Mike Conley Jr. (M.) stand am College mit Ohio State 2007 im Final Four © getty

In Memphis muss sich das letzte ungeschlagende Team beugen. Das Power-Duo übertrifft Melo. Bryant glänzt schon im D'Antoni-Stil.

Von Eric Böhm

München - Jetzt hat es also auch die New York Knicks erwischt.

Das letzte ungeschlagene NBA-Team musste sich im Topspiel nach zuvor sechs Siegen den Memphis Grizzlies mit 95:105 (49:54) beugen ( 638852 DIASHOW: Die Bilder der 3. Woche )

Die Gastgeber feierten ihren siebten Erfolg hintereinander und sind nun ihrerseits die beste Mannschaft der Liga. Der Spanier Marc Gasol (24 Punkte) war bester Schütze.

"Ich glaube, wir hatten schon immer genügend Selbstvertrauen. Wir spielen genauso wie früher. Durch mehr Erfahrung erreichen wir jetzt einfach ein höheres Level", verriet Rudy Gay das Erfolgsrezept.

Giant-Killer schlagen wieder zu

Innerhalb einer Woche schlugen die Grizzlies nun Titelverteidiger Miami, Vize-Meister Oklahoma City und eben die bisher so starken New Yorker zweistellig.

"Das hört sich doch gut an. Wir sind offensichtlich momentan sehr stark. Jetzt sind wir aber die Gejagten und müssen versuchen, diesen Lauf beizubehalten", meinte Point Guard Mike Conley Jr. (16 Zähler, 8 Assists).

Die Truppe von Coach Lionel Hollins lebt ohne echten Superstar von ihrer Ausgeglichenheit und dem Power-Duo unter dem Korb.

Randolph trumpft auf

Gasol ergänzt sich hervorragend mit Power Forward Zach Randolph, der nach einer Seuchensaison 2011/2012 wieder seine Topform erreicht.

Gegen die Knicks dominierte "Zebo" mit 20 Punkten und 15 Rebounds. Carmelo Anthony (20 Punkte), Veteran Rasheed Wallace und Abwehrspieler des Jahres, Tyson Chandler, bissen sich die Zähne aus (STATISTIK: Die Tagesbesten der NBA).

"Er war extrem stark. Zach setzt seinen Körper hervorragend ein und hat jetzt auch wieder die nötige Kondition. Er versteht sich mit Marc sehr gut", lobte Hollins.

Wallace in Hochform

Die intensive Partie hatte Playoff-Flair. In der umkämpften ersten Hälfte gab es insgesamt drei technische Fouls.

Wallace heizte mit seinem gewohnten Trash Talk gegen Spieler, Schiedsrichter und Fans die Atmosphäre zusätzlich an.

"Das ist Teil meines Spiels. Ich rede gern, kann es aber auch mit Leistung untermauern. Das Spiel mit den Fans macht mir viel Spaß", sagte der 38-Jährige, der mit 13 Punkten eine Saisonbestleistung aufstellte.

Kidd kritisiert Egoismus

Im dritten Viertel verloren die Knicks jedoch den Faden. Die vielen Offensiv-Rebounds der Grizzlies und angeblich strittige Pfiffe raubten den Gästen den Nerv.

Auch Coach Mike Woodson ließ sich anstecken und bekam eines von vier technischen Fouls. "Es waren einige fragwürdige Entscheidungen, aber wir haben in dem Viertel zu viel auf eigene Faust versucht", analysierte Routinier Jason Kidd.

Der 23:7-Lauf - Gasol steuerte acht Punkte bei - brachte Memphis die vorentscheidende 77:56-Führung. Näher als auf zehn Zähler kamen die Gäste nicht mehr heran.

Wiedersehen im Frühjahr

Damit hatte sich auch die Egalisierung des Startrekords von 1993/1994 für die Knickerbockers erledigt (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Seit März hat Memphis kein Heimspiel der regulären Saison mehr verloren. Gay schaffte zudem sein 8000. Punkt im Grizzlies-Trikot.

"Ich habe noch eine Sache zu sagen: Wir sehen uns im Garden wieder", versprach Wallace ein heißes Rückspiel im "Big Apple" - am 27. März ist es soweit.

SPORT1 fasst das weitere Geschehen aus der NBA zusammen:

Los Angeles Lakers - Phoenix Suns 114:102

Die Los Angeles Lakers gewannen das letzte Spiel vor Coach Mike D'Antonis Dienstantritt gegen die Phoenix Suns 114:102 (62:57).

Im Duell mit dessen ehemaliger Mannschaft deutete der Topfavorit der Western Conference aber bereits den neuen Tempo-Stil an, obwohl D'Antoni erst eine Einheit geleitet hatte.

Weil er sich noch von einer Knieoperation erholt, saß gegen Phoenix letztmalig Interimstrainer Bernie Bickerstaff auf der Bank.

Bryant glänzt im Tempo-Stil

D'Antonis vollmundige Ankündigung ("Wenn wir nicht 110, 115 Punkte machen, müssen wir reden") setzte vor allem Kobe Bryant um.

Der aktuelle NBA-Topscorer markierte 31 Punkte. Dwight Howard gelangen 18 Zähler sowie zwölf Rebounds.

Ein 17:2-Lauf, der Ende des dritten Viertels begann, beseitigte alle Zweifel am Spielausgang. Der Slowene Goran Dragic (22 Punkte, 7 Assists) war Phoenix' bester Akteur.

"Das ist seine Philosophie. Er lässt uns laufen", sagte Bryant. Gegen Houston (ab 1.30 Uhr LIVESCORES) wird D'Antoni debütieren.

New Orleans Hornets - Oklahoma City Thunder 95:110

Die Oklahoma City Thunder fuhren beim 110:95 (66:37) über die New Orleans Hornets ihren siebten Saisonerfolg ein.

Für den Vize-Meister erzielten Kevin Durant und Neuzugang Kevin Martin jeweils 27 Punkte. Nach einer sensationellen ersten Hälfte fuhren die Thunder das Spiel souverän nach Hause.

"Wir haben den Gegner von Beginn an sehr ernst genommen. Sie erinnern mich an unsere Anfangszeit vor ein paar Jahren. Sie haben viel Talent", sagte Durant.

Roberts solide

Bei den Hornets zeigte der Ex-Bamberger Brian Roberte (9 Zähler, 7 Assists) eine ordentliche Leistung im Aufbau. Rookie Anthony Davis zahlte trotz elf Rebounds viel Lehrgeld (4 von 14 aus dem Feld).

"Sie haben uns vor der Pause überrannt. Das ist die NBA. Hier spielen die besten Profis der Welt. Die können zu jedem Zeitpunkt heiß laufen", betonte Hornets-Forward Ryan Anderson (15 Punkte).

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