Paul Pierce (r.) und Kevin Garnett sind gegen Denver entscheidende Figuren © getty

Ohne Rondo läuft es: Boston beendet Denvers Erfolgsserie. Die Clippers zerstören Melos Show. Popovich rührt Parkers MVP-Trommel.

Von Eric Böhm

München - Die Boston Celtics haben in einem Thriller die längste Siegesserie der NBA beendet und sich selbst zum heißesten Team gemacht.

Der Rekordmeister brachte den Denver Nuggets nach zuvor neun Siegen mit 118:114 (107:107, 99:99, 92:92, 50:46) nach dreimaliger Verlängerung wieder eine Niederlage bei.

Kapitän Paul Pierce (27 Punkte, 14 Rebounds, 14 Assists) war dank eines überragenden Triple-Doubles der Matchwinner beim siebten Celtics-Erfolg hintereinander (Die NBA LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM).

"Das ist es, was große Spieler machen. Ich wünschte, ich könnte sagen, es hat etwas mit mir zu tun. Ich habe aber nur wie alle Fans dagesessen und gehofft", sagte Coach Doc Rivers.

Terry lobt Oldie Garnett

Seit Rajon Rondos Kreuzbandriss ist Boston ungeschlagen und spielt seitdem mit einem unglaublichen Feuer. Kevin Garnett verbuchte 20 Zähler und 18 Rebounds (SERVICE: Die Tagesbesten).

"Ohne ihn wären wir nicht in die Verlängerung gekommen. KG ist 50 Jahre alt, hat es aber immer drauf", witzelte Jason Terry über das Alter (36) seines All-Star-Teamkollegen.

Der ehemalige Maverick selbst stellte dank 26 Zählern einen persönlichen Saisonrekord auf, traf den wichtigen Dreier zum 116:113 und stahl Andre Miller 35 Sekunden vor Schluss auch noch den Ball - die Abwehraktion des Spiels.

Pierce trifft eiskalt

Die Nuggets verfehlten in sämtlichen Overtime-Segmenten jeweils den siegbringenden Wurf. Miller verpasste kurz vor dem Ende die letzte Chance, und Terry setzte den Schlusspunkt.

Dass es überhaupt dazu kam, verdankten die Celtics Pierce, der in der zweiten Verlängerung hautnah bewacht per Dreier den Ausgleich schaffte ( 671572 DIASHOW: Die Bilder der 15. Woche ).

"Viele Leute zweifeln immer noch an uns, aber du darfst nicht spielen, um Leute zu beeindrucken. Für uns zählen nur die Siege - egal wie", betonte Jeff Green (17 Zähler).

Iguodala verletzt sich

Denvers Point Guard Ty Lawson kam auf 29 Punkte sowie neun Assists. Olympiasieger Andre Iguodala musste im dritten Viertel mit einer Zerrung passen.

Lawson hatte die aufopferungsvoll kämpfenden Nuggets 0,8 Sekunden vor Ende des vierten Abschnitts in die Verlängerung gerettet. Danilo Galinari (18 Zähler, 10 Rebounds) gelang ein Double-Double.

"Ich kann nicht glauben, dass dieses Team keinen All-Star hat. Das ist unbegreiflich. Lawson und Galinari hätten es verdient", meinte Garnett.

Rückspiel steht bevor

Die Celtics (27 Siege - 23 Niederlagen) machen als Siebter der Eastern Conference stetig Boden gut. Denver (33:19) fiel im Westen auf Rang fünf zurück (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Für die Gäste endete die längste Erfolgsserie seit fast sieben Jahren. In einer Woche können sie sich jedoch revanchieren. Dann kommt Boston in die Rocky Mountains.

"Es geht eigentlich nicht um moralische Siege, aber das war einer. Es hat sehr viel Spaß gemacht. Ich glaube, jeder ist jetzt sehr müde", meinte Miller.

SPORT1 fasst das weitere Geschehen in der NBA zusammen.

New York Knicks - Los Angeles Clippers 88:102

Die Los Angeles Clippers betrieben zwei Tage nach der 22-Punkte-Klatsche beim Meister Miami Heat (Bericht) eindrucksvoll Wiedergutmachung.

Beim Ost-Zweiten New York Knicks siegte das Team von All-Star-Spielmacher Chris Paul, der im zweiten Spiel nach seiner Verletzungspause 25 Punkte und sieben Assists beisteuerte, klar mit 102:88 (52:44).

"Es lief für mich heute deutlich besser, aber der entscheidende Faktor für uns war heute Grant Hill", lobte "CP3" seinen 40-jährigen Mitspieler.

Hill bremst Anthony

Bei den Knicks, die im 26. Heimspiel ihre siebte Niederlage kassierten, überragte Olympiasieger Carmelo Anthony mit 42 Zählern und acht Rebounds.

Doch im Schlussviertel verteidigte ihn Hill so gut, dass ihm nur noch ein Feldkorb bei zwei Würfen gelang. Mit einem 11:2-Run zum 82:75 stellten die Gäste die Zeichen auf Sieg.

Außer "Melo" kam nur Point Guard Raymond Felton (20) auf eine zweistellige Ausbeute. "Es stehen noch vier andere Jungs auf dem Court, die etwas beisteuern müssen", meckerte Anthony.

Brooklyn Nets - San Antonio Spurs 86:111

Tony Parker führte die San Antonio Spurs mit 29 Punkten und elf Assists zum problemlosen 111:86 (51:57)-Auswärtssieg bei den Brooklyn Nets.

Trotz einiger Verletzungsprobleme - Tim Duncan und Manu Ginobili fehlten nach wie vor - hielten die Texaner Brooklyn nach der Pause bei mickrigen 29 Zählern und blieben die beste Mannschaft der NBA (40:12).

"Ich denke, Tony sollte für jeden Award im Gespräch sein. Er gehört in dieser Saison zu den besten Spielern", rührte Trainer Gregg Popovich die MVP-Trommel für Parker.

Johnson sauer

Shooting Guard Joe Johnson verbuchte für die Nets 19 Punkte. Deron Williams (15) verlor das Spielmacher-Duell gegen Parker überdeutlich.

Nach dem 61:61-Ausgleich der Spurs verloren die Gastgeber (29:22) völlig den Faden, blieben aber Fünfter der Eastern Conference.

"Immer wenn Teams gegen uns einen Lauf bekommen, knacken wir ein. Wir müssten eigentlich eine Antwort geben, aber das ist nicht der Fall", kritisierte Johnson.

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