Raymond Felton (r.) gewann 2005 mit North Carolina den College-Titel © getty

Raymond Felton befeuert einen furiosen Endspurt. New York beschert seinem Coach trotz Duncans 736. Double-Double eine Premiere.

Von Eric Böhm

München/San Antonio - Die New York Knicks haben ihrem tollen Start einen weiteren beeindruckenden Sieg hinzugefügt.

Bei den San Antonio Spurs setzte sich das Traditionsteam 104:100 (55:57) durch und blieb auch im sechsten Spiel ungeschlagen ( 638852 DIASHOW: Die Bilder der 3. Woche ).

Point Guard Raymond Felton (25 Punkte, 7 Assists) hatte entscheidenden Anteil an dem 25:11-Endspurt, der den Spurs die erste Heimniederlage der Spielzeit beibrachte.

"Wir haben uns nie hängen lassen. Die Serie hat uns Selbstvertrauen gegeben. Wir glauben immer an unsere Chance", sagte Felton.

Negativserie gestoppt

An 13 Zählern war der Neuzugang direkt beteiligt. Innerhalb der letzten sechs Minuten drehten die Knicks so einen 79:89-Rückstand noch um.

"Es zeigt mir, dass unser bisheriger Erfolg kein Zufall ist. Wir haben ein großartiges und extrem heimstarkes Team geschlagen. Für mich ist es der erste Sieg in San Antonio", jubelte New Yorks Coach Mike Woodson.

Zuvor hatten die Knicks 18 von 19 Duellen mit den Spurs verloren. Inklusive Playoffs war es für die Spurs erst die dritte Heimpleite in den vergangenen 26 Partien (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Melo glänzt als Teamplayer

Erstmals war New Yorks Star Carmelo Anthony (9 Punkte) nicht der beste Schütze seines Teams, holte aber immerhin zwölf Rebounds.

San Antonios Trainerfuchs Gregg Popovich wollte den bisherigen NBA-Topscorer ausschalten, um die anderen Gäste zu Würfen zu zwingen.

"Coach Pop hat mich immer mit drei Verteidigern beschatten lassen. Deshalb habe mich meinem Team gesagt, wir müssten mich als Lockvogel einsetzen. Das hat am Ende funktioniert", erklärte "Melo".

Schrei-Therapie bringt Umschwung

Sixth Man J.R. Smith gelangen 17 Zähler. Veteran Rasheed Wallace kam erstmals über einen längeren Zeitraum zum Einsatz und markierte in 15 Minuten zehn Punkte.

Nach einem offenen Schlagabtausch über drei Viertel schien die Siegesserie der Knicks schon fast beendet.

Denn der Brasilianer Tiago Splitter erzielte zu Beginn des letzten Viertels 13-Spurs-Punkte in Folge und ließ die Knicks förmlich verzweifeln.

"Ich habe eine Auszeit genommen. Auf der Bank herrschte das totale Chaos. Ich habe geschrien und die Spieler haben geschrien, aber das hat uns aufgeweckt", erzählte Woodson.

Kidd trumpft auf

Veteran Jason Kidd (14 Zähler, 3 Blocks) gab danach mit zwei Dreiern zum 85:89 den Startschuss zur finalen Aufholjagd.

"Das macht er ständig. In diesen Situationen hat er instinktiv die richtige Aktion parat", lobte Tyson Chandler (13 Punkte, 11 Rebounds) seinen Kollegen aus der Meistermannschaft der Dallas Mavericks von 2011.

Die Spurs verfehlten sieben ihrer letzten neun Versuche aus dem Feld und leisteten sich zudem in den Schlussminuten zwei Ballverluste.

"Das ist eigentlich sonst unsere Stärke, aber heute haben wir es nicht hingekriegt. Die Knicks haben zur richtigen Zeit einen Lauf bekommen", bilanzierte Popovich.

Schützen fehlt Zielwasser

Center Tim Duncan schaffte mit jeweils 14 Punkten und Rebounds das 736. Double-Double seiner Karriere. Aufbauspieler Tony Parker steuerte 19 Zähler und zwölf Assists bei.

Die starken Distanzschützen Danny Green, Manu Ginobili und Stephen Jackson kamen diesmal nicht wie gewünscht zum Zug. Von jenseits der Dreierlinie trafen sie gemeinsam nur vier ihrer 16 Würfe.

Mit sieben Siegen und nun zwei Niederlagen bleiben die Texaner dennoch in der Spitzengruppe der Western Conference.

Auf die Knicks wartet derweil mit den Memphis Grizzlies (ab 3.30 Uhr LIVESCORES) gleich der nächste dicke Brocken. Sie führen die Southwest Divison vor San Antonio an.

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