Joakim Noah ist der Sohn von Ex-Tennisprofi Yannick Noah © getty

Für die Nets ist die "Windy City" kein gutes Pflaster. Bulls-Center Joakim Noah ist heiß, Deron Williams ist auf Formsuche.

Von Florian Pertsch

München - Das Playoff-Rennen in der Eastern Conference geht langsam in seine heiße Phase.

Die Spitzenposition dürfte ziemlich sicher an Miami gehen, New York und und Indiana bekriegen sich um die Plätze zwei und drei.

Um den vierten und letzten Platz mit Heimrecht-Garantie, zumindest in der ersten Runde, gibt es ein Hauen und Stechen zwischen drei Teams.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen)

Die Atlanta Hawks (Bilanz: 33 Siege, 24 Niederlagen), die Brooklyn Nets (34:25) und die Chicago Bulls (33:25) gehen ins Rennen.

Duell auf Augenhöhe

In Chicago kommt es in der Nacht auf Sonntag (ab 2 Uhr LIVE im TV auf SPORT1+) zum Duell der direkten Konkurrenten zwischen den Bulls und Nets.

In beiden Lagern könnte die Lage deutlich besser sein und so bekommt die Partie (Mo., 13.05 Uhr Wiederholung auf SPORT1+) noch zusätzlich Brisanz.

Bulls dünnen aus

Mit der Verletzung von Derrick Rose haben die Bulls gelernt zu leben. Doch für den Fall, dass die angeschlagenen Taj Gibson (Innenbanddehnung) und Rip Hamilton (Rückenprobleme) ebenfalls ausfallen, wird die Personaldecke langsam dünn.

Leistungsträger Luol Deng, der gegen Philadelphia sein Werbespot-Lächeln durch Spencer Hawes? Ellenbogen einbüßte, dürfte nach einem ausgiebigen Zahnarztbesuch mit von der Partie sein. Bei allen Hiobsbotschaften in Chicago gibt es auch einen Silberstreif am Horizont: Center Joakim Noah.( 680723 DIASHOW: Die Bilder der 18. Woche )

Starke Zahlen

Gegen die 76ers lieferte der Franzose 23 Punkte, 21 Rebounds und elf Blocks ab und war damit erst der sechste Spieler seit 1973, dem solch ein Triple-Double gelang.

Für Noah ist die Leistung erfreulich, mehr aber auch nicht: "Es fühlt sich toll, richtig toll. Der Sieg war wichtig für uns, hoffentlich können wir darauf aufbauen."

Gute Bilanz

Mit Brooklyn könnte das Projekt "Siegesserie" einen dankbaren Gegner in die "Windy City" bringen, denn zwölf der letzten 15 Heimspiele konnten gegen die Nets gewonnen werden.

Abgesehen von der demoralisierenden Auswärtsbilanz in Chicago dürfte die Stimmung in Brooklyn nicht die beste sein.

Deron Williams befindet sich nach eigener Einschätzung in einem Formtief und streifte nach der bitteren Pleite gegen die Dallas Mavericks (Bericht) das Büßergewand über.

"Die Niederlage hat mit mir angefangen. Ich habe schlechte Pässe gespielt, und sie haben uns dafür bestraft?, erklärte "D-Will".

Carlesimo unter Druck

Während Williams in der Presse weitestgehend gut davon kommt, erhöht sich der Druck auf Interimstrainer P.J. Carlesimo langsam.

Drei Pleiten aus den letzten vier Spielen und die Tatsache, dass der bosnische Forward Mirza Teletovic Arbeitstier Reggie Evans vorgezogen wird, kommen in Brooklyn nicht gut an.

Im Fall Teletovic wird spekuliert, dass der russische Mehrheitseigner Michail Prochorow einen Narren am Bosnier gefressen hat und Carlesimo sanft unter Druck setzt.

Entscheidung unter den Brettern?

Die Schlüsselduelle dürften zum einen auf der Point Guard Position sowie unter den Körben stattfinden. Brooklyns Deron Williams gegen Nate Robinson ist ein buntes Mismatch-Paket. Williams ist deutlich größer und stärker, kann locker gegen "Kryptonate" aufposten. (Sichern Sie sich Dirk Nowitzkis Trikot im SPORT1 Shop)

Im Gegensatz dazu dürfte der wieseflinke Mini-Bulle dem Nets-Spielmacher im Sprint locker die Hacken zeigen und ihn in der Defense mächtig nerven.

Auf der Center-Position trifft Rekordmann Noah auf All-Star Brook Lopez, der seine Stärken eher in der Offensive hat. Gegen den französischen Nationalspieler wird sich zeigen, welche Center-Philosophie der Schlüssel zum Erfolg sein wird.

Weiterlesen