LeBron James (l.) stand seit 2005 immer im All-Star-Team der Eastern Conference © getty

Miamis MVP benötigt nur drei Viertel, um den Kaliforniern den Zahn zu ziehen. Chris Paul sieht beim Comeback ganz alt aus.

Von Eric Böhm

München/Miami - LeBron James hat seinem großartigen Lauf ein weiteres Kapitel hinzugefügt.

Der MVP führte die Miami Heat mit 30 Punkten zum lockeren 111:89 (62:50) im Topspiel gegen die Los Angeles Clippers (Die NBA LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM).

James knackte die 30er-Marke zum vierten Mal in Folge, obwohl er das gesamte letzte Viertel geschont wurde. 37 seiner vergangenen 47 Würfe verwandelte der "King".

"Er ist nicht von dieser Welt! Er ist nicht mehr der beste Basketballer des Planeten. Darüber ist er hinaus. Er ist irgendwo anders und phänomenal", schwärmte Dwyane Wade.

"Habe Vertrauen in meine Fähigkeiten"

In der Heat-Historie war bis dato nur ihm eine solche Serie über vier Partien gelungen. James' unheimliche Effizienz erreichte aber auch "The Flash" nie.

Der "King" benötigte nur 31 Minuten und elf Wurfversuche - das gelang ihm erstmals in seiner Karriere. In den vergangenen zehn NBA-Jahren gab es das überhaupt erst zum 13. Mal.

"Ich habe Vertrauen in meine Fähigkeiten und lasse das Spiel zu mir kommen. Ich spiele momentan einfach befreit auf", beschrieb James sein Erfolgsrezept ( 671572 DIASHOW: Die Bilder der 15. Woche ).

Bester Allrounder der NBA

Dazu kamen fast schon unterdurchschnittliche fünf Rebounds sowie sechs Assists. Im Heat-Trikot schaffte der zweimalige Olympiasieger nun schon 51 Partien mit mindestens 30, fünf und fünf.

Die nächsten beiden Spieler auf dieser Liste sind Kevin Durant und Kobe Bryant. Sie kommen im gleichen Zeitraum zusammen auf 38 solcher Auftritte.

"Wenn das Rampenlicht am hellsten scheint und das Popcorn fertig ist, legen unsere Jungs erst richtig los. Das ist eine große Qualität", sagte Coach Erik Spoelstra.

Nur ein ausgeglichenes Viertel

Das erhoffte hochklassige Spitzenspiel war der Ost-West-Gipfel aber nie. Dafür fehlte den Gästen an diesem Abend die Klasse.

Die Clippers, die erstmals auf ihre zuletzt verletzten Stars Blake Griffin, Chris Paul, Jamal Crawford und Chauncey Billups zurückgreifen konnten, hielten nur ein Viertel wirklich dagegen.

Danach dominierte der Titelverteidiger nach Belieben und führte im dritten Viertel bereits 78:54 - trotz des Fehlens von Chris Bosh sowie Ray Allen (beide Grippe).

"Das Spiel musst du schnell abhaken. Wir waren erstmals wieder vollzählig und deshalb noch etwas eingerostet. Wir müssen deutlich besser auftreten", bilanzierte Griffin.

Paul enttäuscht

Der All-Star, Jamal Crawford (beide 13 Punkte) und Center DeAndre Jordan (17) waren noch die auffälligsten Akteure (EXKLUSIV: Clippers-Star Crawford im Interview).

Paul (3 Zähler, 2 Assists) blieb beim 20-minütigen Comeback blass. Wegen einer Kniescheibenprellung hatte der Point Guard zuletzt neun Spiele pausiert

"Es ist eine schwierige Phase für uns. Wir hatten zu viel Respekt. Chris braucht die Kontrolle über das Spiel, physisch kann er das momentan nicht. Wir müssen uns durchbeißen", forderte Clippers-Trainer Vinny Del Negro.

Lakers warten

Neben James überzeugte bei den Heat das Guard-Duo Dwyane Wade (20 Zähler, 7 Assists) und Mario Chalmers (18 Punkte).

Neben der gewohnten athletischen Dominanz trafen die Gastgeber auch noch 15 Dreier. Noch im dritten Viertel kratzten sie an einer Wurfquote von 70 Prozent. Am Sonntag (ab 21.30 Uhr LIVESCORES) könnte gegen die Lakers der L.A.-Sweep perfekt gemacht werden.

Miami (33 Siege - 14 Niederlagen) verteidigte im Osten souverän die Spitze, die Gäste (35:17) sind im Westen Dritter (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

"Wir dürfen nicht den Kopf hängenlassen. Das ist ein sehr gutes Team, das heute fantastisch getroffen hat. LeBron, Mario und die anderen Jungs konnten sich meist zurücklehnen, da hätten wir aggressiver verteidigen müssen", sagte Paul.

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