Chris Kaman spielte am College drei Jahre für Central Michigan © getty

Der Ex-DBB-Center darf starten und beschert den Nowitzki-losen Mavs nach drei Pleiten in Folge einen Zittersieg über die Wizards.

Von Eric Böhm

München/Dallas - Die Dallas Mavericks haben dank Chris Kaman eine weitere Blamage abgewendet.

Gegen die noch sieglosen Washington Wizards führte der deutsche Ex-Nationalspieler die Texaner nach drei Niederlagen in Folge zum 107:101 (63:45).

In Abwesenheit des nach wie vor an seinem Comeback arbeitenden Dirk Nowitzki (Reha nach Knie-OP) verbuchte Kaman 23 Punkte (Saisonbestleistung) sowie acht Rebounds. ( 638852 DIASHOW: Die Bilder der 3. Woche )

"Ich kam sofort sehr gut in die Partie rein. Unsere Guards haben mir leichte Korbleger ermöglicht, und ich fand einen guten Rhythmus", sagte der Center

Lob von Carlisle

Nach den drei enttäuschenden Auftritten der Mavs zuletzt kehrte der 30-Jährige in die erste Fünf zurück und verwandelte zehn seiner zwölf Würfe.

"Kaman hat extrem effizient gepunktet. Das war fantastisch", lobte Coach Rick Carlisle, der Brandan Wright eine Denkpause auf der Bank gab.

An Kamans Seite überzeugten auch Topscorer O.J. Mayo (25 Zähler) und Elton Brand, dem dank zwölf Rebounds und elf Punkten ein Double-Double gelang.

Einstiges Clippers-Duo harmoniert

Der Nowitzki-Vertreter war einer der Spieler, die für die schwachen Leistungen in Charlotte (Spielbericht) oder gegen Minnesota (Spielbericht) besonders heftige Kritik einstecken mussten.

Neben seinem einstigen Clippers-Teamkollegen Kaman fühlte sich der Veteran sichtlich wohler. Brand leitete einen 15:2-Zwischenspurt ein, der Dallas die klare Halbzeit-Führung ermöglichte.

"Die ersten drei Viertel waren großartig. Wir haben wieder mit mehr Einsatz und Energie gespielt. Diese Einstellung müssen wir immer bringen", meinte Mayo.

Wizards kämpfen

Dallas lag nach dem famosen zweiten Viertel (40:26) über die gesamte zweite Hälfte in Front, musste aber am Ende unverhofft zittern.

Ein 15:0-Lauf brachte Washington in Schlagdistanz. 20 Sekunden vor Schluss stand es plötzlich nur noch 104:101, ehe Kaman mit einem Drei-Punkte-Spiel den fünften Saisonsieg sicherstellte.

"Ich war von mir und dem Team enttäuscht, wie wir das vierte Viertel angegangen sind. Wir waren mit 18 vorn. Das musst du cleverer zu Ende spielen", kritisierte Kaman.

Mayo vermisst Killerinstinkt

Nach dem Sieg der Detroit Pistons über Philadelphia sind die Wizards die einzig sieglose Mannschaft der NBA, trotzdem brachten sie den Meister von 2011 in unnötige Schwierigkeiten (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

"Irgendwie hatten wir wohl angenommen, dass sie schon aufgegeben hätten. Das kannst du dir in dieser Liga nicht leisten. Du musst einen Gegner, der am Boden ist, festnageln", forderte Mayo.

Crowder überzeugt von der Bank

Carlisle hatte neben Kaman auch Neuzugang Dahntay Jones in die Startformation beordert. Er begann auf der angestammten Position des verletzten Shawn Marion (Innenbanddehnung).

Das brachte einerseits mehr Ordnung in der Defensive und in Rookie Jae Crowder (12 Punkte) einen guten Scorer von der Bank.

Während die Heimbilanz (vier Siege - eine Niederlage) stimmt, müsste nun auch auswärts (1:3) eine Steigerung her. Bei den Indiana Pacers (Sa., ab 1 Uhr LIVESCORES) gibt es die nächste Gelegenheit.

Crawford überzeugt

Die Hauptstädter, die nach wie vor auf das Saisondebüt ihres verletzten Stars John Wall warten, haderten dagegen nach der siebten Pleite mit ihren ausgelassen Möglichkeiten in der Endphase.

"Es ist immer wie ein Schlag in die Magengrube. Die Chance war da, aber wenn wir weiter so kämpfen, wird der Knoten bald platzen", sagte Forward Cartier Martin.

Reservist Jordan Crawford war mit 21 Zählern und sieben Assists auffälligster Akteur der Wizards.

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