Dallas' Dominique Jones, zum zweiten Mal Starter, kam auf 5 Assists bei einem Turnover © getty

Ohne Nowitzki ist Dallas in Chicago chancenlos und rutscht weiter ab. Collison muss passen, Ersatz kommt aus dem Ruhestand.

Von Michael Spandern

München - Die Dallas Mavericks stecken in einer handfesten Krise und drohen bis zur Rückkehr von Dirk Nowitzki den Anschluss an die Playoff-Plätze zu verpassen.

In Chicago kassierte der Meister von 2011 die dritte Pleite in Folge, das 78:101 (42:58) bedeutete die achte Niederlage aus den letzten elf Partien.

Dadurch rutschten die Mavs, die frühestens Mitte Dezember wieder auf den rekonvaleszenten Dirkules setzen können, auf Platz 11 im Westen. Und nach dem Heimspiel gegen Detroit in der Nacht auf Sonntag (ab 3 Uhr LIVESCORES) stehen mit den L.A. Clippers, Phoenix und Houston auswärts drei hohe Hürden an. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen)

Bulls können sich auf Europäer verlassen

Bei den Bulls, deren Superstar Derrick Rose nach einem Kreuzbandriss ebenfalls außer Gefecht ist, schrammte Dallas nur knapp an der höchsten Saisonpleite vorbei, da die Gastgeber bei 29 Punkten Vorsprung im Schlussabschnitt einen Gang herausnahmen.

Der englische Nationalspieler Luol Deng (22 Punkte) und der französische Center-Derwisch Joakim Noah (13 Zähler, 10 Rebonds, 5 Assists) zeigten den Mavs klar ihre Grenzen auf.

Nur Altstar Shawn Marion, der mit 18 Zählern seinen Saisonbestwert aufstellte, hielt mit mehr als zehn Punkten dagegen. Der ehemalige DBB-Center Chris Kaman verbuchte zwar wie Dominique Jones und Vince Carter zehn Zähler, traf aber nur vier seiner vierzehn Feldwürfe und begnügte sich mit vier Rebounds. ( 644718 DIASHOW: Die Bilder der 5. Woche )

Collison außer Gefecht

Einen Tag nach dem 98:100 in Philadelphia (Bericht) kamen die Mavs nach einem 21:15-Start im zweiten Viertel komplett aus dem Tritt.

"Sie haben die Führung übernommen, und unsere Reaktion darauf war nicht gut", grantelte Trainer Rick Carlisle angesichts des 18:2-Runs der Bulls. "Dafür gibt es keine Entschuldigungen."

Auch nicht, dass der kriselnde Spielmacher Darren Collison - zuletzt nicht mehr in der Startfünf ? wegen einer Verstauchung des rechten Mittelfingers passen musste. Jones teilte sich den Playmaker-Job mit Rodrigue Beaubois, der zuletzt in Philly und auch beim letzten Sieg gegen New York überhaupt nicht auf dem Feld stand.

Oldie Fisher geht in seine 17. Saison

Dass Carlisles Vertrauen in die Beiden stark begrenzt ist, belegt die Tatsache, dass er am Mittwochabend die Gerüchte bestätigte, dass Derek Fisher zu den Mavs stößt.

Der 38-Jährige, zuletzt bei den Oklahoma City Thunder aktiv, kehrt aus dem Ruhestand zurück. Über die Details des Vertrags, auf den sich Fisher und die Mavs einigten, wurde zunächst nichts bekannt.

Fisher, der fünfmal Meister mit den Los Angeles Lakers wurde und 2012 mit Oklahoma City bis ins Finale vorstieß, geht somit in seine 17. Saison. In den diesjährigen Playoffs steuerte er immerhin noch 6,3 Punkte und 1,3 Assists pro Partie für die Thunder bei.

Erneut unterlegen an den Brettern

"Momentan ist der Spielaufbau eine Herausforderung für uns", umschrieb Carlisle die Probleme, die Neuzugang Collison nach ordentlichem Saisonstart hatte.

In den vergangenen sieben Spielen traf er nur 35 Prozent seiner Würfe und leistete sich durchschnittlich drei Ballverluste.

Die Mängel der Mavericks liegen aber auch beim Einsatz. "Wir müssen uns umeinander kümmern und darum, gemeinsam Härte an den Tag zu legen" forderte Carlisle, dessen Team das Rebound-Duell mit 30:44 verlor.

Chicagos Reservisten leisten ihren Beitrag

Zwar verkürzten die Gäste den Rückstand im dritten Viertel mal auf sechs Punkte, doch Chicago antwortete mit einem Zwischenspurt zum 77:56.

Mit Nate Robinson (14), Jimmy Butler (13) und Marco Belinelli (11) punkteten gleich drei Reserve-"Bullen" zweistellig.

"Die Bank war großartig", sagte Coach Tom Thibodeau, dessen Team mit nun jeweils sieben Siegen und Niederlagen Achter im Osten ist. "Wir haben jeden gebraucht."

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