Nach zehn Jahren gelingt Dirkules wieder ein 20-20-Spiel, aber Dallas erwischt gegen die Bucks das "Verderben". Carter versagt.

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Von Eric Böhm

München/Dallas - Langsam aber sicher rückt die 13. Playoff-Teilnahme der Dallas Mavericks hintereinander in weite Ferne.

Dirk Nowitzkis Meistermannschaft von 2011 verlor trotz einer historischen Leistung ihres Kapitäns 90:95 (49:44) gegen die Milwaukee Bucks (Die NBA LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM).

Deutschlands Ausnahmespieler schaffte mit 21 Punkten und 20 Rebounds erstmals seit fast zehn Jahren wieder ein 20/20-Spiel.

"Es sieht sicher nicht gut aus. Diese Liga ist verrückt, und ich habe schon viel erlebt, aber wenn wir nicht endlich die knappen Spiele gewinnen, wird es nichts mehr", sagte Nowitzki.

Seltene Leistung

Erst fünfmal war dem 34-Jährigen vor der Partie gegen Milwaukee in seiner großen NBA-Karriere ein solcher Auftritt geglückt.

Am 3. April 2003 gegen die L.A. Lakers hatte er die Marke dank 25 Punkten sowie 22 Rebounds durchbrochen (SERVICE: Der SPORT1-Nowitzki-Watch).

Trotzdem gibt die allmählich zurückkehrende Topform des MVPs von 2007 den Mavs nicht den gewünschten Kick.

Rückstand auf Ohlbrechts Rockets

Letztlich fehlte Dallas (25 Siege - 31 Niederlagen) wieder einmal die Abgezocktheit eines Spitzenteams in der Endphase ( 680723 DIASHOW: Die Bilder der 18. Woche ).

"Wir erarbeiten uns zwei, drei Mal Vorsprünge von acht Punkten, um sie sofort wieder zu verspielen. Das ist schon über die gesamte Saison unser Verderben", haderte Coach Rick Carlisle.

Der Rückstand des Elften auf die achtplatzierten Houston Rockets (31:27) mit Nationalspieler Tim Ohlbrecht wird so vor dem direkten Duell (Mo., ab 2 Uhr LIVESCORES) nicht kleiner.

Kaman versauert auf der Bank

Eigentlich hatten die Mavericks über weite Strecken der ersten Hälfte alles im Griff gehabt. Ein 8:0-Lauf brachte ihnen eine Halbzeit-Führung.

Nach der Pause lief aber im Angriff nicht mehr viel zusammen. Neben Nowitzki schaffte einzig O.J. Mayo (18 Zähler) eine ansehnliche Ausbeute.

Vince Carter traf keinen seiner acht Würfe. Der deutsche Center Chris Kaman wurde von Coach Carlisle überhaupt nicht eingesetzt.

Zum enttäuschenden Spiel passte das Ende von Darren Collisons Serie. Zum ersten Mal seit dem 18. Januar und 41 Versuchen verfehlte der Point Guard wieder einen Freiwurf. Mit zwölf Punkten, acht Assists und sieben Rebounds gehörte er aber noch zu den besseren Gastgebern.

Ellis nutzt Nowitzkis Fehler

Selbst gegen die biederen Bucks, die zuletzt dreimal in Serie mit drei Punkten oder weniger verloren hatten, passierten am Ende zu viele Fehler.

Beim Stand von 88:88 krönte Nowitzkis Ballverlust eine Sequenz von drei Fehlversuchen nach Offensiv-Rebounds. Der Würzburger warf den Ball über Carlisles Kopf hinweg ins Aus (Sichern Sie sich Dirk Nowitzkis Trikot im SPORT1 Shop).

Diese Einladung ließ sich Bucks-Guard Monta Ellis (22 Punkte) nicht entgehen, ihm glückten die entscheidenden Treffer. Carter vergab die letzte gute Möglichkeit.

"Für uns war der Schluss sehr wichtig. Wir können die letzten bitteren Spiele nun abahken", meinte Ellis, der noch neun Assists und sechs Steals verbuchte.

Gooden taucht auf

Sein Trainer Jim Boylan hatte in den letzten Minuten auf den in Dallas als Neuzugang gehandelten Brandon Jennings (3 von 11 aus dem Feld) verzichtet.

Stattdessen stand der aus Orlando verpflichtete J.J. Redick neben Ellis im Backcourt. "Diese Gruppe hatte schon vorher gut funktioniert, also habe ich sie zurückgebracht", sagte Boylan.

Ohne den teamintern gesperrten Samuel Dalembert sprang der selten eingesetzte Ex-Maverick Drew Gooden (8 Punkte) Center Larry Sanders (13 Zähler, 13 Rebounds) unter den Körben zur Seite.

Milwaukee (27:28) ist der letzte Playoff-Platz im Osten trotz negativer Bilanz kaum noch zu nehmen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Miserable Dreierquote

Die Mavs bewiesen einmal mehr, dass sie ohne eine vernünftige Dreierquote (diesmal 1 von 14) im Angriff kaum Gefährlichkeit ausstrahlen.

Der neue Scharfschütze Anthony Morrow kam nach seinem Sekunden-Debüt gegen die Lakers (Bericht) diesmal auf vier Minuten, musste aber nach zwei Fahrkarten wieder raus.

Bei den starken Memphis Grizzlies (ab 2 Uhr LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM) muss eine deutliche Steigerung her, um überhaupt konkurrenzfähig zu sein - mehr scheint für den Rest der Saison ohnehin nicht mehr möglich.

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