Dirk Nowitzkis Ex-Meister vergeigt bei den Grizzlies eine Führung. Auch der Würzburger enttäuscht, übertrifft aber Larry Bird.

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Von Eric Böhm

München/Memphis - Die Dallas Mavericks können nach dem nächsten empfindlichen Nackenschlag ihre Playoff-Hoffnungen wohl endgültig begraben.

Bei den Memphis Grizzlies reichte Dirk Nowitzkis Mannschaft auch eine 25-Punkte-Führung nicht zum Erfolg. Am Ende stand ein ernüchterndes 84:90 (55:42).

Der deutsche Superstar konnte nicht an seine Topleistungen der vergangenen Partien anknüpfen und verbuchte lediglich zehn Punkte sowie vier Rebounds (Die NBA LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM).

"Sie sind auf einmal richtig auf uns drauf gegangen. Wir hatten nichts mehr entgegenzusetzen. Sie haben uns unglaublich unter Druck gesetzt und kamen in einen Lauf", bilanzierte Nowitzki.

Nowitzki fühlt sich in Memphis nicht wohl

Nach fantastischen Auftritten gegen Milwaukee (Bericht) und die L.A. Lakers (Bericht) holte der persönliche Angstgegner auch Nowitzki auf den Boden zurück.

In den vergangenen vier Partien in Tennessee kam der 34-Jährige insgesamt nur auf 35 Zähler. Kein Trost, dass er mit seinem 8592. Treffer aus dem Feld Larry Bird vom 21. Rang der ewigen NBA-Rangliste verdrängte (SERVICE: Der SPORT1-Nowitzki-Watch).

"Ich glaube, die Mavericks wurden in ihrem zweiten Spiel in Folge müde. Wir haben ihrem Sturm standgehalten und später Grizzlies-Basketball gespielt", analysierte Guard Tony Allen.

Stark angefangen, stark nachgelassen

Nach dem 51:26 kurz vor der Pause war die bis dahin starke Leistung der Gäste plötzlich wie abgeschnitten. Memphis übernahm mit einem unfassbaren 36:4-Lauf die Kontrolle.

Unter anderem erzielten die Grizzlies die ersten 20 Zähler der zweiten Hälfte. Im gesamten dritten Viertel schafften die Mavs nur mickrige fünf Punkte (Sichern Sie sich Dirk Nowitzkis Trikot im SPORT1 Shop).

Der achte Sieg in Folge war für Memphis das größte Heim-Comeback der Teamgeschichte. In Portland hatten sie 2002 bereits einmal 25 Punkte aufgeholt.

Kaman geht unter

Shawn Marion (16 Zähler, 8 Rebounds) war noch der beste Maverick. Der deutsche Center Chris Kaman stand nach zuletzt wenig Spielzeit in der Startformation, kam aber nur auf sechs Zähler und vier Rebounds ( 680723 DIASHOW: Die Bilder der 18. Woche ).

Das starke Duo Zach Randolph (22 Punkte, 10 Rebounds) und Marc Gasol (21, 12) ließen er und seine Mitspieler jedoch unter den Körben nach Belieben dominieren.

"Zur Halbzeit machte der Coach nicht viele Worte. Wir wussten, was wir zu tun hatten. Es lag nur an der Umsetzung. Danach war es eines unser besten Spiele der Saison", meinte Randolph.

Playoffs rücken in weite Ferne

Dallas (25 Siege - 32 Niederlagen) rangiert nach der dritten Niederlage in Serie weiter auf Platz elf der Western Conference (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Die 13. Playoff-Teilnahme in Folge ist in dieser Form und angesichts des Rückstandes auf die Konkurrenten Utah (31:27), Houston (31:28) und Lakers (28:30) kaum noch realistisch.

"Das ist eine bittere und enttäuschende Niederlage. Wir haben alle unseren Anteil daran. Die vier Ballverluste vor der Halbzeit haben ihnen das Momentum gebracht", sagte Coach Rick Carlisle.

Mayo unauffällig

Dennoch war sein Team knapp drei Minuten vor Schluss beim Stand von 78:80 noch im Spiel. Nach einem Foul an Gasol holte sich Brand zusätzlich ein technisches Foul ab - der Todesstoß.

O.J. Mayo (11 Zähler) war zwar einer von nur vier Mavericks mit zweistelliger Ausbeute, traf gegen sein altes Team aber nur fünf von 13 Würfen.

Nowitzkis Bemerkung vor dem Spiel wirkte nachher prophetisch: "Es sieht sicher nicht gut aus. Ich habe schon viel erlebt, aber wenn wir nicht endlich die knappen Spiele gewinnen, wird es nichts mehr."

"Auf einem anderen Level"

Die Grizzlies (38:18) sind dagegen nach wie vor Vierter und wirken seit dem Abgang ihres Topscorers Rudy Gay noch gefestigter.

Neuzugang Tayshaun Prince hat die Truppe von Cheftrainer Lionel Hollins in der Defensive stärker gemacht und bringt seine große Erfahrung ein.

"Es war unglaublich. Ich habe uns noch nie so hart arbeiten sehen. Es ging alles so schnell. Wir bewegten uns auf einem anderen Level", jubelte Point Guard Mike Conley.

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