Kobe Bryant (M.) war bereits viermal MVP des All-Star Games © getty

Nach der Entlassung des Coaches fahren Bryant und Co. einen Erfolg ein. Kehrt Jackson zurück? James setzt Miamis Siegtreffer.

Von Eric Böhm

München - Die Los Angeles Lakers haben wenige Stunden nach der Entlassung ihres Trainers Mike Brown (News) in die Erfolgsspur zurückgefunden.

Gegen die Golden State Warriors gelang unter Interimscoach Bernie Bickerstaff ein lockerer 101:77 (47:38)-Erfolg.

Zum zweiten Saisonsieg des so enttäuschend gestarteten Topfavoriten trug Kobe Bryant 27 Punkte, 9 Rebounds sowie 7 Assists bei ( 635288 DIASHOW: Die Bilder der 2. Woche ).

"Es wusste keiner, wie er darauf reagieren soll. Wir mussten rausgehen und unseren Job machen. Die Emotionen wurden dann auf dem Court entfesselt", sagte Bryant.

Fans wollen Jackson

Nach dem schlechtesten Start der Ära des Superstars zogen Eigentümer Jerry Buss und Manager Mitch Kupchak die Notbremse.

Sie feuerten den glücklosen Brown, dem inklusive Preseason nur ein Sieg aus zwölf Spielen zum Verhängnis wurde.

Bereits vor der Partie gegen Sacramento in der Nacht auf Montag (ab 3.30 Uhr LIVESCORES) könnte der Nachfolger feststehen. Das Publikum im Staples Center machte mit den Sprechchören "Wir wollen Phil!" klar, wer ihr bevorzugter Kandidat ist.

Auch Sloan und D'Antoni in der Verlosung

Browns Vorgänger Phil Jackson hatte sich 2011 nach dem blamablen 0:4 in der Playoff-Serie gegen die Dallas Mavericks in den Ruhestand verabschiedet, gilt aber als bevorzugte Variante.

"Sein letztes Jahr hat immer an mir genagt. Ich hatte damals Knieprobleme und konnte ihm keinen besseren Abschied bereiten. Das würde ich gern nachholen", sprach sich Bryant für seinen Mentor aus.

Auch Utahs langjähriger Coach Jerry Sloan und Mike D'Antoni werden gehandelt. Den früheren Knicks-Trainer kennt Steve Nash noch aus Phoenix.

Hill springt für Howard ein

Die Verletzung des neuen Point Guards hatte großen Anteil am Fehlstart der Lakers. Bereits im zweiten Spiel zog sich der zweimalige MVP einen Bruch des Wadenbeinkopfes zu.

Gegen Golden State reichte es auch ohne den Kanadier. Mit einem 25:9-Lauf im dritten Viertel setzten sich die Lakers endgültig von dem kalifornischen Rivalen ab.

Dwight Howard kam wegen Foulproblemen nur auf sechs Zähler. Backup Jordan Hill (14) sprang ein. Pau Gasol verbuchte ebenfalls 14 Punkte und holte 16 Rebounds.

Warriors zu fehlerbehaftet

Urplötzlich stimmte beim 16-maligen Champion auch die Einstellung in der Defensive. Sie forcierten 19 Ballverluste und hielten die Warriors bei einer Wurfquote knapp über 33 Prozent.

Nicht zuletzt die lasche Verteidigung kreideten Buss und Kupchak dem Defensivspezialisten Brown an (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Für die Warriors traf Point Guard Steph Curry (18) am besten. Er und Guard-Kollege Klay Thompson (15) verfehlten aber jeweils zehn von 16 Versuchen aus dem Feld.

"Wir wussten, dass sie in dieser Situation besonders heiß sein würden, haben aber zu viele Fehler gemacht", ärgerte sich Coach Mark Jackson.

SPORT1 fasst das weitere Geschehen aus der NBA zusammen:

Atlanta Hawks - Miami Heat 89:95

Den Miami Heat gelang mit dem 95:89 (42:46) bei den Atlanta Hawks im sechsten Spiel der fünfte Sieg.

Einmal mehr war LeBron James der herausragende Akteur. Der MVP sammelte 21 Punkte, elf Rebounds und neun Assists.

Ohne den grippekranken Dwyane Wade versenkte James für den Titelverteidiger 13,6 Sekunden vor Schluss auch den entscheidenden Wurf.

"Es war eine gute Möglichkeit. Dafür trainierst du jeden Tag", sagte James, der trotz leichter Knieprobleme über seinen langjährigen Rivalen DeShawn Stevenson hinweg einnetzte.

Smith patzt von der Linie

Chris Bosh markierte 24 Zähler. Sixth Man Ray Allen steuerte 17 Punkte bei. In der engen Partie vergab Atlantas Josh Smith (13 Zähler) in der Endphase zwei wichtige Freiwürfe.

"Das wäre der Ausgleich gewesen. Ich muss diese Chancen nutzen. Ich entschuldige mich bei meinem Team", haderte Smith, der zudem viel Energie als James' Bewacher opfern musste.

Boston Celtics - Philadelphia 76ers 100:106

Die Philadelphia 76ers feierten mit 106:100 (57:45) einen Auswärtssieg bei den Boston Celtics.

Evan Turner (25 Punkte) und Spielmacher Jrue Holiday (21) widerstanden im letzten Viertel einem Comeback-Versuch der Celtics.

Nach einem 74:83-Rückstand kämpften sich die Gastgeber in der Endphase auf 100:102 heran. Turners vier Punkte in den finalen 25 Sekunden besiegelten die dritte Saisonniederlage des Rekordmeisters.

"Ich habe den Jungs gesagt, dass bei einem Lauf nicht gleich das Dach über uns einstürzt. Wir mussten einfach cool bleiben. Evan hat das routiniert gelöst", lobte Sixers-Trainer Doug Collins.

Rondo jagt Stockton

Paul Pierce (24 Zähler) war Bostons bester Schütze. Rajon Rondo kam auf 14 Zähler und fantastische 20 Assists - bei nur 37 Körben der Celtics (STATISTIK: Die Tagesbesten der NBA).

Dem Point Guard fehlt nur noch ein Spiel mit mindestens elf Vorlagen, um den NBA-Rekord von John Stockton zu erreichen - der Hall-of-Famer schaffte 1990/1991 sogar 27 Partien.

"Es war erst das fünfte Spiel. Zwei Siege sind nicht optimal, aber es ist ein Prozess. Wir werden uns steigern", meinte Pierce.

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