssen es durchziehen. Wenn wir uns die Bälle in der Luft nicht schnappen, werden wir nicht gewinnen. So einfach ist das", warnte Carlisle. Immerhin ist bei Nowitzki und Co. die Aggressivität schon auf Saisonniveau.

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