P.J. Tucker droht nach seiner Alkoholfahrt Ärger
P.J. Tucker - 2006 von Toronto in der 2. Runde gedraftet - bestritt nur 17 Spiele für die Raptors © getty

In Deutschland "der beste Spieler", in Phoenix Rollenträger: Bei SPORT1 spricht P.J. Tucker über Bamberg und sein Jobprofil.

Von Dean Walle

Los Angeles - Vom Meisterheld in Bamberg zum Rollenträger in den Niederungen der NBA.

P.J. Tuckers hat sich zwar in der besten Liga der Welt durchgesetzt, steht aber in Phoenix nicht im Rampenlicht.

Der Small Forward startet zwar bei den Suns, ist aber mehr als Energizer gefragt denn als Scorer: 5,5 Punkte pro Partie erzielt er fürs derzeit schlechteste Team der Western Conference, das keinen Akteur zum All-Star Weekend entsenden durfte. (Die NBA LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM)

In der Beko BBL überragte P.J. Tucker in den Playoffs 2012 mit durchschnittlich 18,4 Zählern für die Brose Baskets, wurde nach der dritten Bamberger Meisterschaft in Folge zum Finals-MVP gewählt.

Im SPORT1-Interview spricht der 27-Jährige, der nach seinem ersten NBA-Gastspiel 2006 auch in Israel, Ukraine, Italien, Griechenland und Puerto Rico Station machte, über die Anforderungen in der NBA und die Unterschiede zu Europa.

Er schwärmt von Bambergs Fans und kann sich eine Rückkehr in die Beko BBL durchaus vorstellen.

SPORT1: Herr Tucker, wie war der Übergang für Sie von Bamberg zurück in die NBA?

P. J. Tucker: Echt gut. Wir sind ja Meister geworden, und die Bundesliga ist in Europa ganz klar auf dem Weg nach oben. Sie ist sehr professionell geführt und ist extrem gut organisiert. Es von dort wieder zurück in die NBA zu schaffen, ist natürlich fantastisch für mich. Ich habe mich schnell wieder an die NBA gewöhnt. Phoenix ist eine tolle Stadt. Und das Team hat mich gut aufgenommen.

SPORT1: Was ist für Sie persönlich der größte Unterschied zwischen dem Basketball in Europa und der NBA?

Tucker: Die Rolle im Team. In Deutschland war ich der beste Spieler der Liga, und hier bin ich nur ein Rollenspieler. Mein Job bei den Suns ist hauptsächlich, hart zu verteidigen und Rebounds zu holen. In Bamberg wurde von mir erwartet, dass ich Punkte sammle und die Spiel entscheidenden Aktionen mache. Das ist etwas ganz anderes.

SPORT1: Ist auch der Spielstil unterschiedlich?

Tucker: Auch das. Der europäische Basketball ist langsamer - viel langsamer - als der in der NBA.

SPORT1: Ist der europäische Basketball dafür körperlich härter?

Tucker: Ja und nein. Es wird zwar oft härter als in der NBA gespielt, aber die Spieler in der NBA sind größer, schneller und kräftiger ( 677435 DIASHOW: Die Bilder des All-Star Games 2013 ).

SPORT1: Wie bewerten Sie die erste Saisonhälfte ihrer Phoenix Suns?

Tucker: Wir spielen immer sehr gut mit, aber am Ende verlieren dann oft. Wir müssen konstanter werden und dürfen in der entscheidenden Phase weniger Fehler machen. Wir müssen uns da durchkämpfen, und dann werden wir auch mehr Spiele gewinnen (Sichern Sie sich Dirk Nowitzkis Trikot im SPORT1 Shop).

SPORT1: Wie können Sie persönlich dazu beitragen?

Tucker: Indem ich den besten Außenspieler verteidige, meine offenen Würfe treffe, dem Team Energie gebe und in den wichtigen Momenten die richtigen Entscheidungen treffe. Ich muss 100 Prozent geben. Dann kann ich mit meiner Energie die anderen im Team anstecken.

SPORT1: Offensiv läuft es in der NBA immer mehr auf ein Eins-gegen-Eins oder Zwei-gegen-Zwei hinaus, oder?

Tucker: Es kommt auf das Team an. Wenn man wie zum Beispiel die Clippers einen Chris Paul und Blake Griffin hat, macht es Sinn, Pick-and-Roll oder Eins-gegen-Eins zu spielen, da sie individuell einfach so stark sind. Dann stellt man seine Werfer auf die ballschwache Seite und ein Athlet wie DeAndre Jordan räumt am Ring auf. Hat man solche Spielertypen nicht, muss der Ball laufen.

SPORT1: Was ist außer den astronomischen Gehältern das Beste daran, in der NBA zu spielen?

Tucker: Du hast keine Zeit, dir ewig lange Gedanken über eine Niederlage zu machen. Es geht immer sofort weiter. Da musst du ein kurzes Gedächtnis haben. In Europa liegen zwischen den Spielen drei, vier oder sogar sieben Tage, in denen man ständig an die Niederlage erinnert wird (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

SPORT1: Was ist Ihnen aus ihrer Zeit in Deutschland am stärksten in Erinnerung geblieben?

Tucker: Ich hatte eine tolle Zeit in Deutschland. Die Fans in Bamberg waren verrückt. Die Stimmung habe ich geliebt. So etwas habe ich noch nie in meinem Leben gesehen. Nicht mal in meiner Zeit am College.

SPORT1: Verfolgen Sie noch ihr altes Team?

Tucker: Klar. Ich gucke mir ständig ihre Ergebnisse in der Euroleague und der Bundesliga an. Ich will, dass sie den Fourpeat schaffen.

SPORT1: Könnten Sie sich vorstellen, noch mal in der Beko BBL zu spielen?

Tucker: Auf jeden Fall. Wenn es eine gute Situation für mich ist, bin ich auf jeden Fall offen dafür.

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