Mark Cuban kaufte die Dallas Mavericks im Jahr 2000 für 285 Millionen Dollar von Ross Perot © getty

Mavs-Besitzer Cuban vermisst ein wenig die Trade-Hektik, hält aber trotzdem die Füße still. Nowitzki zieht seinen Boss auf.

Von Florian Pertsch

München - Ende Februar glühen in der NBA traditionell die Drähte, der Puls der General Manager ist per se etwas höher (Die NBA LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM).

Die Trading-Deadline steht vor der Tür, bis zum 21. Februar 14:01 Uhr amerikanischer Zeit können die letzten Tauschgeschäfte getätigt werden.

Vor einigen Wochen verkündete Mavericks-Besitzer Mark Cuban, die "Bank of Cuban" sei geöffnet, doch mit Ablauf der Tradefrist sieht es eher danach aus, als seien alle Mitarbeiter besagter Bank im Urlaub.

Cuban hält die Füße still

Es tut sich nichts - rein gar nichts - und Cuban verzichtet sogar darauf, einen anderen Eindruck zu erwecken.

"Wir haben nichts am laufen, nichts", erklärt der extrovertierte Mavs-Eigner und verweist auf einen generellen Trend:

"Es ist überraschend ruhig. Niemand ruft an, es gibt keine Angebote. Im Vergleich zu den letzten Jahren passiert wirklich wenig. Ein bisschen mehr Action wäre mir schon lieber."

Angst vor Mittelmaß

Was manche Fans als Abschenken der Saison werten, hat für Cuban trotz der schwachen Bilanz von 24 Siegen bei 29 Niederlagen einen anderen Grund (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

"Natürlich will ich gewinnen, aber auf der anderen Seite will ich nicht für die nächsten zehn Jahre im Mittelmaß versinken", schildert Cuban seine Beweggründe.

Denn eines ist für den schwerreichen Mavs-Besitzer klar: "Niemand wird mit uns irgendwelche hirnrissigen Trades machen."

Erklärung für die Passivität

Und auch die Mavs planen keine Trades, nur um irgendetwas zu machen ( 678317 DIASHOW: Die Bilder der 17. Woche ).

"Ständig gehe ich in Gedanken diese oder jene Variante durch. Würde dieser Spieler helfen, vielleicht doch ein anderer. Aber wenn man dann zu der Erkenntnis gelangt: Das ist kein Sieger-Team - dann verzichtet man besser auf einen Deal", begründet Cuban seine Passivität.

Folglich sind die Textnachrichten von Dirk Nowitzki an seinen Boss auch eher als Scherz zu werten (Sichern Sie sich Dirk Nowitzkis Trikot im SPORT1 Shop).

"Dirkules" nervte Cuban noch am Mittwoch mit der Nachricht: "Was zur Hölle machst du?"

Nowitzki zeigt Verständnis

Nach dem Spiel gegen Orlando zeigte der NBA-Champion von 2011 aber großes Verständnis für die Zurückhaltung seines Chefs.

"Die Luxussteuer wird im nächsten Jahr brutal. Ich glaube, viele Teams wollen im Moment finanzielle Handlungsfähigkeit", erklärte Nowitzki und sieht nur drei oder vier Teams ohne Sorgen:

"Brooklyn verfügt über viel Geld, New York und Los Angeles haben ihre TV-Verträge. Die müssen sich im Gegensatz zum Rest keine Gedanken um Geldstrafen machen. Kein anderer Besitzer wird blind Schecks ausfüllen."

Medienschelte von Carlisle

Dementsprechend gleichgültig betrachtet Trainer Rick Carlisle die Trading-Deadline.

"Nichts könnte mir mehr egal sein. Wir haben genau einmal einen großen Deal gemacht (2010 mit Washington, Anm. d Red.), der hat uns den Titel gebracht. Sonst passiert nie etwas", sagt Carlisle und verpasst den Medien einen Rüffel.

"Ihr berichtet ständig eine große Menge nichts. Ihr fragt euch, was die Spieler denken und wie sie sich fühlen. Ich sag es euch: Es ist ihnen egal, die sind erwachsen. Sie wissen, dass die NBA ein Geschäft ist."

"Kein Kracher verfügbar"

Unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen erwartet Nowitzki für die anstehende Playoff-Jagd auch keine Unterstützung durch neue Spieler.

"Wir werden unseren Salary Cap nicht weiter belasten und damit sind maximal ein paar kleinere Trades möglich. Aktuell ist kein Kracher auf dem Markt verfügbar, der uns sofort weiterhelfen würde. Ich gehe also davon aus, dass das Team bleibt wie es ist. Wir spielen die letzten 30 Spiele und werden sehen, was am Ende dabei heraus kommt."

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