LeBron James (l.) war 2008 zum bisher einzigen Mal Topscorer der NBA © getty

Blake Griffins Team fügen dem Meister eine Pleite zu. Memphis siegt trotz Rangelei im Topspiel. Tuckers Heldentat wird vergeudet.

Von Eric Böhm

München - Hollywood ist für das Starensemble des Meisters weiterhin kein gutes Pflaster.

Die Los Angeles Clippers brachten den Miami Heat beim 107:100 (52:54) ihre dritte Niederlage der Spielzeit bei. Es war bereits die fünfte Niederlage bei den Clippers in Serie.

Jungstar Blake Griffin (20 Punkte, 14 Rebounds) ließ sich vom Champion nie unter Kontrolle bringen. Sixth Man Jamal Crawford erzielte 22 Zähler ( 638852 DIASHOW: Die Bilder der 3. Woche ).

"Wir können sogar noch besser spielen. Auf so einem Sieg dürfen wir uns nicht ausruhen", sagte Griffin.

Duo enttäuscht

Trotz LeBron James' starker Leistung (30 Punkte, 7 Assists) verloren die Heat im dritten Durchgang (20:33) den Anschluss.

Ihr Aufbäumen kam zu spät. Vor allem James' Kompagnons Dwyane Wade (6 Zähler) und Chris Bosh (11) enttäuschten - sie verfehlten gemeinsam 20 von 25 Würfen.

"Das war heute kein guter Auftritt von uns. Ein paar lichte Momente reichen einfach nicht. Wir müssen endlich auch einmal auswärts ein komplettes Spiel hinbekommen", analysierte Wade.

Spoelstra adelt Clippers

"The Flash" behinderte seine Fußpellung offenbar doch stärker. Deswegen hatte er bereits das Abschlusstraining verpasst.

Von fünf Partien in fremden Hallen konnte Miami nur zwei gewinnen. Der Westküsten-Trip geht bei den Denver Nuggets (ab 4.30 Uhr LIVESCORES) weiter (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

"Unser Weg wird nicht einfacher. Das war ein richtig starker Gegner. Sie sind ein ernsthafter Titelkandidat", sagte Heat-Coach Erik Spoelstra.

Frühe Vorentscheidung

Sieben Minuten vor Schluss führten die Gastgeber (sechs Siege - zwei Niederlagen) bereits mit 98:79.

Mit einigen Reservisten - Ray Allen kam auf 14 Punkte und fünf Steals - gestaltete der MVP das Ergebnis noch etwas erträglicher.

"Dieser Sieg ist gut und schön, aber mittlerweile erwarten wir, unsere Heimspiele zu gewinnen", zeigte Clippers-Trainer Vinny Del Negro das neue Selbstvertrauen seiner Truppe.

Paul trumpft auf

In ernsthafte Gefahr geriet der Big Point für die aufstrebenden Kalifornier nicht mehr. Aufbauspieler Chris Paul sammelte 16 Zähler sowie zehn Assists.

Sein persönlicher 12:4-Lauf gegen Ende des dritten Abschnitts verschaffte den Clippers die vorentscheidenden Führung.

"Er hat es drauf. Für mich ist er der beste Point Guard der NBA", lobte James seinen Teamkollegen vom Olympiasieg in London.

SPORT1 fasst das weitere Geschehen aus der NBA zusammen:

Oklahoma City Thunder - Memphis Grizzlies 97:107

Die Memphis Grizzlies setzten im Topspiel der Western Conference ein deutliches Ausrufezeichen.

Bei den Oklahoma City Thunder fuhr die Truppe aus Tennessee mit 107:97 (56:45) ihren sechsten Sieg hintereinander ein und fügte dem Vize-Meister die dritte Saisonniederlage zu.

Rudy Gay gelang dank 28 Punkten seine bis dato beste Ausbeute der Spielzeit. Power Forward Zach Randolph steuerte 20 Zähler und elf Rebounds bei.

"Das ist eines der besten Teams im Westen. Wir wollen dahin kommen, wo sie schon sind", sagte Randolph.

Rangelei der Schwergewichte

Wegen eines Handgemenges mit Oklahoma Citys nicht minder schwergewichtigem Big Man Kendrick Perkins wurde "Zebo" kurz vor Ultimo allerdings vorzeitig zum Duschen geschickt - das galt auch für seinen Kontrahenten.

"Es war eine emotionale Schlussphase. Die Schiedsrichter wollten die Kontrolle behalten. Immerhin haben sie beide bestraft", goss Thunder-Coach Scott Brooks kein zusätzliches Öl ins Feuer.

Im zweiten Viertel (36:15) setzten sich die Grizzlies mit einer fantastischen Leistung ab und widerstanden im letzten Abschnitt dem Comeback-Versuch der All-Stars Kevin Durant (34 Punkte) und Russell Westbrook (17 Zähler, 13 Assists).

Phoenix Suns - Chicago Bulls 106:112 n.V.

Den Chicago Bulls gelang bei den Phoenix Suns ein knapper 112:106 (100:100, 57:51)-Auswärtssieg nach Verlängerung.

Carlos Boozer sammelte 28 Punkte und 14 für den sechsmaligen Champion, der 1993 an gleicher Stelle den dritten Titel von Michael Jordans Ära gewonnen hatte.

In der Overtime schloss Center Joakim Noah (21 Zähler, 12 Rebounds) einen 10:1-Lauf ab, der den entscheidenden Vorsprung brachte.

"Die Lektion für uns lautet, dass wir mit einer Führung besser umgehen müssen. Wir haben zu viel auf die Show gesetzt, statt den Sack zuzumachen", bilanzierte Chicagos Trainer Tom Thibodeau.

Tucker im Mittelpunkt

Der Ex-Bamberger P.J. Tucker (6 Punkte, 8 Rebounds) hatte Phoenix mit seinem Korbleger neun Sekunden vor Schluss in die Verlängerung gerettet.

"Wir haben speziell nach der Pause alles gegeben und in der Abwehr exzellent gearbeitet. Dann hat das letzte Quäntchen gefehlt", ärgerte sich Coach Alvin Gentry.

Seiner Mannschaft ging in der Verlängerung die Luft aus. Auch Luis Scola (24 Zähler, 14 Rebounds) hatte dann nichts mehr zuzusetzen.

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