Vince Carter (l.) kam 2011 von den Phoenix Suns nach Dallas © getty

Dallas verkauft sich in New York gut, kann aber Anthony nicht bremsen. Kaman und Mayo fehlt Hilfe. Chandler macht den Sack zu.

Von Eric Böhm

München/New York - Die Erfolgsserie der ersatzgeschwächten Dallas Mavericks ist gerissen.

Ohne Rekonvaleszent Dirk Nowitzki und Shawn Marion (Innenbanddehnung) setzte es nach zuletzt drei Siegen in Folge ein 94:104 (57:55).

All-Star Carmelo Anthony war mit 31 Punkten der dominierende Akteur und sorgte dafür, dass die Knicks zum ersten Mal seit 1993 nach vier Partien immer noch ungeschlagen sind - damals reichtes es später zum Einzug in die Finals.

"New York ist ein routiniertes Teams. Wenn du sie mit katastrophalen Ballverlusten einlädst, nutzen sie das aus", haderte Mavericks-Coach Rick Carlisle ( 635288 DIASHOW: Die Bilder der 2. Woche ).

Mayo zu freigiebig

Gegen die einzig noch perfekte Mannschaft der NBA schenkte der Meister von 2011 so 20 Punkte leichtfertig her.

Diesbezüglich tat sich Topscorer O.J. Mayo (23 Punkte) besonders hervor. Ihm unterliefen gleicht acht Turnovers.

"Das war heute eine bittere Niederlage. Es lief von Anfang an nicht rund, trotzdem hatten wir bis in die Schlussphase eine Chance", sagte Mayo.

Zu wenige Scorer

Dem Shooting Guard muss allerdings zugutegehalten werden, dass ihm vom bisher so ausgeglichenen Kollektiv die Unterstützung fehlte.

Lediglich DBB-Center Chris Kaman (14 Zähler, 7 Rebounds) und Vince Carter (15 Punkte) konnten von der Bank kommend überzeugen.

Aufbauspieler Darren Collison traf nur einen seiner acht Würfe und erlebte trotz acht Assists sein erstes schwaches Spiel im Mavs-Trikot. Rückkehrer Elton Brand (nach der Geburt seines zweiten Kindes) kam nicht zur Entfaltung.

Chandler gibt den Kick

Dennoch führten die Texaner zur Pause hauchdünn, ehe Center Tyson Chandler den Knicks den entscheidenden Kick gab.

"Tyson ist in der Kabine immer sehr wortgewaltig. Diesmal war er natürlich besonders motiviert und hat uns aufgefordert, besser zu verteidigen", bestätigte Anthony.

Mit Dallas hatte Chandler den Titel gewonnen und nie ein Hehl aus seiner Enttäuschung gemacht, dass ihm kein langfristiger Vertrag angeboten worden war.

Vergleich zu Dallas' Meisterteam

Die Knicks dominierten nach seiner Ansprache und dem amtierenden Abwehrspieler des Jahres blieb es vorbehalten, mit einem Drei-Punkte-Spiel zum 96:86 die Entscheidung herbeizuführen.

Nach dem krachenden Dunking schrie er die Mavericks-Bank an. Seit dieser Saison spielt mit Jason Kidd (6 Punkte) ein weiterer Meisterspieler in New York (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

"Unser Team erinnert mich an damals. Wir haben eine ähnlich gute Chemie, Persönlichkeiten und Kadertiefe", meinte Chandler.

Dürreperiode zum falschen Zeitpunkt

In der zweiten Hälfte hatten die Mavericks riesige Probleme mit der aggressiveren Abwehr der Gastgeber und konnten nicht an ihre letzten tollen Auftritte anknüpfen.

"Nach der Pause haben wir nur 37 Punkte zugelassen, das war entscheidend", bilanzierte Knicks-Trainer Mike Woodson.

Trotz allem lag Dallas nach Mayos Treffer zum 86:90 siebeneinhalb Minuten vor Schluss noch in Schlagdistanz, schaffte in der Folge aber nur noch zwei Körbe aus dem Feld.

Auf nach Charlotte

Marions Zwangspause machte sich im "Big Apple" besonders negativ bemerkbar. Schließlich erzielten sein potenziellen Gegenspieler Anthony und J.R. Smith (22) mehr als die Hälfte aller Knicks-Punkte.

Rookie Jae Crowder und Neuzugang Dahntay Jones konnten den Ausfall von "The Matrix" nicht kompensieren.

"Sie haben gut gespielt. Vier Siege aus vier Spielen wäre für jedes Team ein beeindruckender Start. Wir hatten am Ende nichts mehr zuzusetzen", erklärte Brand.

Nun winkt den Mavs jedoch wieder eine leichtere Aufgabe. Bei den Charlotte Bobcats (ab 1.30 Uhr LIVESCORES) sollte ein Sieg herausspringen.

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