Dirk Nowitzki wurde 2011 zum MVP der Finals gegen Miami gewählt © getty

"Rebound-Verweigerer" Nowitzki adelt den neuen Partner Monta Ellis und sieht in ihrem Zusammenspiel den größten Trumpf der Mavs.

Von Eric Böhm

München/Dallas - Die Schlüsselspieler der Dallas Mavericks kommen in der NBA-Preseason immer besser in Schwung.

Zwar verlor Dirk Nowitzkis Mannschaft gegen die Orlando Magic mit 94:102, aber Coach Rick Carlisle schonte im letzten Viertel alle Stars. (Die NBA ab 30. Oktober LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM)

Der deutsche Superstar verbuchte in drei Spielabschnitten effiziente 24 Punkte und zeigte vor allem mit Neuzugang Monta Ellis (16 Zähler, 5 Assists) ein starkes Zusammenspiel.

"Er versteht es unglaublich gut, zu attackieren. Aus dem Dribbling ist er einer der schnellsten Spieler der Liga. Wir haben mit ihm viel mehr Optionen", lobte Nowitzki.

Starke Kombination

Zwar ist es in der Vorbereitung noch sehr früh, von einem neuen Traumduo zu sprechen, aber das Potenzial ist vorhanden.

Je besser die Abstimmung wird, desto mehr wird Ellis den Druck im Angriff von dem 35-Jährigen nehmen - speziell in den sogenannten "Pick-and-Pop"-Situationen.

Dabei stellt der größere Spieler (Nowitzki) den Block und der kleinere (Ellis) wirft selbst, zieht zum Korb oder passt zurück auf den Blocksteller, der frei steht, wenn die Verteidiger dem Ball folgen.

Unterschätzter Passer

Im zweiten Viertel gegen Orlando funktionierte dieser Spielzug schon nahezu perfekt. Zusammen kamen sie so auf 19 Punkte und eine Wurfquote von 70 Prozent.

"Das wird auch während der Saison unsere große Stärke sein", sagte Nowitzki, der noch nie einen so dynamischen Partner wie "Mississippi Bullet" hatte. (718112DIASHOW: Der Kader Dallas Mavericks)

Denn obwohl er oftmals als Ego-Shooter abgestempelt wurde, ist Ellis auch ein sehr guter Passer und bringt es - trotz meist schwacher Mitspieler - auf einen Karriereschnitt von 6,0 Assists pro Spiel.

Ellis begeistert

Ähnlich wie Ray Allen, der lange in Milwaukee versauerte, könnte der 27-Jährige mit einem Co-Star noch einmal einen Schritt nach vorn machen.

"Es läuft schon ganz gut, aber wir werden noch besser. Je länger wir zusammen auf dem Court stehen, umso gefährlicher werden wir", versprach Ellis.

Dabei konnte der zweite prominente Neue bisher noch gar nicht eingreifen: Jose Calderon plagt sich immer noch mit Oberschenkelproblemen herum, sieht aber in der verpassten Zeit "kein Problem."

Calderon vor Debüt

Er soll am Wochenende gegen Charlotte dabei sein. Die dann nur vier Vorbereitungsspiele reichen dem Spanier, um in Schwung zu kommen: "Es ist ja nicht so, dass ich in Form kommen muss, ich habe ja im Sommer gespielt. Wenn du Jungs hast, die wissen, wie man Basketball spielt, klappt das schnell."

Dallas startet am 30. Oktober gegen Dennis Schröders Atlanta Hawks in die neue Saison und will nach dem Ende der zwölfjährigen Playoff-Serie unbedingt zurück in die K.o.-Runde. (DATENCENTER: Der NBA-Spielplan)

Carlisle lobt Nowitzkis Fitness

Calderon bringt Ballsicherheit und für das "Two-Man-Game" zwischen Nowitzki und Ellis einen zusätzlichen gefährlichen Schützen, der die Abwehr auseinanderzieht.

Neben der Qualitätssteigerung im Aufbau ist die Fitness der zweite wichtige Grund für Nowitzkis wiedergewonnen Spaß - der Unterschied zur meist frustrierenden Spielzeit 2012/2013 ist frappierend.

"Er bewegt sich sehr gut. Es ist deutlich zu sehen, dass er hart gearbeitet hat, um Rhythmus und Kondition wiederzuerlangen", bestätigt Carlisle. Die ansteigende Form seines Schlüsselspielers war gegen die Magic deutlich erkennbar.

Nach einem frühen Rückstand von 20 Punkten kamen die Mavericks stürmisch zurück und gingen nach einem Vier-Punkte-Spiel Nowitzkis im dritten Viertel mit 62:55 in Führung.

Späße mit Dalembert

Die Reservisten verspielten den Sieg im Schlussabschnitt, aber die Laune ließ sich "Dirkules" davon nicht vermiesen.

Angesprochen auf seinen Rebound-losen Auftritt witzelte er: "Mit 2,13 Metern ist das nicht so einfach, keinen Rebound zu holen. Ich bin erfolgreich vor dem Ball weggelaufen."

Samuel Dalembert hatte kein Problem damit. "Dafür bin ich ja jetzt da. Er soll die Punkte machen", sagte der neue Center. Der Saisonstart wird zeigen, ob die neue Mischung passt.

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