Jeremy Lin (l.) bekam vor der Saison einen Dreijahresvertrag in Houston © getty

Der Point Guard verpasst seinen Ex-Kollegen mit den Rockets eine Klatsche. Harden überragt. Die Celtics stoppen Durants Thunder.

Von Eric Böhm

München - So hatte sich das ehemalige Phänomen das vorgestellt: Jeremy Lin hat seinem ehemaligen Team eine deftige Klatsche verpasst.

Die New York Knicks kassierten bei den Houston Rockets mit ihrem ehemaligen Point Guard eine überdeutliche 103:131 (57:72)-Niederlage ( 641649 DIASHOW: Die Bilder der 4. Woche ).

Die Entdeckung der vergangenen Saison zeigte im Rockets-Trikot mit 13 Punkten eine gute Leistung. Die Matchwinner waren jedoch Olympiasieger James Harden (33 Zähler, 9 Assists) und Chandler Parsons (31 Punkte).

"Ich versuche hier nicht, den Lauf aus New York zu wiederholen. Ich will ein konstanter Spieler werden und mein Potenzial ausschöpfen", sagte Lin.

Lin tritt nicht nach

Im Februar hatte "Linsanity" den "Big Apple" erfasst. Damals gelangen Lin in neun von zehn Spielen mindestens 20 Punkte und er verzückte die Metropole bis ihn eine Meniskusverletzung stoppte.

Im Sommer entschieden sich die Knicks nicht mit dem 25-Millionen-Angebot der Rockets gleichzuziehen und ließen ihn gehen.

"Damit habe ich schon längst meinen Frieden geschlossen. Ich bin sehr glücklich in Houston", wollte der 24-Jährige nicht nachtreten.

Lob für Harden

Bei seinem neuen, alten Team - die Rockets hatten ihn im Dezember 2011 entlassen - ist er mehr Ballverteiler, denn Harden ist die erste Option im Angriff.

Der Neuzugang aus Oklahoma City spielt bisher eine grandiose Saison und war von den Knicks nie unter Kontrolle zu bringen.

"James ist unglaublich explosiv, bringt aber gleichzeitig eine sehr gute Übersicht mit. Es macht Spaß, mit ihm zu spielen", lobte Lin.

Defensive schwächelt

Die Rockets stellten Saisonbestmarken für Punkte zur Halbzeit und am Spielende auf. Lins Dreier zum 94:73 brachte im dritten Viertel die Vorentscheidung.

"Sie haben uns auf jede erdenkliche Weise geschlagen. Das geht auf mein Konto. Wir waren nicht bereit für sie", ärgerte sich Coach Mike Woodson.

Da halfen den Knicks auch 37 Zähler von All-Star Carmelo Anthony nicht. In der Defensive hapert es. Bei allen drei Saisonniederlagen gaben sie mindestens 105 Punkte ab (STATISTIK: Die Tagesbesten der NBA).

"Wir haben unsere Bilanz weil wir gut verteidigt haben. Wenn wir nur versuchen, mehr Punkte als die Gegner zu machen, reicht das nicht", haderte Woodson.

McHale fehlt weiter

Houston - Coach Kevin McHale fehlt nach wie vor wegen personeller Probleme - gewann bereits zum sechsten Mal in Folge gegen die Knicks (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Center Ömer Asik lieferte mit 18 Punkten und 14 Rebounds ein starkes Double-Double. McHales Vertreter Kelvin Sampson hob jedoch Parsons heraus.

"Chandler ist einfach ein Gewinner. Er hat zur Zeit einen sehr guten Lauf", lobte der Interimschef.

SPORT1 fasst das weitere Geschehen aus der NBA zusammen:

Boston Celtics - Oklahoma City Thunder 108:100

Die Boston Celtics schlugen Vize-Meister Oklahoma City Thunder 108:100 (48:45).

Kapitän Paul Pierce erzielte 22 seiner 27 Punkte nach der Pause und verhalf Boston so zum Heimsieg. Ex-Maverick Jason Terry steuerte 16 Zähler bei.

"Paul ist einer der kräftigsten Spieler. Du traust ihm oft nicht zu, dass er an dir vorbeizieht oder zum Wurf kommt. Er hat einfach den richtigen Instinkt", sagte Thunder-Trainer Scott Brooks.

Durant vergibt Ausgleich

Rajon Rondo gab 16 Assists. Es war sein 36. Spiel in Folge mit mindestens zehn Vorlagen. Nur die Legenden John Stockton (37) und Magic Johnson (46) schafften jemals längere Serien.

Bei den Thunder überzeugten einmal mehr Kevin Durant (29 Punkte) und Russell Westbrook (26). Durant verpasste jedoch innerhalb der letzten zwei Minuten per Dreier den Ausgleich.

"Das ist für uns sehr wichtig. Nach so einem Sieg kannst du in den Spiegel schauen. Wir können jedes Spitzenteam schlagen", freute sich Pierce.

Brooklyn Nets - Los Angeles Clippers 86:76

Die Brooklyn Nets schlugen die Los Angeles Clippers 86:76 (40:47). In der zweiten Hälfte gestatteten sie den "Lob City" genannten Dunking-Spezialisten aus Kalifornien nur noch 29 Punkte.

"Das war beeindruckend. Wir haben sie immer wieder gestoppt und dann auch unseren Groove im Angriff gefunden", jubelte Brook Lopez.

Der Center verbuchte 26 Zähler und stellte damit die Clippers-Stars Blake Griffin und Chris Paul (beide 14) in den Schatten.

Barcalys Center wird zur Festung

Joe Johnson steuerte 19 Punkte zum fünften Sieg im sechsten Spiel in der neuen Heimstätte der Nets bei.

"Wenn du ein gutes Team sein willst, musst du auswärts besser auftreten. Das beginnt mit mir", sagte Paul, der im letzten Viertel ohne Punkte blieb, aber zwei Assists und sechs Fouls anhäufte.

Vier Minuten vor Schluss stand es noch 74:74, ehe Lopez doppelt traf und Deron Williams (11 Zähler, 8 Assists) einen furiosen 10:0-Lauf der Gastgeber krönte.

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