Wayne Ellington (r.) wurde im NBA-Draft 2009 in der ersten Runde ausgewählt © getty

Der Reservist versenkt gegen James' Startruppe sieben Distanzwürfe und beschert Memphis den besten Start der Teamhistorie.

Von Eric Böhm

München/Memphis - Die Miami Heat werden noch ein paar Tage von Wayne Ellington träumen.

Der Guard schenkte dem Titelverteidiger sieben Dreier ein und führte die Memphis Grizzlies so zum überraschenden 104:86 (56:41)-Erfolg.

Seine Dreier und insgesamt 25 Punkte waren für den Reservisten persönliche NBA-Bestmarken ( 635288 DIASHOW: Die Bilder der 2. Woche ).

"Ich bin hier genau richtig aufgehoben. Wir haben starke Spieler unter dem Korb, da bekomme ich meine Möglichkeiten", jubelte Ellington.

Bosh überrascht

Der 24-Jährige kam vor der Saison aus Minnesota, wo er in seiner Entwicklung zuletzt stagniert war.

Die Timberwolves hatten große Hoffnungen in den College-Meister von 2009 - gemeinsam mit Ty Lawson, Danny Green und Tyler Hansbrough für North Carolina - gesetzt.

Die Reputation eines eiskalten Scharfschützen hatte er jedoch nur selten rechtfertigen können. Die Grizzlies suchten händeringend nach einem Shooter und schickten Dante Cunningham in den Norden.

"Jetzt kann sich Ellington wohl nicht mehr von den Verteidigern wegschleichen. Ich wusste nicht, dass er so gut werfen kann, jetzt weiß es jeder", sagte Miamis Chris Bosh.

Ständig in Rückstand

Das Starensemble konzentrierte sich von Beginn an auf die gefährlichen Big Men Zach Randolph und Marc Gasol. Sie wollten die Grizzlies zu Distanzwürfen zwingen.

"Das war der Plan. Sie waren bei Dreierversuchen und Treffern ganz hinten. Wir haben dafür bezahlt. Sie haben exzellent geworfen", ärgerte sich LeBron James.

Insgesamt kassierte sein Team 14 Dreier. Den letzten Ausgleich schafften sie zum 14:14. Miami verlor im zweiten Viertel (20:34) den Anschluss und fand nicht zurück ins Spiel.

Ellington macht Deckel drauf

Bei der zweiten Saisonniederlage kam MVP James auf 20 Punkte, zehn Rebounds sowie sechs Assists. Chris Bosh (22) war ihr bester Schütze.

Nach einem Drei-Punkte-Spiel durch Randolph (18 Zähler, 12 Rebounds) zerstörte Ellington mit seinem sechsten Volltreffer zum 88:76 sämtliche Hoffnungen auf den fünften Sieg in Folge (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

"In den kritischen Phasen fehlte uns das letzte Quäntchen. Wir müssen diese Lektion mitnehmen, schließlich werden uns die nächsten Gegner nicht schonen", betonte Miamis Coach Erik Spoelstra.

Wade noch geschwächt

Die Reise durch den Westen geht mit einem Gastspiel bei James Hardens Houston Rockets (ab 2 Uhr LIVESCORES) und einer Partie bei den L.A. Clippers (Do., ab 4.30 Uhr LIVESCORES) weiter.

Oberstes Ziel der Heat muss es sein, sich sich dann wieder ausgeglichener zu präsentieren, denn außer James und Bosh punktete niemand zweistellig.

Dwyane Wade waren die Nachwirkungen seiner Grippe noch anzumerken. Er traf nur drei seiner 15 Versuche aus dem Feld.

Grizzlies als Angstgegner

Seit dem Beginn der Ära von "Miami Thrice" gewann Memphis drei von vier direkten Duellen. Topscorer Rudy Gay steuerte 21 Zähler sowie acht Rebounds bei. Point Guard Mike Conley Jr. verbuchte 18 Punkte und neun Assists.

Die Grizzlies wahrten ihre perfekte Heimbilanz und verloren nur eines von sechs Saisonspielen - der beste Start ihrer Geschichte.

"Wir wollten heute ein Statement abgeben. Das haben wir getan. Mit uns ist zu rechnen", tönte Randolph.

Gay selbstbewusst

Dieses Selbstvertrauen können sie bei den Oklahoma City Thunder (Do., ab 2 Uhr LIVESCORES) und gegen die ungeschlagenen New York Knicks (Sa., ab 3.30 Uhr LIVESCORES) unter Beweis stellen.

Auf die Frage nach diesen schweren Aufgabe antwortete Gay nur: "Die müssen gegen uns antreten." Selbst Coach Lionel Hollins fand kein Haar in der Suppe: "Wir haben fantastisch gespielt."

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