Carter (r.) kletterte mit 22 Punkten bei den Hornets auf Platz 28 der ewigen Scorerliste © getty

Dallas feiert in New Orleans den dritten Sieg in Serie. Nowitzki überlässt "Vinsanity" am historischen Tag den großen Auftritt.

Von Raphael Weber

München/New Orleans - Ein selbstloser Dirk Nowitzki und Vince Carter im "Vinsanity"-Modus haben die Dallas Mavericks in New Orleans zum Sieg geführt.

Bei den Hornets gewannen die Texaner dank des Duos mit 104:100 (53:58) und holten somit den dritten Sieg in Serie.

Superstar Nowitzki war mit 25 Punkten Topscorer der Partie, überließ am Ende aber Teamkollege Vince Carter den großen Auftritt. (Die NBA LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM)

Bei 99:100-Rückstand der Mavs kurz vor Spielende änderte Nowitzki einen eigentlich für ihn angesagten Spielzug und gab Carter Grünes Licht für den spielentscheidenden Wurf.

Nowitzki überlässt Carter Heldenrolle

"Ich habe zu ihm rüber geschaut, um zu sehen, was er will", berichtete Carter: "Er gab mir mit einem Nicken das Signal zum Weitermachen und ich dachte: 'Auf geht's.'"

Während andere NBA-Superstars krampfhaft darauf bestehen, immer den entscheidenden Wurf zu nehmen, bewies Nowitzki einmal mehr seinen Ausnahmestatus - und es sollte sich auszahlen. (Sichern Sie sich Dirk Nowitzkis Trikot im SPORT1 Shop)

Der frühere Slam-Dunk-Champion Carter verschaffte sich mit einem Jab-Step gegen Jason Smith gerade genug Platz und versenkte 6,5 Sekunden vor Schluss den Dreier zum vorentscheidenden 102:100. ( 678317 DIASHOW: Die Bilder der 17. Woche )

"Ich hatte noch nie Angst, den entscheidenden Wurf zu nehmen", gab sich Carter selbstbewusst: "Ich fürchte mich nicht vor den Konsequenzen. Ob gut oder schlecht, das blende ich alles aus."

Nowitzki, dessen 25 Punkte seine zweitbeste Ausbeute in dieser Saison sind, hatte keinen Zweifel an seinem Teamkollegen: "Sein Dreier fällt in den letzten Wochen fasst automatisch und er nimmt ihn mit viel Selbstvertrauen. Das war ein Wahnsinns-Wurf."

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Mayo und Collison machen den Sack zu

Nachdem der 36-jährige Carter, der in Toronto und New Jersey jahrelang der Go-to-Guy war, für die Vorentscheidung gesorgt hatte, tütete die jüngere Generation mit O.J. Mayo und Darren Collison den Sieg ein.

Mayo, der nie sein Wurfglück fand und nur zehn Punkte erzielte, rückte Hornets-Star Eric Gordon beim Einwurf dermaßen auf die Pelle, dass dieser den Ball verlor. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen)

Anschließend sorgte Mavs-Aufbau Darren Collison (11 Punkte) mit zwei getroffenen Freiwürfen endgültig für den sechsten Dallas-Sieg in den letzten acht Spielen.

Eine Schlüsselrolle spielte auch Dallas' Starting-Center Bernard James, der in nur 15 Minuten Spielzeit satte sieben Blocks verbuchte. Insgesamt schickten die Mavs 17 Wurfversuche der Hornets zurück zum Absender.

Noch nicht mit von der Partie war Scharfschütze Anthony Morrow, den die Mavericks am Donnerstag im Tausch für Dahntay Jones erhalten hatten.

Carter kassiert "The Glove"

Dafür wurde vor allem "Vinsanity" gefeiert. Der Guard war mit 22 Punkten nicht nur zweitbester Scorer der Texaner, sondern rückte schon im ersten Viertel auf Platz 28 in der ewigen NBA-Scorerliste vor.

Mit nunmehr 21.832 Zählern zog Carter an Gary "The Glove" Payton vorbei. Dazu sammelte der Flügelspieler starke neun Rebounds ein.

Trainer Rick Carlisle lobte Carter in höchsten Tönen.

"So wie er sich bei uns neu erfunden hat - als Bankspieler, der sofort Offensive bringt, als Spielmacher, Verteidiger und Allzweckwaffe - damit ist er für mich ein Kandidat für die Hall of Fame", schwärmte der Coach vom achtfachen All Star.

Dallas pirscht sich durch den Erfolg wieder etwas näher an die Playoff-Plätze heran, ist aber bei 25 Siegen und 29 Niederlagen immer noch 4,5 Spiele hinter Houston und Platz acht.

Gordon geht die Puste aus

Bei den Hornets lieferte Ex-Clipper Gordon starke 23 Punkte ab ?allerdings erzielte er in der zweiten Halbzeit nur noch drei Zähler. Big Man Jason Smith stellte mit 22 Zählern seinen persönlichen Saisonrekord auf.

Bangen muss New Orleans um Nummer-1-Pick Anthony Davis. Der Mann mit der Monobraue wurde im dritten Viertel mit einer Knieverletzung ausgewechselt.

Zwar kehrte der Olympiasieger von London nach einer Behandlungspause auf die Bank zurück, aber Trainer Monty Williams wollte keine Verschlimmerung der Verletzung riskieren und ließ seinen Top-Rookie auf der Bank.

New Orleans (19 Siege/37 Niederlagen) teilt sich mit den Sacramento Kings den vorletzten Platz im Westen.

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