Kobe Bryant (l.) führte die Lakers bisher zu fünf NBA-Meisterschaften © getty

Ohne Nowitzki werden die Mavs von den Stars aus L.A. überrannt. Kaman geht unter. World Peace' Dreiershow unterstützt Bryant.

Von Eric Böhm

München/Dallas - Die Dallas Mavericks haben vor heimischer Kulisse einen kapitalen K.o. erlitten.

Der Meister von 2011 kam ohne den nach wie vor verletzten Dirk Nowitzki (Reha nach Knie-OP) gegen die Los Angeles Lakers mit 89:115 (38:65) heftig unter die Räder.

Die siebte Saisonniederlage im 14. Spiel war gleichzeitig die höchste Saisonpleite. Vor allem die desaströse erste Hälfte schockierte ( 641649 DIASHOW: Die Bilder der 4. Woche ).

"Wir wissen, dass Dirk noch einige Zeit braucht, aber das darf keine Entschuldigung für diese Leistung sein. Als wir zu Saisonbeginn vier Siege aus den ersten fünf Spielen geholt hatten, war es auch kein Problem", wiegelte Coach Rick Carlisle ab.

Qualität fehlt

Nowitzki wird wohl in zwei Wochen das Balltraining aufnehmen und frühestens Mitte Dezember sein Comeback feiern können (BERICHT: Nowitzki scharrt mit den Hufen).

Gegen die Lakers wurde auch dem letzten Beobachter klar, dass der Truppe in der jetzigen Zusammensetzung die Qualität für einen vorderen Platz in der Western Conference fehlt.

Der bisher so starke Neuzugang O.J. Mayo (13 Punkte) wurde von den Lakers immer wieder zu schweren Würfen gezwungen und traf nur fünf seiner 15 Versuche.

"Oh Mann, ihre Abwehr hat es mir sehr schwer gemacht, aber viele Würfe habe ich auch freistehend verpasst", haderte Mayo.

World Peace dreht auf

Da auch Point Guard Darren Collison (1 von 10 aus dem Feld) und Ex-Nationalspieler Chris Kaman (6 Fouls, 4 Punkte) abgemeldet waren, lief in Carlisles Angriff von Beginn an nichts.

Die Lakers zeigten im vierten Spiel unter Coach Mike D'Antoni dagegen endlich ihre vor der Saison gerühmte Kadertiefe. Bevor NBA-Topscorer Kobe Bryant seinen ersten Wurf nahm, hatten sie schon 36 Zähler auf dem Konto.

Metta World Peace befeuerte den Blitzstart mit drei schnellen Dreiern. Insgesamt versenkte der Flügelspieler fünf seiner sieben Distanzwürfe.

"Metta hat großartig gespielt. Wir sind so kraftvoll aufgetreten und haben den Ball hervorragend bewegt, da müsste er eigentlich immer zehn Dreier bekommen", lobte D'Antoni.

Fast perfekte erste Hälfte

Der Routinier markierte die ersten zehn Lakers-Punkte und hatte 16 seiner 19 Zähler schon nach dem ersten Viertel zu buche stehen.

"Er hat sie in Abwehr und Angriff in Schwung gebracht. Sie haben uns beherrscht. Wir haben unseren Plan nicht gut umgesetzt", ärgerte sich Carlisle.

Sixth Man Antawn Jamison steuerte für die Gäste 19 Punkte und 15 Rebounds bei. Den Schlusspunkt unter ihre nahezu perfekte erste Hälfte setzte dann Bryant (19 Zähler) - natürlich ebenfalls per Dreier.

Historischer Triumph

Bereits zur Pause war klar, dass der 16-malige Champion seinen ersten Auswärtssieg im fünften Spiel landen und den schwächsten Start in der Fremde seit 1993 vermeiden würde (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Am Ende sprang der höchste Erfolg in Dallas seit Februar 1996 heraus - Bryant stieß erst ein halbes Jahr später zum Team.

Center Dwight Howard sammelte zwar nur 15 Punkte, entnervte die Mavs aber mit fünf Steals, zwei Blocks und unzähligen starken Abwehraktionen. Selbst der zuletzt abgestrafte Pau Gasol (Bericht) zeigte sich dank 13 Zählern und neun Rebounds wieder formverbessert.

Abwehr bleibt grottenschlecht

Bei den Gastgebern war dagegen große Ernüchterung zu spüren. Ihre besten Schützen waren Vince Carter (16) und Rookie Jae Crowder (15).

Die Abwehr blieb erneut den Beweis gehobener NBA-Klasse schuldig. Der gewaltige Rebound-Nachteil (39:61) und die Wurfquote der Kalifornier (fast 49 Prozent) sprachen eine deutliche Sprache.

Egal welche Formation Carlisle auch wählt, Kaman, Elton Brand, Brandan Wright und Co. fehlt die Aggressivität und Physis unter den Körben. Außen stehen zu oft die gegnerischen Schützen frei.

Nur drei Teams geben im Schnitt mehr Punkte pro Partie als die Mavericks (100,6). "So kannst du auf Dauer nicht erfolgreich sein", bestätigte Carlisle.

Zeit zum Wundenlecken bleibt bis Dienstag. Denn in der Nacht auf Mittwoch steht die Auswärtspartie bei den Philadelphia 76ers auf dem Programm (ab 1 Uhr LIVESCORES).

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