Danny Green spielt seit drei Jahren in der NBA und erzielt im Saison-Schnitt 11,6 Punkte © getty

L.A. verliert das letzte Spiel vor der Ära D'Antoni, redet sich die Pleite aber schön. Coach Popovich überrascht die Spurs.

Von Florian Pertsch

München - Nach dem kurzen Aufschwung der Lakers in den vergangenen beiden Partien bewies Los Angeles, warum Trainer Mike Brown das Feld räumen musste.

Gegen die San Antonio Spurs reichte es wieder nicht zum Sieg, wodurch die Kalifornier, die eigentlich zu den Titelfavoriten gezählt wurden, im Keller der Pacific Division festhängen.

Mike D'Antoni wurde im Staples Center zwar noch von Interimstrainer Bernie Bickerstaff an der Seitenlinie vertreten, doch die bittere 82:84 (43:38)-Heimpleite dürfte den ehemaligen Coach der Phoenix Suns trotzdem mächtig wurmen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Lakers stecken im Division-Keller fest

San Antonios Danny Green stand 9,3 Sekunden vor dem Ende vollkommen frei und verwandelte den siegbringenden Dreipunktewurf für die Texaner.

Durch die bittere Dreier-Pille verschlechterte sich die Bilanz der Star-Truppe auf drei Siege bei bereits fünf Niederlagen ( 638852 DIASHOW: Die Bilder der 3. Woche ).

Bis zur Halbzeit verlief für das Team in Gold und Lila alles nach Plan, doch mit einem komplett verschlafenen dritten Viertel (16:22) kam San Antonio zurück in die Partie und ließ sich im letzten Abschnitt nicht mehr abschütteln.

Niederlage am Geburtstag

19 Sekunden vor dem Ende verfehlte Geburtstagskind Metta World Peace an seinem 33. Ehrentag einen Sprungwurf und verschaffte so den Spurs eine letzte Wurfmöglichkeit.

"Popovic zeichnete einen Spielzug auf und sagt: 'Wenn du frei bist, nimm den Wurf'", schilderte Youngster Green die letzten Sekunden der Partie:

"Dass Spielzüge für junge Spieler wie mich angesagt werden, passiert nicht sehr oft. Ich war total überrascht. Ich stand ziemlich unter Druck, aber er gibt einem großes Selbstvertrauen."

Letzter Spielzug nicht über Bryant

Die Antwort der Lakers war ebenfalls ein Dreier, doch nicht von Superstar Kobe Bryant, der 28 Punkte und acht Assists ablieferte, sondern von Power Forward Pau Gasol.

"Der Wurf hat sich gut angefühlt, aber es hat nicht sollen sein. Unsere aktuelle Situation beunruhigt uns nicht, wir freuen uns einfach auf den neuen Trainer, und beim nächsten Mal bin ich hoffentlich etwas näher am Korb", erklärte der Spanier, der auf zehn Punkte, zehn Rebounds und fünf Assists kam.

Zu viele Ballverluste

Center Dwight Howard erreichte mit 13 Punkten und 15 Rebounds annähernd Normalform, World Peace steuerte zwölf Punkte bei.

Mit 17 Ballverlusten und einer schlechten Wurfquote, war gegen die abgeklärten Texaner aber letztlich nichts zu holen.

"Wir spielen viel besser, sind aggressiver auf dem Feld und kommunizieren besser. Wir motivieren uns gegenseitig und haben sie zu schweren Würfen gezwungen", zog Bryant ein halbwegs zufriedenes Fazit.

Duncan und Parker überzeugen

Die Statistik gab ihm Recht, denn San Antonio traf mit unter 40 Prozent (35 von 90 Würfen) wahrlich nicht gut, doch das Gleiche galt auch für die Lakers, die mit knapp 42 Prozent Feldwurfquote nur unwesentlich besser waren.

Bei den Spurs, die sich nur acht Turnover leisteten und den Lakers dreizehn Mal den Ball klauten, überzeugte wie so oft das Star-Duo Tim Duncan und Tony Parker.

Der 36-jährige Center erzielte 18 Punkte und neun Rebounds, sein französischer Aufbauspieler steuerte 19 Zähler und sieben Assists zum Erfolg bei.

Bestes Team im Westen

"Pop entschied sich für Danny im letzten Spielzug, und das war die perfekte Taktik. Kobe sinkt tendenziell immer in die Zone ab, weil er auf eine Aktion von Timmy oder mir wartet", schwärmte Parker von Trainerfuchs Popovich.

Die Spurs holten durch Greens finalen Treffer den dritten Sieg in Folge, bauten ihre Bilanz auf sieben Siege bei nur einer Niederlage aus und sind damit aktuell das beste Team der Western Conference.

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