Durant (r.) liegt mit aktuell 9,2 Rebounds und 4,5 Assists deutlich über dem Karriereschnitt © getty

Oklahoma stoppt den Aufschwung Charlottes. Die Bulls blamieren sich gegen Milwaukee. San Antonio verlässt sich auf seine Bank.

Von Florian Pertsch

München - Der Höhenflug der Charlotte Bobcats mit sechs Siegen in den letzten acht Spielen hat in Oklahoma City mit der höchsten Niederlage der Klubgeschichte ein jähes Ende gefunden.

Der NBA-Vizemeister deklassierte das Team von Besitzer Michael Jordan mit 114:69 und lag bereits zur Halbzeit mit 40 Punkten (64:24) in Front. Es war der fünfthöchste Pausenvorsprung seit Einführung der Shotclock in der NBA.

Letztlich kann der Endstand noch als gnädig bezeichnet werden, da die Thunder Mitte des dritten Viertels mit 82:29 in vorne lagen ( 641649 DIASHOW: Die Bilder der 4. Woche ) und ihre Stars am Ende schonten.

"Wir wurden vorgeführt"

"Wir bekamen keine guten Würfe und wurden am Brett geschlagen. Wir wurden in allen Aspekten des Spiels vorgeführt", wetterte Bobcats-Center Brendan Haywood.

Kevin Durant begnügte sich für das beste Team der Northwest Division mit 18 Punkten und vier Blocks, Russell Westbrook kam auf zwölf Zähler und elf Assists.

Thabeet erzielt Double-Double

Der Point Guard wollte die Leistung des Teams und sein Double-Double aber nicht überbewerten: "Das ist ein gutes Team, das schon einige Spiele in dieser Saison gewonnen hat. Wir haben einfach unseren Job gemacht."

Bankspieler Hasheem Thabeet war ebenfalls gut drauf und erzielte dank der vermehrten Spielzeit im letzten Viertel mit 13 Punkten und zehn Rebounds ein Double-Double (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

"Wir haben gnadenlos versagt"

Für die hilflosen Bobcats traf lediglich Jeffrey Taylor mit zehn Punkten zweistellig. Starspieler Kemba Walker blieb gegen die Thunder sogar ohne Korberfolg.

Charlottes Coach Mike Dunlap war trotz der historischen Pleite nicht nach schimpfen zumute: "Wir wusste, dass OKC ein harter Test für uns werden würde. Wir haben gnadenlos versagt, aber es kommen auch wieder bessere Spiele."

SPORT1 fasst das weitere Geschehen aus der NBA zusammen:

Chicago Bulls - Milwaukee Bucks 92:93

In Chicago mussten die Bulls den nächsten bitteren Rückschlag hinnehmen.

Das Team aus der "Windy City" verlor gegen die Milwaukee Bucks vor eigenem Publikum mit 92:93 (50:40) und das, obwohl sie in der zweiten Hälfte bereits mit 27 Punkten in Führung lagen.

"Wir haben einfach schrecklich gespielt", ärgerte sich Bulls-Forward Luol Deng über die Leistung.

Bei Milwaukee dominierten die Bankspieler, die die letzten 40 Punkte der Bucks im Spiel erzielten und den Sieg mit einem 19:2-Lauf zum Start des letzten Viertels auf den Weg brachten.

Ilyasova dominiert Schlussviertel

"Nein, ich habe nicht daran gedacht, die Starter zurück in die Partie zu bringen. Die Jungs auf dem Feld haben viel Druck gemacht und waren stark im Fastbreak", erklärte Bucks-Trainer Scott Skiles, der von 2003-2007 an der Seitenlinie der Bulls stand.

Bester Werfer war Forward Ersan Ilyasova mit 18 Punkten, davon 14 im letzten Abschnitt.

Hamiltons Gala ist bedeutungslos

Bei Chicago konnte Richard Hamilton trotz seiner 30 Punkte die Niederlage nicht verhindern. Carlos Boozer kam mit 16 Zählern und elf Rebounds auf ein Double-Double.

Die Niederlage schob Trainer Tim Thibodeau der mangelnden Einstellung seiner Truppe zu: "Wir sind mit der Führung viel zu fahrlässig umgegangen, das Spiel hat sich in vier, fünf Minuten gedreht", grummelte Chicagos Chef.

Washington Wizards - San Antonio Spurs 92:118

Den San Antonio Spurs war die zweifache Verlängerung am Abend zuvor gegen Toronto in Washington nicht anzumerken.

Die Texaner fegten die Wizards mit 118:92 (60:48) vom Feld, wodurch das Hauptstadteam mit einer Bilanz von null Siegen bei zwölf Niederlagen weiter das schlechteste Team der NBA bleibt.

Spurs als ultimatives Vorbild

Washingtons Trainer Randy Wittman machte das Beste aus der bitteren Pleite und nahm sich San Antonio als Vorbild: "Ich hoffe, irgendwann spielen wir auch einmal so. Sie haben uns heute wirklich aufgearbeitet."

Für die Spurs, die weiterhin das beste Team (12:3) der gesamten Liga sind, übernahmen die Bankspieler das Kommando, bester Mann war Tiago Splitter mit 18 Punkten, zwölf Rebounds und sieben Assists (STATISTIK: Die Tagesbesten der NBA).

Die Starting Five von Trainer Gregg Popovich stand gegen Washington nicht länger als 26 Minuten auf dem Court.

Kein Problem mit weniger Spielzeit

Tim Duncan, der trotz angezogener Handbremse 14 Punkte ablieferte, war mit der verringerten Einsatzzeit absolut zufrieden.

"Nach dem Toronto-Spiel war uns klar, dass wir eine kleine Pause brauchen. Darum haben wir einen kleinen Vorsprung herausgespielt und im Anschluss haben die Jungs von der Bank das Spiel heimgebracht", erklärte der 36-jährige Routinier.

Für die Wizards kam Bankspieler Jordan Crawford auf 19 Zähler, Kevin Seraphin brachte es auf 18 Punkte und sieben Rebounds.

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