Marc (l.) und Pau Gasol gewannen bei Olympia in London gemeinsam Silber © getty

L.A. gelingt auch bei den Grizzlies kein Auswärtserfolg. Pau Gasol muss sich Bruder Marc beugen und wird von D'Antoni abgestraft.

Von Eric Böhm

München/Memphis - Die Los Angeles Lakers haben ihre Negativserie in fremden Hallen weiter fortgesetzt.

Im Topspiel bei den Memphis Grizzlies verlor das Team von Coach Mike D'Antoni 98:106 (49:56) und setzte auch das vierte Auswärtsspiel der Saison in den Sand.

Rudy Gay markierte für das beste Team der NBA 21 Punkte und verhalf seiner Mannschaft so zum neunten Erfolg im elften Spiel ( 641649 DIASHOW: Die Bilder der 4. Woche ).

"Es war wichtig, den bitteren Beigeschmack der Pleite gegen Denver loszuwerden. Schließlich mussten wir drei Tage mit diesem Spiel leben. Entsprechend heiß waren wir heute", sagte Marc Gasol.

Ärger für Pau Gasol

Der Spanische Center steuerte 14 Zähler sowie acht Assists bei und gewannt das Familienduell mit Bruder Pau sehr deutlich.

Der Lakers-Forward (6 Punkte, 4 Rebounds) erwischte einen rabenschwarzen Tag. D'Antoni ließ ihn im gesamten Schlussviertel auf der Bank schmoren.

"Ich wollte das Spiel noch gewinnen. Deshalb habe ich ihn draußen gelassen", meinte der neue Lakers-Coach lapidar.

Grizzlies-Duo dominiert

Pau Gasol und Center Dwight Howard (7 Zähler) kamen gegen Marc Gasol und den starken Zach Randolph (17 Punkte, 12 Rebounds) nie zur Entfaltung.

"Ich glaube, das ist mir noch nie passiert. Es ist aber nicht meine Entscheidung. Ich bin Profi und spiele, wenn es mir gesagt wird", biss sich der Europameister auf die Zunge.

Der deutliche Rebound-Nachteil (28:39) und die 13 Offensiv-Rebounds der Grizzlies dürften D'Antoni zu der Entscheidung getrieben haben. Nutznießer war Routinier Antawn Jamison (16 Zähler).

"Wir wollten vor allem die Lobs auf Howard verhindern. Wir haben in der Zone einen guten Job gemacht und nur wenig zugelassen. Das gesamte Team hat sich den Sieg verdient", betonte Randolph.

Bryants Endspurt reicht nicht

Die Grizzlies dominierten bereits das erste Viertel (34:18) und gaben die Führung bis zum Schluss nicht mehr her. Aufbauspieler Mike Conley Jr. sammelte 19 Punkte, sechs Assists und vier Steals.

Kobe Bryant (30 Punkte) brachte die Lakers knapp fünfeinhalb Minuten vor Schluss auf fünf Zähler heran, aber Memphis machte danach durch Conleys eiskalte Treffer den Sack zu.

"Das schnelle Umschalten ist für unsere großen Leute noch ein Problem. Daran arbeiten wir noch. Jeder muss seine richtige Position schneller finden. Dann werden wir auch Pau besser einsetzen", analysierte Bryant.

Startern fehlt der Speed

Der aktuelle NBA-Topscorer gilt seit Jahren als scharfer Kritiker Gasols und stachelt den manchmal phlegmatisch wirkenden Forward immer wieder an.

"Im Angriff geht es um Rhythmus. Wir haben immer wieder gute Phasen, können diesen Rhythmus aber noch nicht über ein komplettes Spiel halten. So weit sind wir noch nicht", erklärte D'Antoni.

Es waren in der Tat oftmals die Reservisten, die sein auf Geschwindigkeit ausgelegtes System besser umsetzten. Jamison, Chris Duhon und Jodie Meeks hatten alle ein positives Punkteverhältnis.

Mavs warten

Dagegen sind die betagten Veteranen aus der Startformation - nur Howard und Ersatz-Spielmacher Darius Morris sind unter 30 - physisch noch nicht auf dem nötigen Level.

Außerdem fehlt D'Antonis verlängerter Arm Steve Nash (Bruch des Wadenbeinkopfes) weiterhin.

Das Matchup mit den unter den Körben nicht so starken Dallas Mavericks (ab 2.30 Uhr LIVESCORES) sollte ihnen besser liegen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Unter Ex-Coach Mike Brown setzte es zum Auftakt gegen das Team des verletzten Dirk Nowitzki jedoch eine Heimniederlage.

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