Chris Kaman (r.) nahm mit Deutschland 2008 an den Olympischen Spielen teil © getty

Im 17. Duell mit dem Kellerkind setzt es für die Mavs die erste Pleite. Ein schuhloser Rookie besiegelt die Overtime-Blamage.

Von Eric Böhm

München/Charlotte - Jetzt hat es also auch die Dallas Mavericks erwischt.

Ohne Rekonvaleszent Dirk Nowitzki kassierten die Texaner im 17. Duell mit den Charlotte Bobcats durch das 97:101 (55:44, 91:91) nach Verlängerung erstmals eine Niederlage ( 635288 DIASHOW: Die Bilder der 2. Woche ).

Dallas war die letzte NBA-Mannschaft, die Michael Jordans Team seit seiner Gründung noch nicht besiegt hatte. Für die Gastgeber war es der zweite Saisonsieg - 2011/2012 waren ihnen insgesamt nur sieben gelungen.

"Der Auftritt in der zweiten Hälfte und der Verlängerung ist nicht akzeptabel. Ballverluste und Offensiv-Rebounds haben uns das Genick gebrochen. Dieses Team muss noch viel über das Gewinnen lernen", grollte Coach Rick Carlisle.

Zu viele Fehler

O. J. Mayo (22 Punkte) war einmal mehr bester Scorer des Meisters von 2011, der sich einen Tag nach der Schlappe in New York (Bericht) erneut kostspielige Ballverluste erlaubte.

Allein nach der Pause gestatteten die Mavericks dem Kellerkind der Eastern Conference 18 Offensiv-Rebounds. Die zusätzlichen Chancen ließ sich die Truppe des Trainer-Neulings Mike Dunlap nicht entgehen.

"Wir haben heute unglaublich viel investiert. Das hat sich bei den Rebounds positiv bemerkbar gemacht. MKG (Michael Kidd-Gilchrist, Anm. der Red.) war der entscheidende Faktor", lobte Dunlap seinen Rookie.

Super-Rookie überragt

Der zweite Pick des NBA-Drafts 2012 stellte mit 25 Punkten sowie zwölf Rebounds persönliche Bestleistungen auf - einmal traf er sogar ohne einen verlorenen Schuh.

Wie schon gegen Knicks-Star Carmelo Anthony machte sich besonders in der Abwehr das Fehlen von Shawn Marion (Innenbanddehnung) bemerkbar. Ohne "The Matrix" konnte niemand den athletischen Kidd-Gilchrist bremsen.

"Michael hat heute nicht wie ein Rookie gespielt", sagte Aufbauspieler Kemba Walker, der selbst 26 Zähler, sieben Assists und unglaubliche acht Steals ablieferte.

Sessions trifft zum Ausgleich

Dabei hatten sich die Mavs schnell von einem katastrophalen 9:22-Auftakt erholt und erkämpften sich bis zur Pause eine Führung. Im dritten Abschnitt waren sie sogar mit 15 vorn.

Selbst im Schlussviertel schien beim Stand von 84:77 alles auf einen weiteren Erfolg gegen den Lieblingsgegner hinzudeuten, ehe Point Guard Ramon Sessions (12 Zähler) einen 8:0-Lauf der Hausherren initiierte.

Ex-Laker Sessions war es auch, der nach einem Offensiv-Rebound Kidd-Gilchrists sechs Sekunden vor dem Ende die Verlängerung erzwang.

"Das geht gar nicht. Da müssen wir besser ausblocken. Es war die entscheidende Szene und ist schwer zu schlucken", ärgerte sich Center Brandan Wright, der mit acht Rebounds noch Dallas' bester Abräumer war.

Carter verpasst Buzzer-Beater

Kurz darauf verpasste Vince Carter (19 Zähler) den Siegtreffer für die Mavericks. In der Overtime blieb Charlotte cooler (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Kidd-Gilchrist und Walker sorgten für den entscheidenden 99:95-Vorsprung. Spielmacher Darren Collison (14 Punkte, 6 Assists) und Mayo trafen keinen ihrer vier Würfe. Stattdessen unterliefen ihnen zwei Ballverluste und drei Fouls.

"Wir haben das Spiel verschenkt. Da gibt es keine zwei Meinungen", haderte Wright.

Nach der dritten Niederlage im siebten Spiel geht es in der Nacht auf Dienstag mit dem Heimspiel gegen Minnesota (ab 2.30 Uhr LIVESCORES) weiter. Eventuell kehrt Marion dann zurück.

Kaman schwach

Trotzdem enttäuschten bei Dallas vor allem die Big Men um Chris Kaman. Dem DBB-Center gelangen nur sechs Zähler und sechs Rebounds.

Elton Brand (10 Zähler, 5 Rebounds) war kaum besser. Charlottes B.J. Mullens griff sich ohne die nötige Gegenwehr 15 Rebounds. Selbst Ex-Mav Brendan Haywood streute gute Aktionen ein.

"Wir müssen das Spiel abhaken. Es war richtig schlecht. Zu Hause müssen wir diesen miserablen Eindruck wieder korrigieren", forderte Mayo.

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