Dirk Nowitzki wurde 2007 als erster Europäer zum MVP der NBA gewählt © getty

Nowitzki leidet auch bei der Schlappe gegen Minnesota mit den Mavs. Statt der Blitzheilung verschiebt sich das Comeback.

München/Dallas - Dirk Nowitzki hat so langsam, aber sicher die Nase voll von seiner Rolle als texanischer Patient.

"Nach drei Wochen habe ich genug von der Reha. Die Heilung geht nicht so schnell, wie ich mir das vorgestellt hatte", sagte verletzte Superstar der Dallas Mavericks, als er die dritte Niederlage seines Teams in Serie untätig mitansehen musste.

Das 82:90 gegen die ebenfalls verletzungsgebeutelten Minnesota Timberwolves (Spielbericht) bewies erneut, wie schmerzlich der NBA-Champion von 2011 seinen Leistungsträger eben doch nicht ersetzen kann.

Ärzte bremsen Nowitzki

Seit der Knie-Arthroskopie am 19. Oktober ist Nowitzki zum Zuschauen verdammt, wann er sein Comeback im Trikot mit der Rückennummer 41 geben wird, bleibt ungewiss.

Drei bis sechs Wochen waren für die Reha veranschlagt, doch Nowitzki kann derzeit sein Lauftraining nur im Wasser absolvieren und verbringt viel Zeit auf dem Ergometer.

Eine ungewohnte Sitation für den Würzburger, der trotz einiger Sprunggelenksverletzungen in der Vergangenheit noch nie mehr als neun Spiele in einer Saison verpasst hat. Er will aber auf keinen Fall ein Risiko eingehen.

"Ich dachte, dass ich nur zwei Wochen brauche. Aber ich muss weiter in der Reha hart arbeiten, das tun, was die Ärzte und Physios mir sagen, und sehen, wie lange es dauert", sagte der 34-Jährige, der sich im grauen Anzug von der Mavericks-Bank aus als TV-Kommentator für "Foxsports" die Zeit vertrieb.

Mitleiden auf der Bank

Die Anfeuerungen des Edelfans und Teamleaders nutzten nichts. Nowitzki wurde Zeuge einer schwachen Vorstellung seiner Kollegen, die nur 36,3 Prozent ihrer Würfe aus dem Feld verwandelten.

Auch bei den Rebounds hatten die Gastgeber mit 35:49 wieder mehr als deutlich das Nachsehen. Die Arbeit an den Brettern war bereits gegen Kellerkind Charlotte (Spielbericht) der Hauptgrund für die Schlappe gewesen ( 638852 DIASHOW: Die Bilder der 3. Woche ).

Die Partie bei Michael Jordans Mannschaft hatte "Dirkules" das Wochenende verhagelt. Seine Teamkollegen verspielten leichtfertig eine Führung: "Das war eine herzzerrreißende Niederlage."

Topstart relativiert

Mit der Bilanz von vier Siegen und vier Niederlagen rutschten die zunächst gut in die Saison gestarteten Mavs in der Western Conference auf den zehnten Rang ab (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Gegen die noch sieglosen Washington Wizards (Do., ab 2.30 Uhr LIVESCORES) muss nun dringend ein Sieg her, um wieder Selbstvertrauen aufzubauen.

Coach Rick Carlisle, der in der Endphase gegen T'wolves nach einem Wutanfall und zwei technischen Fouls in die Kabine geschickt wurde, lässt keinen Stein auf dem dem anderen.

"Wir müssen die aktuelle Rotation genau analysieren und eventuell einige Veränderungen vornehmen. Nach so einem Spiel denkst du, du wärst Lichtjahre davon entfernt, ein gutes Team zu sein", haderte Carlisle.

Änderungen in der Startformation?

Eine Variante wäre Nowitzkis ehemaligen Nationalmannschaftskollegen Chris Kaman wieder in die erste Fünf zu beordern. In fünf von sechs Partien punktete der Center zweistellig. Die Starter Elton Brand und Brandan Wright sammelten zuletzt kaum noch Argumente.

Auch Defensivspezialist Dahntay Jones bietet sich als Alternative an. Als "Mini-Matrix" könnte er Shawn Marions Abwesenheit in der Abwehr auffangen. Denn auch der zweite verletzte Routinier scheint nach seiner Innenbanddehnung noch Zeit zu brauchen.

Nowitzki als Stimmungskanone

Auch wenn es schwer fällt: Nowitzki versucht als Cheerleader im Kader für gute Stimmung zu sorgen. Auf dem Court wird er seiner Mannschaft nach jetzigem Stand frühestens Anfang Dezember wieder zur Verfügung stehen.

"Ich versuche, gute Laune zu versprühen und die Jungs anzufeuern. In der nächsten Woche werden wir mein Pensum etwas erhöhen. Dann sehen wir weiter", betonte der MVP von 2007.

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