Dirk Nowitzki wurde 2007 als erster Europäer zum MVP gewählt © getty

Die Gala bei der Pleite gegen die Lakers gibt dem Mavs-Star den Glauben wieder. Spielt er sogar bis 40? Bryant kontert Cuban.

Von Eric Böhm

München - Alte Topform wiedergefunden, im Playoff-Kampf aber einen herben Dämpfer kassiert: Dirk Nowitzki hatte nur persönlich Grund zur Freude.

Nach der knappen 93:99-Pleite gegen die L.A. Lakers (Bericht) hielt sich der Ausnahmespieler aber nicht lange mit der tristen Gegenwart auf, sondern blickte nach vorn (Die NBA LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM).

"Mit 36 werde ich noch nicht aufhören. Ich weiß nicht, ob ich mit 40 noch spiele, aber einen Vertrag über zwei, drei Jahre werde ich auf jeden Fall noch unterschreiben", sagte Nowitzki.

Bilanz spricht gegen Mavericks

Angesichts des Feststeckens auf Rang elf der Western Conference erweckte der 34-Jährige den Eindruck, er habe die 13. Playoff-Teilnahme in Folge schon abgehakt.

Dallas (25 Siege - 30 Niederlagen) kommt einfach nicht näher an die achtplatzierten Rockets (31:27) heran und müsste ja auch die Lakers (28:29) sowie Portland (26:30) distanzieren (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

"Wenn ich von Anfang an in der jetzigen Form gewesen wäre, stünden wir wahrscheinlich auf einem Playoff-Platz. Jetzt müssen wir das Beste aus der Situation machen", bestätigte der Forward.

Starke Vorstellung

Diese Devise beherzigte aber im Kracher gegen Kobe Bryants Starensemble nur Nowitzki selbst. Sein Aufwärtstrend setzte sich mit 30 Punkten und 13 Rebounds (Saisonbestmarken) fort (SERVICE: Der SPORT1-Nowitzki-Watch).

Erstmals trumpfte der Finals-MVP von 2011 in der Zone und von der Dreierlinie wie in den vergangenen Jahren auf, trotzdem macht das Team keinen entscheidenden Qualitätssprung.

Waren bisher seine "brutalen" Zahlen - so lautet Nowitzkis eigenes Urteil - die Entschuldigung für schwache Mannschaftsleistungen, treten nun vermehrt andere Probleme in den Vordergrund.

"Todesstoß" für alle Hoffnungen

Gegen die keineswegs übermächtigen Lakers blieb der talentierte Backcourt mit O.J. Mayo und Darren Collison in einem wichtigen Spiel einmal mehr fast alles schuldig ( 678317 DIASHOW: Die Bilder der 17. Woche ).

Kobe Bryant und Nowitzkis guter Kumpel Steve Nash nahmen die beiden 25-Jährigen regelrecht auseinander. Mayo vergab am Ende auch noch die letzte Chance.

Die "Dallas Morning News" schrieb folgerichtig auch schon vom "Todesstoß" für die letzten Playoff-Hoffnungen.

"Ein großes Spiel auf einer großen Bühne ist immer eine besondere Situation. Unser Backcourt hatte es heute schwer, aber daraus müssen sie lernen", forderte Nowitzki.

Wieder knappe Pleite

Auch die in der Regel wenig überzeugenden Nebenmänner des Würzburgers unter dem Korb bekommen gegen dynamische Widersacher große Probleme.

Die größte Achillesferse bleibt aber der fehlende Killerinstinkt. Wo 2011 auch Jason Terry, Jason Kidd oder auch Peja Stojakovic in der "Crunch Time" glänzten, fehlt ein zweiter "Go-to-Guy" - viele knappe Niederlagen sind die Folge.

Durch Bryants Gala wurde dieser Makel noch offensichtlicher. Mavs-Eigentümer Mark Cuban bekam nach der Partie ähnlich eingeschenkt wie seine angestellten zuvor.

"Amnesty THAT" twitterte der aktuell drittbeste Scorer der NBA in Anlehnung an Cubans Spekulation über die Finanzlage der Lakers.

Zweifel sind weg

Der Milliardär hatte die Hypothese aufgestellt, L.A. müsse darüber nachdenken, Bryant per Amnestie-Klausel zu entlassen, um eine gigantische Luxussteuer zu vermeiden.

Da Cuban auch zur Trade-Deadline keinen großen Deal realisieren konnte oder wollte, scheinen sich die Mavericks schon auf den Sommer zu konzentrieren, um "Dirkules" die ersehnte Verstärkung zu verschaffen (Sichern Sie sich Dirk Nowitzkis Trikot im SPORT1 Shop).

"So wie ich mich jetzt fühle, kann ich noch ein paar Jahre auf dem Niveau spielen. Nach dem Comeback habe ich schon gezweifelt, ob ich überhaupt noch einmal dahin komme", betonte Nowitzki.

[kaltura id="0_lzkgx06j" class="full_size" title="Bryant zu stark für Dallas"]

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