Nate Robinson (r.) war trotz seiner geringen Größe schon dreimal Slam-Dunk-Champion © getty

Chicago besinnt sich alter Tugenden und beendet den Lauf der Wolves. "KryptoNate" glänzt. Die Spurs können es auch ohne Parker.

Von Eric Böhm

München - Die Chicago Bulls haben ihre Heimstärke wiedergefunden.

Nach zwei Pleiten aus den vergangenen drei Partien im United Center gelang gegen die Minnesota Timberwolves ein 87:80 (40:41)-Erfolg.

Center Joakim Noah (17 Punkte, vier Blocks) und Ersatz-Spielmacher Nate Robinson (18 Zähler) ragten beim sechsmaligen Meister heraus ( 635288 DIASHOW: Die Bilder der 2. Woche ).

"Ich versuche einfach, dem Team Energie zu verleihen und meine Mitspieler einzusetzen. Hoffentlich habe ich das getan", gab sich "KryptoNate" bescheiden.

Hinrich muss früh passen

Der relativ spät verpflichtete Neuzugang war besonders gefordert, da Starter Kirk Hinrich im zweiten Viertel mit einer Dehnung des Hüftbeugers ausgewechselt werden musste.

Vor allem in der Abwehr präsentierten sich die Bulls wieder deutlich aggressiver und beendeten die drei Spiele andauernde Siegesserie der T-Wolves (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

"Die Defensive ist nach wie vor unser Schlüssel. Vorn hast du immer gute und schlechte Pahsen. Alles andere kannst du durch Einsatz beeinflussen. Das war heute in Ordnung", lobte Coach Tom Thibodeau.

Belinelli trifft

Sein Team hielt Minnesota bei einer Dreierquote unter 25 Prozent und hatte dank Noah (7), Taj Gibosn (8) und Carlos Boozer (9) einen Rebound-Vorteil (47:40).

Neuzugang Marco Belinelli verwandelte in der Anfangsphase des letzten Viertels kurz hintereinander drei Dreier. Von dem 63:72-Rückstand erholte sich Minnesota nicht mehr.

"Das ist mein Teil des Spiels. Das war heute für mich und das Team sehr wichtig", sagte der Italiener - vor der Partie war Chicago noch das ungefährlichste Team aus der Distanz.

Thibodeau lobt Reservisten

Da beide Teams große Stars - Derrick Rose, Ricky Rubio, Kevin Love, Brandon Roy - vermissten gab die größere Tiefe der Gastgeber den Ausschlag zum sechsten Erfolg gegen Minnesota in Serie.

"Ich glaube, unsere Bank war ausgezeichnet. Marco war ausgezeichnet, Taj war gut auch Nazr (Muhammed, Anm. der Red.) war gut", bestätigte Thibodeau.

Die Wolves mussten zudem die Verletzung von Forward Chase Budinger verkraften. Er verdrehte sich im letzten Viertel das Knie. Eine genaue Diagnose steht noch aus.

Ridnour meckert

NBA-Rückkehrer Andrei Kirilenko war dank elf Punkten, zwölf Rebounds sowie sieben Assists ihr bester Akteur (STATISTIK: Die Tagesbesten der NBA).

"Du musst hier dagegenhalten. Sie begehen viele Fouls und bauen versteckte Schubser ein. Das ist ihre Spielweise. Auch Budinger haben sie bei seiner Verletzung gefoult und gestoßen", warf Luke Ridnour den Bulls eine unsaubere Spielweise vor.

SPORT1 fasst das weitere Geschehen aus der NBA zusammen:

Portland Trail Blazers - San Antonio Spurs 109:112

Die San Antonio Spurs bezwangen die Portland Trail Blazers in Oregon mit 112:109 (43:52) und holten sich den sechsten Sieg im siebten Spiel. Damit stehen sie im Westen schon wieder an der Spitze.

Reservist Gary Neal (27 Punkte, 7 Rebounds) erwischte einen herausragenden Tag. Veteran Tim Duncan steuerte 22 Zähler sowie neun Rebounds bei.

So fiel Tony Parkers Fehlen wegen einer Grippe nicht ins Gewicht. Die Spurs lagen im dritten Durchgang bereits deutlich hinten, wendeten aber mit einem 14:0-Lauf zu Beginn des letzten Viertels das Blatt.

"Ich bin froh, dass ich heute so helfen konnte. Wir haben seit ich hier bin noch nie in Portland gewonnen", jubelte Neal.

Batum sauer

Parkers Landsmann Nicolas Batum war mit 33 Punkten bester Schütze der Blazers. Er schaffte 40 Sekunden vor dem Ende noch den Ausgleich, danach fiel aber nichts mehr.

Der starke Manu Ginobili (17 Zähler) sorgte von der Freiwurflinie für San Antonios Sieg.

"Wir hätten das Spiel schon lange vorher entscheiden müssen", haderte Batum.

Milwaukee Bucks - Boston Celtics 92:96

Kapitän Paul Pierce die Boston Celtics dank 25 Punkten zum 96:92 (39:42)-Auswärtssieg bei den Milwaukee Bucks.

Der Rekordmeister benötigte für den dritten Saisonsieg aber ein explosives Schlussviertel (32:24). Pierce und Kevin Garnett (18 Zähler) markierten jeweils acht Punkte.

"Es ist vielleicht nicht schön anzusehen, aber wir beißen uns durch", sagte Ex-Maverick Jason Terry, der erstmals begann und 15 Zähler beisteuerte.

Rondo verpasst Stocktons Rekord

Rajon Rondo verpasste mit "nur" zehn Assists zwar John Stocktons Rekord von 28 Spielen mit mehr als zehn Vorlagen, schaffte aber die 30. Partie mit zweistelliger Ausbeute - die drittbeste Serie aller Zeiten. Zu Magic Johnsons Marke (46) ist es noch ein weiter Weg.

Monta Ellis (32 Punkte, 8 Assists) ragte bei den Bucks heraus. "Wir haben hart gekämpft. Sie haben die wichtigen Würfe versenkt. Das musst du anerkennen", erklärte der Shooting Guard.

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