Kobe Bryant (l.) gewann mit den L.A. Lakers bisher fünf Meisterschaften © getty

Der Aufwärtstrend des Starensembles wird gestoppt. Nur Bryant reicht nicht. Howards Drama und Denvers Tempo geben den Ausschlag.

Von Eric Böhm

München/Denver - Der von den Los Angeles Lakers beschworene Aufwärtstrend ist schon wieder gestoppt worden.

Bei den Denver Nuggets verlor der 16-malige Champion nach zuvor drei Siegen in Folge deutlich mit 108:119 (54:67) und offenbarte bekannte Schwächen (Die NBA LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM).

Topscorer Kobe Bryant gelangen zwar 29 Punkte und neun Assists, aber die schwache Abwehr und Dwight Howards Freiwurf-Probleme verdammten die Lakers einmal mehr.

"Sie schossen aus ihren Startblöcken und ließen uns stehen. Wir konnten sie nicht einholen. Nicht einmal nach Fehlwürfen kamen wir hinterher", haderte Coach Mike D'Antoni.

Kaum Sieg gegen starke Konkurrenz

Dabei schien doch zuletzt der Knoten geplatzt zu sein. Elf Siege aus 14 Partien waren schließlich kein Pappenstiel.

Allerdings wurden dabei nur zwei Teams, die aktuell auf einem Playoff-Platz stehen, geschlagen - Boston und Brooklyn ( 680723 DIASHOW: Die Bilder der 18. Woche ).

Starke Gegner decken regelmäßig die Schwachstellen des kalifornischen Starensembles auf. Mangelnde Athletik und langsame Rückwärtsbewegung traten besonders gegen Denvers "ICE-Tempo" zu Tage.

"Die Jungs sind Leichtathleten"

Die ausgeglichenen Nuggets dominierten nämlich nicht nur in der Zone (Punktverhältnis: 78:50), sondern kamen auch immer wieder zu Schnellangriffen für insgesamt 33 Zähler.

"Die Fast-Breaks sind der Killer. Die Jungs da drüben sind Leichtathleten. Geschwindigkeit kannst du eben nur schwer neutralisieren", stöhnte Bryant. L.A. wurde in den Rocky Mountains kalt erwischt.

Die Lakers (28 Siege - 30 Niederlagen) leiden weiterhin unter der unausgewogenen Zusammenstellung des Kaders und bleiben in der Western Conference Neunter (Sichern Sie sich Dirk Nowitzkis Trikot im SPORT1 Shop).

Galinaris Fehlen fällt nicht auf

Ohne ihren besten Schützen Danilo Galinari (Oberschenkelprellung) übernahmen die Guards Ty Lawson (22 Punkte) und Wilson Chandler (23) die Scoring-Last.

"Wir wussten, sie hatten gestern gespielt. Dazu kommt die Höhe. Also stürmte nach einem Fehlwurf jeder wie bei einem Gefängnisausbruch los. Deshalb hatten wir viele Layups", erklärte Lawson.

Andre Iguodala steuerte 14 Zähler sowie zwölf Assists bei. Die Nuggets (36:22) verloren nur drei ihrer 27 Heimspiele und stehen in der Westen auf Rang fünf (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Howard entnervt D'Antoni

Zudem sahen sich alle Experten getäuscht, die nach der NBA-Trade-Deadline und dem Ende der Gerüchte eine Steigerung Howards erwartet hatten.

Der Center lieferte dank 15 Zählern und 14 Rebounds ein Double-Double, verfehlte jedoch elf seiner letzten zwölf Versuche von der Linie. Wieder einmal legte sein Kryptonit "Superman" lahm.

"Das war das größte Highlight, aber ich werde mich jetzt nicht darüber auslassen. Niemand setzt die Würfe absichtlich daneben. Wir müssen die anderen Probleme angehen", sagte D'Antoni.

Offenbar hat er bezüglich des allumfassenden Howard-Dramas in Hollywood bereits aufgegeben.

Bryant frustriert

Speziell zu Spielbeginn wirkten die Lakers wie eine überforderte Seniorenmannschaft. Ballverluste, geblockte Würfe und reihenweise Dunkings der Nuggets frustrierten vor allem Bryant.

Der Superstar holte sich sein 14. technisches Foul der Saison ab. Für seine Ausbeute benötigte er 23 Würfe, auch weil der 34-Jährige meist auf sich gestellt war.

Sein Treffer im Rückwärtsfallen brachte die Gäste fünf Minuten vor Schluss auf 99:106 heran - mehr war nicht drin.

"Durch ihre Schnelligkeit kannst du deine Größe nicht ausspielen und zum Offensiv-Rebound gehen. Sonst fängst du dir gleich die nächsten Punkte ein", analysierte Bryant.

Cubans Retourkutsche

Der schwache Auftritt drängte sogar die Aufregung um Mark Cuban in den Hintergrund. Der Eigentümer der Dallas Mavericks hatte nach der Pleite seines Teams gegen L.A. (Bericht) bereits zurückgerudert.

"Wenn ich sage, man müsse Kobe Bryant entlassen, ist das nur ein hypothetisches Beispiel, um die Regularien des Tarifvertrages zu erklären. Es ging nur um die Beschränkungen", rechtfertigte sich Cuban.

Die Lakers und Bryant hatten mit harscher Kritik reagiert. Auch deshalb konnte sich der Mavericks-Boss eine kleine Retourkutsche via Twitter nicht verkneifen.

"Schön, dass es abgesehen von den Mavs ein weiteres Team gibt, das mir immer zuhört", schrieb Cuban.

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