Marion (r.) ist mit 7,7 Rebounds im Schnitt der beste Maverick unter den Brettern © getty

Trainer Rick Carlisle stolpert über das Jones-Experiment, seine Spieler über ihre schwachen Nerven im vierten Viertel.

Von Florian Pertsch

München/Philadelphia - Die Dallas Mavericks haben auch gegen die Philadelphia 76ers verloren und damit die zweite Niederlage in Folge kassiert.

Ohne den weiter verletzten Superstar Dirk Nowitzki unterlag der NBA-Champion von 2011 nach hartem Kampf knapp mit 98:100 (56:53).

Durch die Pleite weist Dallas aktuell eine negative Bilanz mit sieben Siegen bei acht Niederlagen auf und belegen in der Western Conference den zehnten Rang (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Aufholjagd wird nicht belohnt

Zwar konnten die Mavs einen Zehn-Punkte-Rückstand im letzten Viertel aufholen, doch Jae Crowder vergab den letzen Wurf zum Sieg kurz vor Ertönen der Schlusssirene.

"Für die Moral war unsere Aufholjagd gut, doch wir sind besser als das Ergebnis", erklärte ein frustrierter O.J. Mayo, der auf elf Punkte und sieben Assists kam.

Zuvor versagten dem Neuzugang die Nerven an der Freiwurflinie, denn mit 2,7 Sekunden auf der Uhr bekam der Guard zwei Würfe zugesprochen.

Crowder verpasst Buzzer-Beater

Der Topscorer der Mavs setzte den ersten Schuss auf den Ring und verwarf den zweiten Versuch absichtlich, damit Crowder zu seiner nicht genutzten Chance kam.

Soweit hätte es aber gar nicht erst kommen müssen, denn wieder einmal waren die Turnover spät im Spiel der entscheidende Faktor ( 644718 DIASHOW: Die Bilder der 5. Woche )..

Nach nur sieben Ballverlusten in den ersten drei Abschnitten, leisteten sich die Mavs gleich acht in den letzten zwölf Minuten - fünf davon in Folge, Mitte des letzten Viertels.

Carlisle beklagt die Turnover

"Die Ballverluste kamen zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt und waren auf die gesamte Spielzeit gesehen sehr überraschend", zeigte sich Coach Rick Carlisle etwas verzweifelt: "Wir müssen diese Fehler abstellen. Das sind die entscheidenden Situation in solch engen Spielen."

Doch nicht nur den Mavs-Spielern unterliefen entscheidende Fehler.

Denn Trainer Carlisle verzichtete gegen die 76ers auf Darren Collison (12 Punkte) in der Startformation und setzte auf Dominque Jones (2 Punkte), der die Verteidigung zu Beginn des Spiels stärken sollte.

Jones-Experiment geht schief

Nach sieben verwandelten Würfen Philadelphias zum Auftakt war das Experiment aber schnell wieder beendet.

Mavs-Boss Mark Cuban stärkte dem Meister-Coach nach dem misslungen Schachzug jedoch den Rücken.

"Wir werden solange umstellen, bis wir eine Aufstellung gefunden haben, die verteidigen will. Das Team spielt im Moment einfach keine gute Defense", kritisierte der extrovertierte Klubeigner.

Traurige Rückkehr für Brand

Für Elton Brand geriet die Rückkehr nach Philly trotz seiner 17 Punkte und acht Rebounds zu einem grauenhaften Tag.

"Wir haben den Fans sicher eine gute Show geboten, aber zufrieden können wir mit dem Ergebnis natürlich nicht sein", erklärte der Ex-76er, der nach der letzten Saison durch die Entsorgungs-Klausel in Dallas landete.

Bester Werfer der Mavs war Center Chris Kaman mit 20 Punkten, das Duo Shawn Marion und Vince Carter kam jeweils auf 17 Zähler und acht Rebounds.

Bei den 76ers sorgten Thaddeus Young mit 20 Punkten und sieben Rebounds sowie Evan Turner mit 22 Zählern für den Erfolg.

"Jrue war sensationell"

Unterstützt wurden sie von Jrue Holiday, der 18 Punkte und sieben Assists auflegte und von Young ein Sonderlob erhielt.

"Jrue war sensationell, er ist sehr wichtig für uns. Er macht jedes Jahr Fortschritte und ist ein wichtiger Baustein des Teams", lobte der Forward Phillys den Guard.

Dallas steht damit weiterhin bei zwei mageren Auswärtssiegen aus sieben Spielen, bekommt aber bereits in Chicago (Do., ab 2 Uhr LIVESCORES) die Chance, diese Bilanz etwas aufzupäppeln.

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