Carlisle spielte als Profi für die Boston Celtics, die New York Knicks und die New Jersey Nets © getty

Nach drei Pleiten zieht Coach Carlisle vor dem Wizards-Spiel andere Seiten auf. Cuban bemängelt den Eigensinn der Spieler.

Von Florian Pertsch

München - Vor dem Spiel gegen die Knicks schien in Dallas eitel Sonnenschein zu herrschen.

O.J. Mayo und Darren Collison trieben das Spiel fleißig an, Chris Kaman erfüllte die Center-Träume der Fans. Doch dann fegte Carmelo Anthony wie ein Wirbelsturm über die Mavericks hinweg und das Chaos begann (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Anschließend nutzten die Bobcats den texanischen Steigbügel, um ein bisschen Selbstvertrauen zu tanken, und auch gegen das Rumpf-Team aus Minnesota (Spielbericht)gab es eine bittere Pleite.

Carlisle reißt der Geduldsfaden

Die drei Niederlagen in Folge trieben Mavs-Trainer Rick Carlisle die Zornesröte ins Gesicht und werden wohl Konsequenzen im Spiel gegen die Washington Wizards (Do., ab 2.30 Uhr LIVESCORES) nach sich ziehen.

"In der jetzigen Phase interessiert mich nur eine Sache - Fünf Spieler, die sich auf dem Feld den Hintern aufreißen. Tanzt einer aus der Reihe, kommt er auf die Bank. So und nicht anders wird es jetzt laufen", schimpfte der Meister-Coach.

Marion fehlt überall

Dabei vermisst er natürlich sein Schweizer Defense-Taschenmesser Shawn Marion, der wohl mindestens noch ein weiteres Spiel fehlen wird. Bei Dirk Nowitzki sieht die Lage noch viel ernster aus (Bericht: Der texanische Patient).

Für den in letzter Zeit indisponierten Rookie Jae Crowder dürfte Dahntay Jones in die Startformation rücken.

Rebounds der Schlüssel zum Erfolg

Vor allem beim Thema Rebounds schwillt dem 53-Jährigen der Kamm: "Wir müssen hart spielen und die Rebounds holen. Das ist eine essenzielle Statistik, denn jeder Abpraller, den wir nicht abgreifen, ist eine Chance weniger für uns und eine mehr für den Gegner."

Besonders die Verteidigung des eigenen Korbes ist eklatant schlecht. Die Mavericks lassen die meisten Offensiv-Rebounds aller NBA-Teams (im Schnitt 15,3) zu, was selbst minimalistisch gerechnet gut 10-15 geschenkte Punkte für den Gegner sind.

Die Ausfälle Nowitzkis und Marions sind ein Grund für diese Schwäche, doch auch die Neuzugänge Elton Brand und Kaman haben ihren Anteil.

Brand bislang enttäuschend

Kaman holt als Center magere sechs Abpraller pro Partie, Brand, der 5,9 Rebounds und 6,4 Punkte vorweisen kann, liefert aktuell die schlechteste Saison in 14 NBA-Jahren ab.

Der Power Forward ist ob seiner untergeordneten Rolle im Team zusehends frustriert. "Ich stehe nicht so lange auf dem Feld, da kann ich auch nicht viel helfen. Ich bin eben keine Mikrowelle", erklärte der 33-Jährige:

Cuban schimpft über laxe Einstellung

"Ich werde einfach weiter meine Teamkameraden anfeuern und mich bereit halten, sofern ich gebraucht werde. Der Trainer versucht Spiele zu gewinnen und egal welche Rolle er für mich vorsieht, werde ich akzeptieren." Zufriedenheit klingt jedenfalls anders ( 638852 DIASHOW: Die Bilder der 3. Woche ).

Besitzer Mark Cuban stört neben der laxen Einstellung auch das übersteigerte Selbstbewusstsein der jungen Mannschaft:

"Momentan glauben zu viele Spieler, dass sie den entscheidenden Wurf immer treffen. Das ist schlecht für unsere Konzentration, und dann passieren Dinge wie Rebounds des Gegners bei dessen Freiwurf."

Vielleicht kommt mit den Washington Wizards genau der richtige Gegner, denn das Team aus der Hauptstadt ist mit sechs Niederlagen zum Auftakt das zweitschlechteste Team der kompletten NBA.

Wizards ohne Wall und Nene

In D.C. fehlt neben Guard John Wall auch Rebound-Maschine Nene, was es für den Mavs-Frontcourt etwas leichter machen dürfte, doch ein Selbstläufer wird die Partie in Texas sicher nicht.

"Ich mag unser talentiertes Team, aber wir haben nicht genug, um nur mit Talent allein zu gewinnen. Wir müssen kratzen und beißen, genau das habe ich gegen Charlotte vermisst", ermahnte Carlisle sein Team.

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