O.J. Mayo (M.) kam vor der Saison von den Memphis Grizzlies nach Dallas © getty

Dallas kann auch gegen die ersatzgeschwächten T'wolves den Abwärtstrend nicht stoppen. Nowitzki gibt eine düstere Prognose ab.

Von Eric Böhm

München/Dallas - Der überraschend gute Saisonstart hat sich schnell relativiert.

Die Dallas Mavericks kassierten beim 82:90 (39:45) gegen die Minnesota Timberwolves ihre dritte Niederlage in Folge ( 635288 DIASHOW: Die Bilder der 2. Woche ).

Point Guard Darren Collison (21 Punkte) war bester Scorer der Mavericks. O.J. Mayo steuerte 18 Zähler bei, traf aber nur sieben seiner 18 Würfe.

"Wir wurden in der zweiten Hälfte zerlegt. Wir haben zu wenig investiert, um den Sieg zu verdienen", sagte Coach Rick Carlisle.

Routiniers enttäuschen

Die Ausfälle von Dirk Nowitzki (Reha nach Knie-OP) und Shawn Marion (Innenbanddehnung) kann das ohnehin nicht gerade tief besetzte Team über einen längeren Zeitraum offenbar nicht auffangen.

Der ehemalige DBB-Center Chris Kaman verfehlte zehn von 15 Versuchen aus dem Feld. Dennoch war er mit zwölf Punkten der einzige weitere Akteur der Gastgeber mit einer zweistelligen Ausbeute.

Die als routinierte Stützen benötigten Elton Brand und Vince Carter kamen gemeinsam auf mickrige acht Zähler und sieben Rebounds.

Wieder keine Rebounds

Die unerfahrenen Starter Brandan Wright und Jae Crowder wirkten überfordert. Erneut stand ein heftiger Rebound-Nachteil (35:49) zu Buche.

"Es ist nicht das Ende der Welt. Wir haben vier Siege und eine ausgeglichene Bilanz, aber es muss wieder aufwärts gehen", warnte Mayo vor einer Panikreaktion (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Gegen die noch sieglosen Washington Wizards (Do., ab 2.30 Uhr LIVESCORES) besteht die Gelegenheit, das dringend benötigte Erfolgserlebnis einzufahren.

Nowitzki: "Es geht langsamer voran"

Ein Warnsignal sind die letzten Niederlagen dennoch. Es gibt zu wenig konstante Punktesammler, und auch in der Verteidigung läuft es ohne Marion nicht rund.

Selbst gegen die noch mehr von Verletzungen gebeutelten T'wolves - es fehlten unter anderem Kevin Love, Ricky Rubio, Brandon Roy, Ex-Mav J.J. Barea und Chase Budinger - reichte die Qualität nicht aus.

Schlechte Nachrichten überbrachte zudem Nowitzki in einem TV-Interview während des Spiels. "Es geht langsamer voran, als ich erhoffte hatte", sagte der MVP von 2007.

Carlisle fliegt

Bisher hatte Dallas auf eine Rückkehr am Ende des Monats gehofft, offenbar könnte sich die Wartezeit aber bis in den Dezember ausdehnen. Nowitzki nannte keinen genauen Zeitraum.

Gegen Minnesota lag der NBA-Meister von 2011 nahezu ständig in Rückstand. Im Schlussviertel stand es 68:78, als Coach Rick Carlisle nach einem fragwürdigen Pfiff protestierte und des Feldes verwiesen wurde.

"Ich kann zu den Schiedsrichtern nichts sagen. Ihr wisst, was dann passiert", wollte Carlisle keine Geldstrafe riskieren.

Pekovic verletzt sich

Die Gäste setzten sich daraufhin auf 85:72 ab und hielten auch dem letzten Aufbäumen der Mavs stand.

Mit fünf Siegen aus sieben Partien ist der beste Start seit 2001 perfekt. Starting Center Nikola Pekovic war dank 20 Punkten bis zu einer Knöchelverletzung im dritten Viertel ihr bester Spieler.

"Ich weiß nicht, wann das endlich einmal aufhört. Hoffentlich kommen einige Jungs schnell zurück, damit wir diesen Lauf halten können", sagte Wolves-Trainer Rick Adelman.

Kirilenko lobt

Andrei Kirilenko verbuchte 16 Zähler und elf Rebounds. Sein russischer Landsmann Alexei Shwed erzielte ebenfalls 16 Punkte.

Die Gäste hielten Dallas bei einer indiskutablen Wurfquote (36,3 Prozent) und holten sich erst den dritten Sieg aus den vergangenen 24 direkten Duellen.

"Das liegt an unserem ausgezeichneten Charakter. Niemand lässt sich von den Verletzungen runterziehen. Jeder setzt sich voll ein", lobte Kirilenko.

Weiterlesen