Chris Paul (r.) versenkt gegen Tony Parker den Siegtreffer für die Clippers © getty

Clippers-Star Chris Paul vertreibt in San Antonio endgültig den bitteren Playoff-Nachgeschmack. Ein Italiener schockt Memphis.

Von Eric Böhm

München - Die Los Angeles Clippers haben das Spitzenspiel der Western Conference gewonnen.

Die Kalifornier feierten beim 92:87 (47:42) in San Antonio bereits den zweiten Saisonsieg über die Spurs. In den Playoffs 2012 waren sie noch mit 0:4 an den routinierten Texanern gescheitert.

All-Star Chris Paul ragte mit 19 Punkten und acht Assists heraus. Dem Point Guard gelang knapp 25 Sekunden vor Schluss auch der entscheidende Treffer zum 91:87 ( 641649 DIASHOW: Die Bilder der 4. Woche ).

"Ich liebe diese Situationen. In der 'Winning Time' will ich den letzten Wurf", jubelte "CP3".

Spurs als Vorbild

Seit dem Debakel in der K.o.-Runde haben die jungen Emporkömmlinge einen weiteren Schritt nach vorn gemacht.

Zu Saisonbeginn hatten sie San Antonio bereits die erste Saisonpleite zugefügt. "Wir haben die Serie genau analysiert und die Spurs in vielen Situationen als Vorbild genommen", sagte Blake Griffin.

Der All-Star steuerte 16 Zähler sowie zwölf Rebounds bei. Ex-Laker Matt Barnes unterstrich mit 14 Punkten die neue Qualität der Bank.

Popovich ist sauer

In San Antonio lieferten die Clippers ein bärenstarkes Auswärtsspiel und führten bis knapp neun Minuten vor Schluss schon 77:67.

Dank drei Dreiern in Folge durch Matt Bonner und Spielmacher Tony Parker (11 Zähler, 6 Assists) kamen die Spurs in der Endphase auf 85:87 heran, ehe ihnen Paul die Tür vor der Nase zuschlug.

"Das war von uns ein Spiel der Weichei-Kategorie. Wir hatten nie fünf Spieler auf dem Court, die hart genug gearbeitet haben, um Das Spiel gewinnen zu können", meckerte San Antonios Trainer Gregg Popovich.

Jackson fällt aus

Für die Spurs lieferte Tim Duncan 20 Punkte und 14 Rebounds. Beide Teams bleiben mit acht Saisonsiegen unter den besten vier Mannschaften im Westen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Nach Kawhi Leonard (Knieverletzung) verloren die Gastgeber darüber hinaus noch einen weiteren Flügelspieler.

Stephen Jackson brach sich im ersten Viertel den kleinen Finger der linken Hand und fällt vier bis sechs Wochen aus.

"Verletzungen sind keine Entschuldigung. Uns fehlen auch Chauncey und Grant (Billups und Hill, Anm. der Red.)", brachte Paul kein Mitleid auf.

SPORT1 fasst das weitere Geschehen aus der NBA zusammen:

Memphis Grizzlies - Denver Nuggets 92:97

Die Memphis Grizzlies büßten beim 92:97 (49:52) gegen die Denver Nuggets durch die zweite Niederlage die alleinige Spitzenposition in der Western Conference ein.

Trotz 22 Punkten von Rudy Gay liegen die Grizzlies nach dem Ende ihrer acht Spiele andauernden Siegesserie nun gleichauf mit den Clippers.

"Wir haben 21 Offensiv-Rebounds zugelassen und 17 Dreier genommen. Das ist ein Rezept für Niederlagen", fasste Coach Lionel Hollins treffend zusammen.

Galinaris Instinkt obsiegt

Denvers Italiener Danilo Galinari (26 Zähler) versenkte 13 Sekunden vor dem Ende den wichtigen Dreier zum 96:92 für die Gäste.

"Ich habe die Defense genau gelesen. Sie haben mich aus den Augen verloren. Dann denkst du nicht mehr nach und verlässt dich auf deinen Instinkt", beschrieb Galinari seinen Treffer.

Vorher hatte vor allem Forward Kenneth Faried den Nuggets mit sieben Offensiv-Rebounds (insgesamt 13) immer wieder gute Möglichkeiten verschafft und so die schwache Wurfquote (44 Prozent) neutralisiert.

Charlotte Bobcats - Denver Nuggets 102:98

Die Charlotte Bobcats schlugen die Milwaukee Bucks 102:98 (55:54) und sind nach dem fünften Sieg nur noch zwei von ihrer Ausbeute der kompletten vergangenen Saison entfernt.

Der neue Coach Mike Dunlap hat in kurzer Zeit eine effiziente Rotation geformt und ihnen die Loser-Mentalität ausgetrieben.

Im vierten Abschnitt lag Michael Jordans Team bereits mit elf Punkten hinten, ehe der überragende Aufbauspieler Ramon Sessions (23 Zähler) ein furioses Comeback anführte.

"Das gibt uns noch mehr Selbstvertrauen. Wir haben schon einige enge Spiele gewonnen. Das ist ein gutes Zeichen für eine so junge Mannschaft", sagte Dunlap.

Bucks kalt erwischt

Nach einem überraschend guten Start mit sechs Siegen aus acht Partien war es für die Bucks ein empfindlicher Rückschlag.

"Nichts gegen die Bobcats, aber solche Spiele musst du gewinnen", haderte Center Samuel Dalembert.

Monta Ellis (31 Punkte) war bester Schütze der Bucks (STATISTIK: Die Tagesbesten der NBA). Spielmacher Brandon Jennings (10) traf dagegen nur fünf von 18 Würfen.

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