Anthony Morrow wechselte 2012 von den New Jersey Nets zu den Atlanta Hawks © getty

Die Mavs tauschen Jones für Dreierspezialist Morrow. Ex-Coach Nelson hebt ihn auf eine Stufe mit Hall-of-Famer Chris Mullin.

Von Florian Pertsch

München - Dirk Nowitzki prophezeite es am Mittwoch.

Die Dallas Mavericks haben kein Interesse daran, den Salary Cap weiter zu strapazieren und werden maximal kleinere Trades tätigen.

Als sich die Hektik der Trading-Deadline gelegt hatte, war klar: "Dirkules" ist ein weiser Mann. (Sichern Sie sich Dirk Nowitzkis Trikot im SPORT1 Shop)

Marc Cuban verwandelte die Bank of Cuban in Fort Knox, hielt die Dollar beisammen und drehte nur minimal an den Stellschrauben der Mavs. (Die NBA LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM)

Nelson fädelt Deal ein

Trainer Rick Carlisle musste sich von Kettenhund Dahntay Jones trennen und bekam dafür Dreierspezialist Anthony Morrow (42,5 Prozent) von den Atlanta Hawks für die Playoff-Hatz zur Verfügung gestellt. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen)

Dallas' Sportdirektor Donnie Nelson fädelte den Deal ein und konnte sich dabei auf das fachmännische Urteil seines Vater Don Nelson verlassen.

Der ehemalige Mavs-Coach und Nowitzkis erster Trainer in der NBA betreute Morrow in seiner Rookie-Saison bei den Golden State Warriors und schwärmte seinem Sohn in den höchsten Tönen vor.

Nelson: Morrow wie Mullin

"Zusammen mit Chris Mullin ist er der beste Distanzschütze, den ich je trainiert habe", legte "Nellie" die Messlatte hoch.

Carlisle sieht es ähnlich und freut sich auf den Dreierspezialisten: "Er ist einer besten Schützen in der Liga, und man kann schließlich nie genug davon haben."

Gerade in den ersten beiden Jahren bei den Warriors belegte Morrow die Schilderungen der beiden Trainer auch mit Zahlen.

Wahnsinns-Quote im ersten Jahr

Der ungedraftete Guard (College: Georgia Tech) schloss sein Frischlingsjahr in der NBA mit einer Trefferquote von 46,7 Prozent (86 von 184 Würfen) jenseits der 7,24 Metern und belegte damit Rang eins in der Liga.

Angst vor großen Aufgaben scheint der 27-Jährige ebenfalls nicht zu haben, denn bei seinem ersten Spiel von Beginn an schenkte er den Los Angeles Clippers 37 Punkte und elf Rebounds ein.

Kein anderer Spieler, der ungedraftet in seine Rookie-Saison ging, erzielte jemals mehr Punkte.

Morrow schießt Mavs ab

Im Jahr darauf machten auch die Dallas Mavericks mit Morrows Fähigkeiten unliebsame Bekanntschaft.

Der 1,98 Meter große Schütze erzielte gegen Nowitzki und Co. seine Karrierebestleistung mit sechs Dreiern in einem Spiel.

Nach dem Engagement bei den Warriors und 11,5 Punkten im Schnitt ging es für North Carolinas "Mr. Basketball" des Jahres 2004 nach New Jersey.

Dreierquote wird schlechter

Bei den Nets punktete Morrow (Schnitt: 12,6) fleißig weiter, doch die Dreierquote ging in jedem seiner ersten vier NBA-Jahre nach unten (von 46,7 auf 37,1 Prozent).

Die letzte Station des neuen Maverick war Atlanta, wo er hinter Dreier-Spezialist Kyle Korver auf der Bank versauerte.

Hinzu kam eine Verletzung an der Hüfte, die ihn zusätzlich behinderte.( 678317 DIASHOW: Die Bilder der 17. Woche )

Morrow bedankt sich

Folglich sank der Punkteschnitt auf 5,2 Zähler, doch Carlisle macht sich keine Sorgen um die mangelnde Spielpraxis.

Für ihn zählt nur, dass er hinter O.J. Mayo und Vince Carter einen weiteren verlässlichen Schützen aufbieten kann, um das Duo zu entlasten.

Via "Twitter" freute sich Morrow über die große positive Rückmeldung vieler Mavs-Anhänger: "Danke für die ganzen Willkommens-Grüße. Ich freue mich auf die Energie im American Airlines Center. Ich bin total aufgeregt."

Vertrag bis zum Saisonende

Nelson zufrieden, Carlilse auch und Morrow frohlockt ebenfalls.

Sogar "Finanzminister" Cuban dürfte mit dem Geschäft zufrieden sein, denn Morrows Vertrag läuft wie Jones' Kontrakt am Ende der Saison aus und liegt mit vier Millionen Dollar nicht so viel höher als der des Vorgängers (2,9 Millionen).

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