Rajon Rondo (l.) war bereits 2011/2012 bester Passgeber der NBA © getty

Der Serientäter führt Boston im Auswärtsthriller zum Erfolg und schiebt sich endgültig unter die besten Vorarbeiter aller Zeiten.

Von Eric Böhm

München/Orlando - Die Boston Celtics haben erneut ihre Abgezocktheit und Nervenstärke unter Beweis gestellt.

Bei den Orlando Magic holte der Rekordmeister im letzten Viertel einen Rückstand auf und setzte sich noch mit 116:110 (102:102, 58:48) nach Verlängerung durch.

Der herausragende Point Guard Rajon Rondo (15 Punkte, 16 Assists, 9 Rebounds) verpasste nur hauchdünn ein Triple-Double ( 641649 DIASHOW: Die Bilder der 4. Woche ).

"Es war wichtig, nach dem Sieg gegen Oklahoma City nachzulegen. Wir hatten am Ende mehr zuzusetzen", freute sich Rondo.

Jagd auf Magic

Zum 37. Mal in Folge lieferte er mindestens zehn Vorlagen und zog so mit Legende John Stockton gleich. Nur Magic Johnson (46 Partien) liegt noch vor dem grünen Zauberer.

Der dreimalige All-Star spielt eine fantastische Saison und ist aktuell der einzige NBA-Akteur mit einer zweistelligen Assist-Quote.

Gegen Orlando leitete er die letzten vier Treffer der Celtics im vierten Abschnitt direkt ein und war so für den furiosen Endspurt hauptverantwortlich.

"Es ist für mich der beste Passer der Liga. Außerdem arbeitet er in der Defensive sehr hart und streut wichtige Punkte ein", lobte Kevin Garnett.

Veteranen drehen auf

Der Routinier brachte die Celtics mit sechs seiner 24 Zähler in der Endphase - jeweils auf Rondo-Pässe - noch in die Verlängerung.

Dort gelang Kapitän Paul Pierce (23 Punkte) der wichtige Dreier zur 111:108-Führung. Rondo sorgte kurz darauf mit einem unwiderstehlichen Korbleger für wichtigen Spielraum.

Der Krach mit KG, Pierce, Ray Allen und Coach Doc Rivers während der vergangenen Saison ist ebenso wie die Trade-Gerüchte längst kein Thema mehr.

Lob von Rivers

"Rajzilla" lenkt sein Temperament inzwischen in die richtigen Bahnen und ist auch verbal zu einer Führungspersönlichkeit gereift.

"Das war ein Prozess für ihn. Von seinen Qualitäten waren wir ohnehin immer überzeugt. Er hat seine Emotionen unter Kontrolle, ohne seine Aggressivität verloren zu haben", bestätigte Rivers.

Nach einem holprigen Saisonstart scheinen die Celtics (acht Siege - sechs Niederlagen) unter seiner Führung langsam in die Spur zu kommen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Alternativen machen auf sich aufmerksam

Mit Ex-Maverick Jason Terry in der Startformation kommen die anderen Guard-Neuzugänge Courtney Lee und Leandro Barbosa nun von der Bank und stehen weniger unter Druck.

Der Brasilianer lieferte bei den Magic eine starke Leistung ab. In nur elf Minuten markierte Barbosa 15 Punkte.

Rookie Jared Sullinger und der nach Herzproblemen wieder genesene Jeff Green sind gute Alternativen unter den Körben.

Verteidigung schwächelt noch

Lediglich die Defensive und vor allem die schwache Rebound-Arbeit machen Rivers noch Kopfschmerzen. Das hätte sich auch in Orlando fast gerächt.

"Wir haben heute nicht besonders gut gearbeitet. Dann trotzdem zu gewinnen, ist aber auch eine Qualität. Es steckt aber noch viel Potenzial im Team", schränkte Rivers ein.

Garnett macht sich keine Sorgen: "So lange Doc hier ist, bleiben wir ein Defensivteam, das punkten kann."

Jugend plagt Orlando

Die kampfstarken Magic ließen dagegen erneut einen Big Point gegen ein namhaftes Team der Eastern Conference liegen.

Scharfschütze J.J. Redick war mit 21 Punkten ihr bester Scorer. Der starke Aufbauspieler Jameer Nelson (20) verpasste 15 Sekunden vor Schluss den möglichen 111:111-Ausgleich.

"Wir haben gut gespielt. Der Unterschied war das Alter. Sie sind sehr erfahren, wir sehr jung. Aus diesen Duellen müssen wir lernen", bilanzierte Nelson.

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