Kobe Bryant (l. mit Cuban) wurde mit den Los Angeles Lakers fünfmal NBA-Champion © getty

Mark Cuban legt vor dem Gastspiel der Lakers Feuer beim Zahlmeister L.A. Morrow steht vor dem Debüt und umgarnt "Superman".

Von Hardy Heuer

München - Mark Cuban hat für sein loses Mundwerk bereits ein Vermögen an Strafen gezahlt. Und er knöpft sich nicht nur die Liga und deren Referees, sondern gerne auch die konkurrierenden Teams vor.

Vor dem so wichtigen Spiel gegen die Los Angeles Lakers (ab 19 Uhr LIVESCORES) nimmt der Besitzer der Dallas Mavericks den Superstar der Lakers ins Visier: Kobe Bryant.

"Wenn man sich ihre Gehaltsliste anschaut, dann muss man sich die Frage stellen: 'Sollten die Lakers bei Bryant die Amnestie-Klausel anwenden?", stellt Dirk Nowitzkis Boss in den Raum: "Ich sage das hypothetisch. Ich glaube nicht, dass sie das machen werden, aber sie müssen einige Entscheidungen treffen."

Bryant würde in der nächsten Saison umgerechnet 30,45 Millionen Dollar verdienen, soviel hat vor ihm nur NBA-Legende Michael Jordan verdient.

Problem mit dem Salary Cap

Die Lakers, die bereits jetzt mit über 100 Millionen Dollar die höchste aller Gehaltsrollen haben, hätten dann ein Problem mit ihrem Salary Cap, vor allem wenn Dwight Howard seinen Vertrag verlängern würde.

Bei Überschreitung müssten sie eine Menge Luxussteuer bezahlen. (Die NBA LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM)

Die Amnestie-Klausel gibt jedem NBA-Team die Möglichkeit, vor Saisonbeginn einmalig zwischen 2011/12 und 2015/16 einen Spieler zu entlassen, um diesen aus der Berechnung der Luxussteuer auszuschließen.

"Mark Cubans Kommentare sind unangebracht", betonte Lakers-Pressesprecher John Black: "Wir werden nicht öffentlich über unsere Spieler im Hinblick auf die Amnestie-Klause sprechen."

Kampf um die Playoff-Plätze

Vor allem, weil das Team aus Hollywood ganz andere Sorgen hat. ( 678317 DIASHOW: Die Bilder der 17. Woche )

Das Erreichen der Playoffs ist trotz der Topwerte von "Black Mamba" Bryant (durchschnittlich pro Partie 26,9 Punkte, 5,6 Assists und 5,3 Rebounds) in großer Gefahr. Auf Seiten der Mavs aber sieht es trotz fünf Siegen aus den vergangenen sechs Partien noch düsterer aus.

Im Westen liegt Dallas mit einer Bilanz von 25 Siegen und 29 Niederlagen auf dem neunten Platz, einen Rang davor rangieren die Lakers (27:29). (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen)

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Nowitzki macht eine Kampfansage

"Wir werden Gas geben und kämpfen", gibt Nowitzki, der auch im Februar (durchschnittlich 17 Punkte pro Spiel bei 43 Prozent Trefferquote aus dem Feld) noch seine einstige Form sucht, als Marschroute vor. (Sichern Sie sich Dirk Nowitzkis Trikot im SPORT1 Shop)

Das wird auch nötig sein, will Dallas den Negativ-Trend gegen die Lakers stoppen. Aus den letzten neun Aufeinandertreffen in der regulären Saison gingen die Mavs nur einmal als Sieger vom Platz. In eigener Halle unterlag Dallas den Lakers vier Mal in Folge.

"Wir wollen unbedingt versuchen, ins Playoff-Rennen zurückzukehren", betont Mavs-Guard Vince Carter: "Der Sieg gegen die Hornets war ein Spiel, das du gewinnen musst - so wie jedes von diesem Moment an."

Morrow vor Debüt

Im Blickfeld steht vor allem Neuzugang Anthony Morrow, der bei seinem Debüt eine echte Bewährungsprobe bevorsteht.

Dabei trifft er auch auf seinen guten Kumpel Howard. "Das ist mein Junge", erklärt Morrow: "Wir sind seit der High School sehr gut befreundet."

Nach dem Tip-Off wird die Freundschaft aber schnell vergessen sein. Für beide Teams geht es um zu viel.

Kaman kehrt zurück

Gut, dass Chris Kaman rechtzeitig ins Aufgebot der Mavs zurückkehrt.

Wegen einer Gehirnerschütterung hatte der deutsche Nationalspieler zehn Spiele verpasst.

"Ich habe keine Kopfschmerzen mehr. Es dauert schon zu lange. Hoffentlich bekomme ich ein paar Minuten Spielzeit", sagt Kaman.

Dass er es bei seiner Rückkehr gleich mit Howard zu tun bekommt, nimmt der deutsche Nationalspieler gelassen. "Es gibt einfachere Aufgaben, aber es ist nicht zu ändern. Ich muss da rausgehen und spielen."

Lakers zuverischtlich

An Selbstbewusstsein mangelt es beim Gegner aber nicht. "Es steht außer Frage, dass wir die Playoffs erreichen. Wir werden sie erreichen", erklärt Bryant der "Sports Illustrated": "Und wenn wir sie erreicht haben, dann habe ich vor niemandem Angst."

Dieses Selbstvertrauen haben sich die Lakers in den vergangenen Wochen geholt. Zehn der letzten 14 Partien wurden gewonnen.

"Kobe hat gesagt, was er sagen muss. Als Team wissen wir, wie wichtig die zweite Saisonhälfte für uns ist. Wir hatten viele Auf und Abs und wollen das Ganze wieder gutmachen", sagt Howard.

Sollte es am Saisonende für die Lakers jedoch nicht reichen und Probleme mit dem Salary Cap geben, so könnte Howard als Free Agent vielleicht doch noch bei den Mavs landen.

Womöglich macht ihm Morrow am Rande der Partie Dallas schmackhaft. "Er weiß bereits, wie schön es hier ist."

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