Roy Hibbert (M.) wurde 2012 erstmals zum All-Star Game eingeladen © getty

In Indiana gibt es für Dallas ohne Nowitzki die höchste Pleite seit 15 Jahren. Kaman enttäuscht. Rückkehrer "Matrix" ist ratlos.

Von Eric Böhm

München/Indianapolis - Gleiches Skript, gleicher Ausgang: Die Auswärtsmisere der Dallas Mavericks hält an.

Bei den Indiana Pacers hat sich der Meister von 2011 mit 83:103 (49:48) im fünften Auftritt in der Fremde die vierte Niederlage eingehandelt ( 638852 DIASHOW: Die Bilder der 3. Woche ).

Ohne den nach wie vor auf Eis liegenden Dirk Nowitzki (Reha nach Knie-OP) war erneut Topscorer O.J. Mayo (19 Punkte) zu sehr auf sich allein gestellt.

"Wir haben das Spiel nach einer ermutigenden ersten Halbzeit und ein paar guten Minuten im dritten Viertel aus der Hand gegeben. Indiana war im Kollektiv einfach besser", sagte Dallas-Coach Rick Carlisle, der einst auch schon die Pacers trainiert hatte.

Marion bemängelt "mentale Aussetzer"

Wie schon so oft in dieser Saison lieferte sein Team eine konzentrierte und engagierte erste Hälfte, um dann nach der Pause gnadenlos einzubrechen.

Ein 24:10-Lauf verschaffte den Pacers gegen Ende des dritten Viertels einen komfortablen 75:61-Vorsprung. Dallas gelangen in der zweiten Hälfte ganze 34 Punkte.

"Wir waren in der Position, das Spiel zu gewinnen. Plötzlich lief gar nichts mehr. Wir haben ständig diese mentalen Aussetzer. Ich kann mir das nicht erklären", meinte ein ratloser Shawn Marion.

Kaman fehlt Präzision

Der Flügelspieler kehrte nach auskurierter Innenbanddehnung und fünf Spielen Zwangspause zurück, war aber vor allem offensiv mit zwei Zählern in 25 Minuten kein Faktor.

Nach der fünften Niederlage im zehnten Saisonspiel rutschten die Mavs in der Western Conference auf Rang sieben ab (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Der deutsche Ex-Nationalspieler Chris Kaman konnte trotz zehn Rebounds nicht an seinen starken Auftritt gegen Washington (Spielbericht) anknüpfen.

Der Center traf nur vier von zwölf Würfen und musste sich mit acht Punkten begnügen. Gegen die starken Big Men Indianas rieb er sich auf.

Collison schwächelt

All-Star Roy Hibbert (14 Zähler) und Forward David West (15) bestimmten nach einem unauffälligen Start das Geschehen.

Außerdem verlor Ex-Pacer Darren Collison (10 Punkte) das Spielmacher-Duell gegen George Hill, der 15 Zähler und 7 Assists sammelte. Der einzige weitere Maverick mit zweistelliger Ausbeute war Vince Carter (10).

"Wir bringen einfach kein komplettes Spiel auf die Reihe. Kleinigkeiten bringen uns immer wieder völlig aus dem Tritt. Wir müssen die Konzentration besser aufrecht erhalten", forderte Marion.

Historische Pleite

Die ehemaligen Pacers Dahntay Jones und Troy Murphy blieben wirkungslos. Die Nachverpflichtung des Forwards hat sich bisher noch nicht ausgezahlt.

Nach fünf Niederlagen aus den vergangenen sechs Partien schraubten die Gastgeber das Ergebnis in der Endphase noch auf den höchsten Sieg gegen Dallas seit 15 Jahren.

"Ich bin nicht gern die offensivschwächste Mannschaft der NBA. Wir haben viel zu langsam gespielt, also mussten wir etwas ändern", sagte Pacers-Trainer Frank Vogel.

Bei Indiana platzt der Knoten

Personell bekamen die Reservisten Sam Young und Tyler Hansbrough mehr Einsatzzeit, doch wichtiger waren andere Kniffe.

"Der Coach hat an den Spielzügen gefeilt, um unsere Athletik besser zu nutzen. Außerdem hat er uns herausgefordert, aggressiver und uneigennütziger aufzutreten", erklärte Hill.

Erstmals seit sechs Partien überschritt Indiana wieder die 100-Punkte-Marke. Ex-Bayer Ben Hansbrough kam nicht zum Einsatz.

Mayo alleingelassen

Den Mavericks fehlt derweil weiter die Konstanz im Angriff. Wenn die Dreier nicht fallen (diesmal 2 von 13), führt das immer wieder zu langen Durststrecken.

Vor allem auswärts macht sich das Fehlen eines zweiten Go-to-Guys neben Mayo überdeutlich bemerkbar. Zumindest die Abwehr sollte von Marions Comeback profitieren, allerdings muss "The Matrix" erst einmal seinen Rhythmus wiederfinden.

In Cleveland (ab 1.30 Uhr LIVESCORES) bietet sich die nächste Gelegenheit, den Fluch in fremden Hallen zu brechen. Seit dem Auftakt-Coup bei den L.A. Lakers läuft nichts mehr.

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