Kobe Bryant (M.) wurde 2008 zum bisher einzigen Mal zum MVP gekürt © getty

Bryant glänzt in Sacramento, doch D'Antonis zweiter Auftritt wird zum Debakel. Parkers Spurs dominieren den Ost-West-Kracher.

Von Eric Böhm

München - Von allein läuft es also auch mit dem neuen Trainer nicht.

Die Sacramento Kings haben Mike D'Antoni beim 113:97 (43:41) die erste Niederlage als Coach der L.A. Lakers beigebracht ( 641649 DIASHOW: Die Bilder der 4. Woche ).

Trotz 38 Punkten von Kobe Bryant bleibt der Topfavorit weiter ohne Auswärtssieg und blamierte sich beim Schlusslicht der Western Conference.

"Das passiert, wenn du nur Show machen willst. Sie haben unsere Bühne aber schnell dichtgemacht. Show Time? Das war eher Muppet Show", ereiferte sich D'Antoni.

D'Antoni in Rage

In der Tat ließ sein Team die nötige Ernsthaftigkeit und besonders in der Defensive jegliche Einsatzbereitschaft vermissen.

Stattdessen sollte Sacramento mit Schönspielerei und Dreiern überrollt werden. Der Rest der Mannschaft genoss die Zuschauerrolle bei Bryants Solo-Vorstellung.

"Die erste Hälfte war der schlimmste Basketball, den ich in den vergangenen zehn Jahren gesehen habe. Das sah eher wie Schlammcatchen aus", moserte D'Antoni.

Howard geht unter

Center Dwight Howard (7 Zähler) erwischte einen schwarzen Tag. Beinahe hätte Bryant die Lakers aber noch gerettet.

Die "Black Mamba" verkürzte drei Minuten vor Schluss mit einem Drei-Punkte-Spiel auf 92:96, nach einem absichtlichen Foul von Pau Gasol war der Lauf aber schnell wieder beendet.

Die Kings setzten sich auf 105:93 ab und holten den dritten Saisonsieg. Marcus Thornton (23) war ihr erfolgreichster Werfer.

"Die Lakers zu schlagen, fühlt sich immer gut an. Die Fans haben uns zusätzlich angestachelt", jubelte der Reserve-Guard.

Bryant reizt die Reservisten

Vor allem den Big Men Howard und Gasol scheint die Spritzigkeit und Kondition für zwei Spiele hintereinander in D'Antonis auf Schnelligkeit ausgelegtem System durchzustehen.

Einen Tag zuvor hatten sie gegen Brooklyn (Bericht) noch starke Leistungen abgerufen. Außerdem fehlt Aufbauspieler Steve Nash (Bruch des Wadenbeinkopfes) nun wohl doch noch länger.

"Wir waren aus irgendwelchen Gründen sehr lethargisch. Speziell die Backups müssen mehr bringen", meckerte Bryant (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

In der Nacht auf Sonntag müssen sie sich bei den Dallas Mavericks (ab 2.30 Uhr LIVESCORES) wieder besser präsentieren, wenn sie Revanche für die auftaktpleite nehmen wollen.

SPORT1 fasst das weitere Geschehen aus der NBA zusammen:

Boston Celtics - San Antonio Spurs 100:112

Die San Antonio Spurs haben den Ost-West-Schlager für sich entschieden.

Die Texaner setzten sich bei den Boston Celtics mit 112:100 (56:48) durch und holten sich bereits den fünften Auswärtssieg der Saison.

Point Guard Tony Parker beendete seine Mini-Krise und stellte dank 26 Punkten eine persönliche Saisonbestleistung auf.

"Das war sein bestes Spiel seit einiger Zeit. Er hat zuletzt nur wenig gepunktet und war nicht aggressiv. Heute hat er ein komplettes Spiel hingelegt", lobte Trainer Gregg Popovich.

Parker trotzt Rondo

Zu Beginn des Schlussabschnitts verlor der Rekordmeister den Anschluss, da Tim Duncan (20 Zähler, 15 Rebounds) und Tiago Splitter nun Parker effizient unterstützten.

Der Brasilianer markierte zwölf seiner 23 Punkte in den letzten zwölf Minuten und ließ Boston so nicht mehr zurückkommen.

Parker motivierte besonders das Duell mit Celtics-Spielmacher Rajon Rondo (22 Zähler, 15 Assists): "Definitiv! Er stellt eine große Herausforderung dar. Es war eine gute Schlacht."

Magics Rekord wackelt

Boston hat nun jeweils sechs Siege und Niederlagen auf dem Konto. Rondo dehnte wenigstens seine Serie von Partien mit zweistelliger Vorlagen-Zahl auf 35 aus. Magic Johnsons Rekord (46) wackelt (STATISTIK: Die Tagesbesten der NBA).

Kapitän Paul Pierce verbuchte 19 Punkte. Kevin Garnett (14) verlor das Aufeinandertreffen mit Duncan eindeutig.

"So wie wir verteidigt haben, hast du eigentlich keine Chance", haderte Celtics-Coach Doc Rivers. Viermal in Folge ließ sein Team jetzt schon mindestens 100 Punkte zu.

Miami Heat - Milwaukee Bucks 113:106 n.V.

Die Miami Heat mühten sich zu einem 113:106 (98:98, 46:44) nach Verlängerung gegen die Milwaukee Bucks.

LeBron James und Dwyane Wade (beide 28 Punkte) retteten den Meister in der Overtime vor einer überraschenden Pleite. James sammelte zudem zehn Rebounds und acht Assists.

Nach dem sie einen 18-Punkte-Vorsprung verspielt hatten, dominierten die Heat die fünf zusätzlichen Minuten.

"Wir hätten das Spiel viel früher entscheiden müssen, aber wenn du LeBron im Team hast, sind deine Erfolgschancen ganz gut", sagt Wade, der nach seiner Fußverletzung stark zurückkehrte.

Haslem übertrumpft Mourning

Chris Bosh lieferte mit 24 Punkten und 18 Rebounds ein ausgezeichnetes Double-Double. Udonis Haslem nahm durch seinen 4808. Rebound Legende Alonzo Mourning den Heat-Rekord ab.

Für die Bucks gelang Rookie John Henson ein herausragender Auftritt. Der junge Forward kam auf 17 Zähler und 18 Rebounds.

"Gegen Miami hast du nicht viel Spielraum für Fehler. Wir hatten eine Siegchance, mehr bekommst du gegen sie nicht", haderte Milwaukees Trainer Scott Skiles mit Monta Ellis' Fehlversuch am Ende des vierten Abschnitts.

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