LeBron James (r.) gewann im Sommer seinen langersehnten ersten Meistertitel © getty

Der MVP beendet eine Durststrecke des Meisters. Scharfschütze Battier springt für Wade ein. Die Celtics patzen ohne Rondo.

Von Eric Böhm

München - Die Miami Heat haben sich nach der Pleite gegen die L.A. Clippers (Bericht) rehabilitiert. Bei den Denver Nuggets gewann der Titelverteidiger 98:93 (54:42) und beendete eine zehnjährige Durststrecke in Colorados Metropole.

LeBron James stellte erneut seine Allround-Klasse unter Beweis. Der MVP sammelte 27 Punkte, zwölf Assists und drei Blocks ( 638852 DIASHOW: Die Bilder der 3. Woche ).

"Wir haben drei Viertel lang herausragend gespielt. Es war klar, dass von ihnen noch ein Run kommen würde, aber wir wollten und den Sieg nicht mehr nehmen lassen", bilanzierte James.

Wade plagen Blessuren

Ohne den am Fuß verletzten Dwyane Wade sprang Shane Battier (18 Zähler) mit sechs verwandelten Dreiern als zweiter Scorer ein. Chris Bosh kam auf 14 Punkte.

Wade verletzte sich zu Beginn der Woche in Houston - er trat Bosh versehentlich auf den Fuß. Gegen die Clippers versuchte er sich mehr schlecht als recht durchzubeißen.

"Er ist nicht annähernd bei 100 Prozent, aber es ist nicht besorgniserregend. Es sind kleinere Blessuren. Hoffentlich ist er bald wieder völlig fit", betonte Coach Erik Spoelstra.

LBJ trotzt der dünnen Luft

Denver lag nach drei Vierteln schon aussichtslos zurück, kämpfte sich aber im letzten Abschnitt noch einmal heran.

"Hier ist es immer schwer, speziell wenn du fünf Uhr morgens ankommst. Die Höhe ist nicht zu unterschätzen. Sie sind das gewohnt. Ich wollte die Intensität des Teams hochhalten", wies James auf die dünne Luft in den Rocky Mountains hin.

Erst ein Dreier von Backup Norris Cole und zwei Freiwürfe durch James stellten den siebten Heat-Sieg der Saison endgültig sicher (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Neue Taktik

Der junge Aufbauspieler Cole musste notgedrungen viel Verantwortung übernehmen, da nach wenigen Minuten auch noch Point Guard Mario Chalmers mit einer Oberarmzerrung passen musste.

Ihre deutliche Rebound-Unterlegenheit (29:48) machten die Heat mit 13 verwandelten Dreiern und exzellenter Verteidigung wett.

"Das ist fast schon unfair. Wade fehlt und sie spielen einfach mit James und jeder Menge Dreierschützen", haderte Nuggets-Guard Andre Miller.

Lawson mit Nullnummer

Denvers sonst so starker Spielmacher Ty Lawson verfehlte all seine sieben Versuche aus dem Feld und blieb ohne Punkt.

Die Reservisten Miller (19) und JaVale McGee (18) waren ihre besten Schützen. Kenneth Faried beeindruckte mit 16 Zählern und 20 Rebounds (STATISTIK: Die Tagesbesten der NBA).

Danilo Galinari und Olympiasieger Andre Iguodala konnten James einfach nicht bremsen und waren deshalb auch in der Offensive kaum nennenswerte Faktoren.

"Das war uncharakteristisch für uns. Wir haben sehr schwach angefangen. Dann kamen wir in einen Rhythmus, wurden aber zu hektisch. Das ist ärgerlich", meinte Cheftrainer George Karl.

SPORT1 fasst das weitere Geschehen aus der NBA zusammen:

Brooklyn Nets - Boston Celtics 102:97

Die Boston Celtics unterlagen derweil den Brooklyn Nets 97:102 (50:59).

Bei der ersten Niederlage nach drei Siegen in Folge machte sich das Fehlen von Point Guard Rajon Rondo (Knöchelverstauchung) negativ bemerkbar.

Kapitän Paul Pierce erzielte zwar 22 Punkte, leistete sich aber in der Schlussminute zwei teure Fehler von der Freiwurflinie - er hätte auf 94:95 verkürzen können.

"Es liefen viele kleine Dinge falsch, aber ich übernehme die Verantwortung. Solche Fehler am Ende sind nicht typisch für mich", sagte Pierce.

Johnson schlägt zu

Rondos Vertreter Leandro Barbosa kam auf 16 Zähler. Dem Brasilianer fehlt aber die Spielmacherqualität des All-Stars.

Die Nets feierten dagegen ihren vierten Erfolg hintereinander und meldeten Ansprüche in der beinharten Atlantic Division mit Celtics, Philadelphia und New York Knicks an.

Brook Lopez und Aufbauspieler Deron Williams verbuchten je 24 Punkte. Joe Johnson (19) versenkte in der Endphase die wichtigsten Würfe zur Führung.

"Für solche Momente lebe ich. Vorher fiel bei mir nichts. Deswegen wollte ich aggressiver sein und mich noch mehr konzentrieren", beschrieb Johnson seine Treffer.

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