Jarret Jack (l.) legte gegen die San Antonio Spurs 30 Punkte und 10 Assists auf © getty

In neuen Kleidern stellt Golden State dem besten Team der NBA ein Bein und sorgt für Lacher. Bryant hievt L.A. zum Arbeitssieg.

Von Raphael Weber

München - Die Stil-Revolution bringt den Golden State Warriors offenbar Glück.

Beim ersten Auftritt in ihren umstrittenen Kurzarm-Trikots fügte das Team von Trainer Marc Jackson Ligaprimus San Antonio Spurs eine 101:107 (93:93, 29:28)-Niederlage nach Verlängerung zu. (Die NBA LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM)

Gleichzeitig beendeten die Warriors ihre jahrelange Durststrecke gegen die Texaner: Seit dem 7. Januar 2008 hatte Golden State nicht mehr gegen die Spurs gewonnen und stattdessen 16 Niederlagen eingesammelt.

Matchwinner bei den Warriors war Point Guard Jarrett Jack, der mit 30 Punkten von der Bank nicht nur Topscorer des Spiels war, sondern alleine sieben Punkte in den letzten 91 Sekunden der Verlängerung erzielte.

Jack wie Magic und Schrempf

"Im vierten Viertel und in der Overtime rief der Coach mir zu, dass ich das Spiel nach Hause bringen soll", berichtete Jack vom Knackpunkt im Spiel: "Ich liebe es, dass er dieses Vertrauen in mich hat. Ich wollte mich einfach dafür revanchieren und abliefern."

Der Point Guard, der neben seinen 30 Punkten auch noch 10 Assists verteilte, trug sich mit seiner Gala in die Rekordbücher ein. ( 678317 DIASHOW: Die Bilder der 17. Woche )

Seit Magic Johnson 1996 legte kein Spieler mehr 30 und 10 von der Bank auf. In den letzten 25 Jahren gelang das überhaupt nur vier Spielern ? unter ihnen auch Detlef Schrempf.

Die Gier der Warriors wird belohnt

Im vierten Viertel schien die Partie für die Warriors schon gelaufen: 80:67 lagen die Spurs schon in Front, bevor Golden State 13 Punkte in Serie erzielte.

"Es gibt Teams in dieser Liga, die sich sagen: 'OK, wir waren dran, wir haben gegen ein Team verloren, das heiß war und unglaublichen Basketball gespielt hat.'", sagte Warriors-Coach Jackson, um dann klarzustellen: "Aber wir haben die Krankheit der Gier. Wir wollten mehr!"

Neben Jack machte sich bei Golden State vor allem Power Forward David Lee um den Sieg verdient: Mit 25 Zählern und mächtigen 22 Rebounds legte er ein beeindruckendes Double-Double auf.

Zum fünften Mal in seiner Karriere gelangen Lee mindestens 20 Punkte und 20 Rebounds. (Sichern Sie sich Dirk Nowitzkis Trikot im SPORT1 Shop)

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Duncan lässt Parish hinter sich

Auf Seiten der Spurs überzeugten Topscorer Danny Green (20 Punkte). Tim Duncan spielte gewohnt solide und griff neben seinen 19 Zählern auch noch 13 Rebounds ab.

Der Big Man zog mit einem Korbleger anfang des zweiten Viertels an Celtics-Legende Robert Parish vorbei und ist nun mit insgesamt 23.350 Karrierezählern auf Platz 23 in der ewigen Scorerliste.

Stil-Revolution sorgt für Lacher

Für Belustigung sorgten die körperbetonten Kurzarm-Trikots der Warriors. Zu den gelben Jersey trugen Golden States Spieler Shorts mit schwarzen Streifen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen)

Point Guard Stephen Curry berichtete, dass einige Spurs sich ein Lachen nicht verkneifen konnten, als er und seine Kollegen nach dem Aufwärmen in den revolutionären Trikots auf das Feld kamen.

SPORT1 fasst das weitere Geschehen in der NBA zusammen:

Los Angeles Lakers - Portland Trail Blazers 111:107

Getragen von ihren Superstars Kobe Bryant und Dwight Howard haben die L.A. Lakers einen 111:107 (53:55)-Arbeitssieg gegen die Portland Trail Blazers gefeiert.

40 Punkte legte die "Black Mamba" beim knappen Erfolg im heimischen Staples Center auf. "Superman" verbuchte mit 19 Zählern und 16 Rebounds ein Double-Double.

Bryant tönt schon

Nach dem Sieg tönte Bryant: "Es ist keine Frage, ob wir die Playoffs erreichen oder nicht. Das werden wir - und wenn wir dort sind, habe ich vor keinem Team Angst - Oklahoma City, San Antonio, Denver ... wer auch immer. Das macht mich überhaupt nicht nervös."

Allerdings haben die Lakers bis Platz acht im Westen noch etwas Arbeit vor sich. Aktuell liegt die Star-Truppe um Bryant mit 27 Siegen und 29 Niederlagen nur auf Platz - 3,5 Spiele hinter den achtplatzierten Houston Rockets (31 Siege/26 Niederlagen).

Portland zog trotz einer starken Leistung seiner Starting Five den Kürzeren. Angeführt von den Topscorern Nicolas Batum und J.J. Hickson, die jeweils 22 Punkte auflegten, verbuchte jeder Starter mindestens 15 Zähler. Alle Bankspieler zusammen kamen nur auf 14 Punkte.

Toronto Raptors - New York Knicks 100:98

Die Toronto Raptors versetzten den unbeständigen New York Knicks einen weiteren Dämpfer und gewannen daheim mit 100:98 (48:51).

Knicks-Coach Mike Woodson sparte nach der vierten Pleite nicht mit Kritik: "Ich fand unsere Wurfauswahl grauenhaft." Angesprochen durften sich Carmelo Anthony und Raymond Felton fühlen.

Beide ließen in der letzten Minute lieber den Dreier fliegen, als zum Korb zu ziehen. Beide Würfe fanden allerdings nicht das Ziel, die Raptors retteten den Sieg. (SERVICE: Die Tagesbesten)

"Wir haben am Ende einfach nicht clever gespielt", ärgerte sich Woodsen.

Gay egalisiert Melo

Das Duell der Flügel-Stars endete unentschieden: Sowohl Knicks-Forward Anthony als auch Neu-Kanadier Rudy Gay lieferten 32 Punkte.

Gay erzielte alleine im dritten Viertel 17 Zähler. Anthony bekam vor allem durch J.R.Smith (19 Punkte) und Amar'e Stoudemire (14) Unterstützung.

?Indiana Pacers - Detroit Pistons 114:82

Durch ihre 20. Saisonniederlage müssen die Knicks Platz zwei im Osten abgeben. Nutznießer sind die Indiana Pacers, die durch den 114:82-Sieg gegen die Detroit Pistons vorbeiziehen.

Bei den schwachen Pistons-Startern schaffte nur Rodney Stuckey mit elf Zählern eine zweistellige Ausbeute. Detroits Topscorer war mit 17 Punkten Will Bynum von der Bank.

Indianas Starting Five scorte dagegen geschlossen zweistellig. Bester Punktesammler war Power Forward David West mit 18.

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