Das Spurs-Dreigestirn Duncan, Parker und Ginobili (v.l.) spielt seit 2002 zusammen © getty

Coach Popovic verzichtet auf seine Stars und legt sich mit Liga an. Meister Miami zittert bis zum Schluss und dankt Allen.

Von Florian Pertsch

München - Der NBA-Champion Miami Heat hat das Spitzenspiel gegen die San Antonio Spurs knapp mit 105:100 (47:44) gewonnen.

Mit Ruhm bekleckerte sich das Team von Erick Spoelstra dabei allerdings nicht, denn die Gäste aus Texas schonten vier ihrer Starting-Five-Spieler: das Dreigestirn Tim Duncan, Tony Parker und Manu Ginobili sowie Danny Green.

San Antonio stand in Miami vor dem sechsten Auswärtsspiel in neun Tagen, was bei Trainer Gregg Popovic zur Entscheidung führte, die vier Spieler vorzeitig mit dem Flieger nach Hause zu schicken (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Popovic verteidigt Entscheidung

"Es wäre unklug gewesen, meine Jungs in dieses harte Spiel zu schicken. Sie sind schon etwas älter und nach dem langen Trip müde. Ich hoffe, wir haben dadurch genug Kraft gespart, um gegen Memphis mithalten zu können", hatte der Spurs-Coach bereits das nächste Heimspiel gegen die Grizzlies im Kopf.

Der Schachzug dürfte Konsequenzen haben, denn NBA-Boss David Stern stieß die Aktion übel auf ( 644718 DIASHOW: Die Bilder der 5. Woche ).

NBA-Boss Stern wütet

"Ich entschuldige mich bei allen NBA-Fans. Das war absolut inakzeptabel von den San Antonio Spurs und wird entsprechende Konsequenzen nach sich ziehen", schimpfte Stern mit Beginn des Spiels.

In Abwesenheit des Quartetts übernahm Gary Neal das Kommando und lieferte 20 Punkte und sieben Assists für die Texaner.

"Pop ist der Trainer der Spurs, er hat das Beste für den Klub gemacht", erklärte Neal die Pause der Starter.

King James schrammt am Triple-Double vorbei

Für den Meister der vergangenen Saison spielte LeBron James groß auf. Mit 23 Punkten, neun Rebounds und sieben Assists war der King bester Spieler Miamis.

"Popovic nimmt keine Spieler in den Kader, die nicht spielen können. Darum haben wir die Partie auch nicht auf die leichte Schulter genommen, und das Ergebnis zeigt: wir lagen richtig", resümierte der MVP der vergangenen Saison.

Chris Bosh erzielte mit 18 Zählern und 12 Rebounds ein Double-Double, Scharfschüze Ray Allen steuerte 20 Punkte zum Erfolg bei.

Allen behält die Nerven

Der Bankspieler und Ex-Celtic war es auch, der die Weichen für Miami auf Sieg stellte. 22 Sekunden vor Ende der Partie verwandelte Allen seinen einzigen Dreier des Spiels zum 100:98 und Miami gab die Führung nicht mehr ab.

Bei den unterlegenen Spurs wurde Parker von seinem französischen Landsmann Nando de Colo mit 15 Punkten, sechs Rebounds und fünf Assists achtbar vertreten.

Parkers Nationalmannschaftskollege war es auch, der bei den Heat alle Alarmglocken schrillen ließ, als er knapp fünf Minuten vor dem Ende die Sieben-Punkte-Führung zum 92:85 herstellte.

Heat zu Hause eine Macht

Tiago Splitter verpasste mit 18 Punkten und neun Rebounds knapp ein Double-Double.

Durch die Niederlage bleiben die Spurs in der Western Conference mit 13 Siegen aus 17 Spielen weiter auf Rang zwei hinter den Memphis Grizzlies.

Miami führt die Eastern Conference mit einer Bilanz von elf Siegen bei drei Niederlagen an und ist vor eigenem Publikum weiter ungeschlagen (7:0).

SPORT1 fasst weitere Partien aus der NBA zusammen:

Golden State Warriors - Denver Nuggets 106:105 (51:60)

Beim Gastspiel der Denver Nuggets bei den Golden State Warriors brauchte es einen sehr genauen Blick der Schiedsrichter, um den Sieger zu ermitteln.

Beim Stand von 105:106 bekam Denvers Andre Iguodala 3,4 Sekunden vor dem Ende den Pass zum Dreipunktwurf, versenkte den Schuss mit der Sirene und war doch der Verlierer.

Die Referees zogen den Videobeweis heran und erklärten den Wurf für ungültig, womit es beim 106:105 (51:60)-Sieg für Golden State blieb.

Curry mit Double-Double

Bester Spieler der Warriors war Forward David Lee, der 31 Punkte, neun Rebounds und sechs Assists ablieferte.

Stephen Curry erzielte mit 20 Punkten und zehn Assists ein Double-Double.

Neben Top-Scorer Iguodala (22 Punkte) überzeugte bei den Nuggets Danilo Gallinari mit 20 Punkten und neun Rebounds.

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