Mark Cuban und Dirk Nowitzki (rechts) gewannen 2011 zusammen den Meistertitel © getty

Mavericks-Besitzer Cuban erklärt seine Personalpolitik - und den Sonderstatus Nowitzkis. Superman lockte er mit dem Threepeat

Von Martina Farmbauer

München - Mark Cuban ist ein Mann der vielen Worte. Ein Blogeintrag kann bei ihm schon mal 3.000 Worte betragen, nicht Zeichen. Aber er berichtet darin auch Erstaunliches.

So schreibt der Eigentümer der Dallas Mavericks in seinem jüngsten Eintrag über die Fähigkeit, ja Vorliebe, seines Vereins, mit Spielern zu arbeiten, die anderswo verkauft wurden, keinen neuen Vertrag bekamen oder auf andere Art und Weise aussortiert wurden. Cuban nennt sie "fallen angels".

Nowitzki bewundert Ellis

Monta Ellis ist aktuell so ein gefallener Engel - und Neu-Maverick. Er war nach der vergangenen Saison bei den Milwaukee Bucks etwas überraschend aus seinem Vertrag ausgestiegen. Schon zuvor hatten seine Statistiken eine fallende Tendenz aufgewiesen.

Doch wie die "Dallas Morning News" berichten, soll Dirk Nowitzki ein langjähriger Bewunderer Ellis? sein und sich über den Deal mit diesem gefreut haben. Dallas erwartet sich von ihm den notwendigen Scoring Punch an der Seite Nowitzkis.

Auch in der Vergangenheit haben die Mavs immer wieder Spieler verpflichtet - unter ihnen Jason Terry, Jerry Stackhouse, Brandan Wright, Tyson Chandler und auch Vince Carter -, die viele andere Teams in der NBA schon abgeschrieben hatten.

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Blick nach vorne statt zurück

"Wir achten weniger darauf, was sie in ihrem letzten System gemacht haben", beschreibt Mark Cuban, wie Dallas gefallene Engel wieder auferstehen lassen, "als darauf, was wir glauben, dass in unserem System mit unserer Gruppe von Spielern machen werden."

Die Mavericks sind damit jedoch nicht immer erfolgreich, wie die vergangene Saison gezeigt hat.

Aber sie haben mit dieser Strategie bereits ein Meisterteam auf die Beine gestellt. Dass dieses nach dem Titelgewinn 2011 auseinandergefallen ist, führt Cuban auf den Lockout und die finanziellen Beschränkungen zurück, die der neue Tarifvertrag (CBA) den Teams auferlegt hat.

Cuban bereut nichts

Dennoch, schreibt Mark Cuban, hätte er alles wieder genauso gemacht. Denn hätte man die Meister von 2011 zusammen gehalten, hätte man sich nicht nur der zukünftigen Flexibilität beraubt. Die Saison 2011/2012 wäre Cuban zufolge sowieso eine verschenkte gewesen.

Der Eigentümer entscheid sich stattdessen für einen Neuaufbau - einen etwas unkonventionellen wohlgemerkt mit Altstar Dirk Nowitzki, 35, als Herzstück.

Nowitzki symbolisiert wie kein anderer die Firmenkultur der Mavs. In der NBA werden Mannschaften oftmals komplett umgebaut und die Spieler mit dem meisten Wert eingetauscht.

Artenschutz für den Unberührbaren

Cuban erklärt Nowitzki dagegen für unberührbar.

"Er arbeitet so hart, wenn nicht härter als alle anderen", lobt er den gebürtigen Würzburger.

"Er hilft den jungen Spielern zu verstehen, was er von ihnen erwartet und wie man seine Grenzen auslotet. Er ist völlig selbstlos auf dem Court und tritt auch mal in den Hintergrund, wenn es uns einen Sieg beschert. Aber er weiß, dass sein Einfluss weit über die Geschehnisse auf dem Court hinausgeht."

Werbevideo für Howard

Nowitzki, MVP der Finals von 2011, hätten die Mavericks schon im Jahr 2012 gerne Dwight Howard zur Seite gestellt. Mark Cuban zeigt in seinem Blogeintrag das Video, mit dem die Mavs diesmal um Howard warben.

Er plaudert sogar Details aus dem Bewerbungsgespräch mit diesem aus. Als die Mavericks gefragt hätten, was sein Ziel sei, habe Howard geantwortet: "Ich möchte ein Held sein."

Dementsprechend ist der Werbespot aufgebaut: im Stile eines Comic, der "D12s" Geschichte von Kindheit an erzählt.

Er malt aus, wie es bei den Mavericks hätte werden können, den Threepeat mit den Meisterschaften 2014, 2015 und 2016 inklusive. Am Ende stellt der Clip Howard - seinem Spitznamen zu Ehre - sogar in einem Supermankostüm dar.

Von gefallenen Engeln und Helden

Mit der Verehrung war es allerdings bald vorbei. Als Howard sich für einen anderen Verein entschied, war von Mark Cuban zu hören, Dallas sei ohne ihn ohnehin besser aufgestellt.

Howard ist für ihn kein gefallener Engel, aber ein gefallener Held.

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