MVP James jagt Heat-Kollege Wade eine Bestmarke ab und stellt die Lakers vor unlösbare Probleme. Bryants Team wehrt sich lange.

[kaltura id="0_azeqqam5" class="full_size" title=""]

Von Eric Böhm

München/Miami - LeBron James hat seinen zahlreichen Meriten einen weiteren Rekord hinzugefügt (Die NBA LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM).

Beim 107:97 (53:53)-Erfolg seiner Miami Heat über die Los Angeles Lakers gelang es dem MVP, zum fünften Mal in Folge mindestens 30 Punkte zu erzielen.

Mit seinen 32 Zählern nahm er Mitspieler Dwyane Wade die Teambestmarke ab. Umso beeindruckender war James' Vorstellung, weil er meist auch noch Kobe Bryant verteidigte.

"Er lässt wahre Größe sehr einfach aussehen. Das darf man nicht als selbstverständlich hinnehmen", sagte Miamis Cheftrainer Erik Spoelstra.

James so stark wie nie

Die selten zuvor gesehene Effizienz macht James aktuell so stark wie nie. Bei seinem jüngsten Lauf wies er immer eine Wurfquote von 60 Prozent oder mehr auf.

Das gelang in der NBA-Historie zuvor nur Adrian Dantley und Moses Malone vor mehr als 30 Jahren. Die sieben Rebounds, vier Assists und drei Steals wären für andere Spieler herausragend - beim "King" ist das ein durchschnittlicher Abend.

"Sie haben zwei sensationelle Spieler, die regelmäßig Big Plays liefern. Wir alle wissen, wie gut LeBron ist", verneigte sich selbst Bryant ( 671572 DIASHOW: Die Bilder der 15. Woche ).

Respekt vor Lakers

Dabei zeigte die "Black Mamba" keineswegs eine schlechte Leistung. Der Routinier sammelte 28 Zähler sowie neun Assists.

Seine vor sich hin dümpelnden Lakers (24 Siege - 28 Niederlagen) präsentierten sich über weite Strecken gleichwertig. Dwight Howard und Steve Nash erzielten je 15 Punkte.

"Man konnte die besondere Atmosphäre in der Arena spüren. Ihre Bilanz ist egal. Das war ein Topspiel. Wir sind froh, dass wir ihre starken Phasen überstanden haben und uns durchgesetzt haben", betonte James.

Ballverluste sind ausschlaggebend

Wade steuerte 30 Punkte bei, Chris Bosh (12 Zähler, 11 Rebounds) gelang ein Double-Double, dennoch konnte sich der Titelverteidiger beim Showdown der Superstars erst in den Schlussminuten absetzen.

Vor allem die insgesamt acht Ballverluste im letzten Viertel besiegelten das Schicksal des Elften der Western Conference.

"Turnovers! Mehr muss ich nicht sagen. Trotzdem gebührt ihnen Respekt. Sie sind einfach verdammt gut", bilanzierte Lakers-Coach Mike D'Antoni.

Zu schnell für L.A.

Der Unterschied zwischen den als Topfavoriten gestarteten Mannschaften wurde in einer Sequenz im Schlussviertel deutlich.

Wade fing gedankenschnell einen Pass von Bryant ab, bediente im Fallen Bosh, der Norris Cole einsetzte. Nash konnte dem jungen Guard nicht folgen, der James einen spektakulären Alley-Oop servierte.

Kurz darauf machte Shane Battier mit seinem Dreier zum 100:90 den Sack zu. Den Lakers fehlt schlicht die Dynamik, um Teams wie Miami oder Oklahoma City im Zaum zu halten.

Es passt nicht

Trotz einer engagierten Vorstellung und vier Siegen auf dem zurückliegenden Auswärtstrip passt die namhafte Ansammlung nicht zueinander und zu D'Antonis Stil.

In den elf Minuten, die Bryant auf der Bank verbrachte, traf Howard all seine Würfe und verbuchte neun Punkte - in 30 Minuten mit Bryant warf er nur fünfmal.

"Wir hatten unsere Chancen, haben es aber verpasst, uns abzusetzen und zu viele Fehler gemacht. Also hatten wir es vermutlich nicht verdient", meinte Nash.

"Das komplette Paket"

Miami (34:14) baute durch den fünften Sieg in Folge seinen Vorsprung im Osten auf die New York Knicks aus (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Gegenwärtig fällt es schwer, einem Kontrahenten den Sieg in einer Best-of-Seven-Serie zuzutrauen. Der Meister kann jedes Tempo und jede Spielweise mitgehen.

Gegen L.A. dominierten die Heat bei Punkten aus Schnellangriffen (19:4), holten mehr Rebounds (38:29), gaben mehr Assists und trafen 13 von 14 Freiwürfen.

"Sie sind das komplette Paket. Wenn du sie schlagen willst, musst du fast perfekt sein", bestätigte Nash.

Weiterlesen