LeBron James gewann 2012 Olympiagold, den NBA-Titel und wurde zum MVP gewählt © getty

Der MVP erzielt 32 Punkte nach der Pause und beschert Miami den Sieg. Jazz und Raptors liefern sich ein Triple-Overtime-Drama.

Von Eric Böhm

München - LeBron James hat den Miami Heat mit einer fantastischen zweiten Hälfte ihren sechsten Saisonsieg beschert.

Der MVP markierte beim 113:110 (56:52) bei den Houston Rockets 32 seiner 38 Punkte nach der Pause. 19 Sekunden vor dem Ende gelang ihm auch der entscheidende Korbleger ( 638852 DIASHOW: Die Bilder der 3. Woche ).

"Ich war 'in the Zone!' Viele Spieler sprechen darüber, aber erst wenn du drin bist, merkst du, was es bedeutet", berichtete James.

James überall zu finden

Dabei führten die Rockets eineinhalb Minuten vor dem Ende noch 110:106, ehe James das Blatt mit fünf Punkten in Folge wendete.

Neben seiner besten Punktausbeute der noch jungen Saison gelangen LBJ noch zehn Rebounds, sechs Assists und fünf Dreier.

"Ich hatte wirklich erwartet, dass jeder seiner Würfe rein gehen würde. Es war phänomenal", schwärmte der ebenfalls starke Chris Bosh (24 Zähler, 10 Rebounds).

Rockets bekämpfen Houstons Blitzstart

Dwyane Wade gelangen nach vollständig auskurierter Grippe 19 Punkte. Miami drohte, die Rockets zu Beginn aus der eigenen Halle zu fegen.

Nach dem 20:5-Blitzstart ließ der Titelverteidiger aber etwas nach und die Texaner kamen deutlich besser ins Spiel.

"In dieser Liga wirst du kein Spiel über 48 Minuten dominieren. Sie sind im Angriff sehr explosiv, wir waren rechtzeitig wieder da", betonte James.

Sampson vertritt McHale

Die Gastgeber hielten auch ohne Coach Kevin McHale - er kümmert sich derzeit um ein familiäres Problem - bis zum Schluss dagegen. Forward Chandler Parsons stellte mit 25 Punkten eine persönliche Bestmarke auf.

Assistent Kelvin Sampson bediente sich einer Box-Metapher: "Es war ein Schlagabtausch, aber sie haben den letzten Treffer gesetzt. Das ist enttäuschend."

Houstons Guard-Duo James Harden (22 Zähler) und Jeremy Lin (9 Punkte, 6 Assists) vergab in der Schlussphase insgesamt drei Dreier - der letzte hätte die Verlängerung gebracht.

Lins Heat-Horror kehrt zurück

Aufbauspieler Lin ärgerte sich vor allem über seinen Air Ball aus exzellenter Position. Es wäre die 113:110-Führung gewesen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

"Das war der entscheidende Moment. Den hätte ich unbedingt verwandeln müssen. Es war eine große Möglichkeit", haderte Lin.

Die Heat erwiesen sich wieder als sein Angstgegner. In der vergangenen Spielzeit bremsten sie kurzfristig sogar die "Linsanity" bei den Knicks. Dem 24-Jährigen unterliefen damals in einer Partie acht Ballverluste und er traf nur einen von elf Würfen.

SPORT1 fasst das weitere Geschehen aus der NBA zusammen:

Toronto Raptors - Utah Jazz 133:140 n.V.

Die Toronto Raptors und Utah Jazz lieferten sich einen dramatischen Shootout.

Utah setzte sich in Kanada erst nach der dritten Verlängerung mit 140:133 (52:57, 104:104, 115:115, 125:125) durch.

Forward Paul Millsap erzielte sieben seiner 34 Zähler in der dritten Overtime und wurde so zum Matchwinner.

"Ich kann das Team gar nicht genug loben. Sie wollten sich unbedingt den ersten Auswärtssieg verdienen", meinte Cheftrainer Tyrone Corbin.

Jefferson schlägt von draußen zu

Sieben Minuten vor Ende der regulären Spielzeit lag Utah noch mit elf Zählern hinten. Center Al Jefferson (24 Punkte, 17 Rebounds) entdeckte zwei Sekunden vor Schluss sein Talent zum Scharfschützen und krönte die Aufholjagd.

"Ich wusste, wir brauchten einen Dreier. Sie haben mich offen stehenlassen. Also habe ich abgedrückt. Das war mein erster Dreier seit der Schulzeit", sagte "Big Al".

Für Toronto stellte DeMar DeRozan dank 37 Punkten seine persönliche NBA-Bestleistung ein. Jose Calderon verbuchte 20 Zähler und 17 Assists (STATISTIK: Die Tagesbesten der NBA).

"Es hat nicht gereicht, aber wir können stolz auf uns sein. Der Kampfgeist war fantastisch", baute Raptors-Coach Dwane Casey sein Team auf.

Chicago Bulls - Boston Celtics 95:101

Die Boston Celtics gewannen bei den Chicago Bulls 101:95 (58:46) das Duell der beiden vergangenen Vize-Meister der Eastern Conference.

Bostons Spielmacher Rajon Rondo ragte mit 20 Punkten, zehn Assists und fünf Steals heraus. Es war sein 31. Spiel mit mindestens zehn Vorarbeiten - längere Serien schafften nur die Legenden John Stockton (37) und Magic Johnson (46).

"Wir haben uns im Angriff gut bewegt und immer die richtigen Entscheidungen getroffen. Da fiel es leicht, zu Assists zu kommen", blieb Rondo bescheiden.

Chicagos Serie reißt

Der Rückstand von zwölf Zählern nach drei Vierteln war für die Bulls letztlich zu viel. Fünfmal in Folge ließen sie beim Stand von 84:87 die Chance aus, zu verkürzen oder auszugleichen.

"Sie sind ein gutes Team. Du darfst sie nicht so weit weglassen. Wenn du ständig in Rückstand liegst, verlierst du zu viel Energie", ärgerte sich Luol Deng.

Der Brite war dank 26 Punkten und elf Rebounds Chicagos bester Akteur. Die Celtics schafften als erstes Team seit Anfang April wieder 100 Zähler gegen die Bulls.

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