Kobe Bryant (l.) absolvierte in Utah sein 79. Spiel gegen die Jazz © getty

Der Topfavort kommt nicht auf die Beine. In Utah setzt es für Bryant und Co. den nächsten Dämpfer. Die Heat blamieren Brooklyn.

Von Eric Böhm

München - Die Los Angeles Lakers kommen einfach nicht in die Gänge.

Der Topfavorit der Western Conference kassierte mit dem 86:95 (41:51) bei den Utah Jazz bereits die vierte Saisonniederlage - bei nur einem Erfolg ( 635288 DIASHOW: Die Bilder der 2. Woche ).

Selbst 29 Punkte von Kobe Bryant reichten nicht aus. Der Superstar verfehlte allerdings auch zehn von 17 Würfen aus dem Feld.

"Wir sind alle sehr frustriert. Ich bin besonders angefressen, weil wir nicht so wie besprochen in das Spiel gegangen sind. Wir wollten den ersten Akzent setzen", haderte Coach Mike Brown.

Bryant kommt zu spät in Schwung

Stattdessen legten die Jazz einen Blitzstart hin und kontrollierten das Geschehen. Über weite Strecken frustrierten gleich mehrere Spieler Bryant.

Erst im Schlussviertel kam der Olympiasieger von London mit 16 Zählern in Schwung, da steckte der Lakers-Karren aber schon zu weit im Dreck. Der schlechteste Start der Bryant-Ära ist perfekt.

"Es ist schwer, ihn als einzelner Verteidiger zu stoppen. Ich muss meinen Teamkollegen ein Kompliment machen. Das Spiel war zum richtigen Zeitpunkt beendet, denn er drehte gerade richtig auf", sagte Utahs Neuzugang Randy Foye.

Viele Probleme

Der Ex-Clipper überzeugte allerdings nicht nur gegen Bryant, er sammelte auch 17 Zähler und brach L.A. sechs Minuten vor dem Ende durch drei Dreier in Folge zum 79:68 das Genick.

Die Lakers verdammte ihre schwache Bank, eine desaströse Dreierquote (4 von 23) und Pau Gasols miserabler Auftritt (5 Pünktchen).

"Viel hängt einfach am fehlenden Rhythmus. Wir lernen uns gerade erst kennen. Es fehlt in kritischen Situationen die Abstimmung", analysierte Bryant.

Big Al zieht hält gegen Superman mit

Nimmt man die Vorbereitungsspiele dazu, steht für das neuzusammengestellte Starensemble nur ein Sieg aus zwölf Partien zu Buche.

Center Dwight Howard gelangen 19 Zähler sowie neun Rebounds, er wurde von Utahs Big Man Al Jefferson (18 Zähler, 10 Rebounds) jedoch neutralisiert.

"Sie kennen mich. Mit den Clippers hatte ich einige gute Spiele gegen sie. Es punktete entweder Big Al oder ich traf von draußen", sagte Foye.

Sloan für Brown?

Ohne den nach wie vor verletzten Steve Nash (Bruch des Wadenbeinkopfes) konnten die Lakers auch den zweiten Ex-Clipper Mo Williams (16 Punkte) nicht halten.

"Es war natürlich ein süßer Triumph, aber nach drei Pleiten brauchten wir den Sieg unbedingt", meinte Williams (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Für Coach Brown wird die Luft immer dünner. Nach übereinstimmenden Medienberichten, die sich auf eine anonyme Quelle berufen, steht der ehemalige Jazz-Trainer Jerry Sloan schon in den Startlöchern.

SPORT1 fasst das weitere Geschehen aus der NBA zusammen:

Miami Heat - Brooklyn Nets 103:73

Die Miami Heat verpassten den aufstrebenden Brooklyn Nets beim 103:73 (50:41) eine deftige Abreibung.

Dwyane Wade war dank 22 Punkten Topscorer des Meisters. LeBron James (20 Zähler, 12 Rebounds, 8 Assists) verfehlte nur knapp ein Triple-Double (STATISTIK: Die Tagesbesten der NBA).

Die Playoff-erprobte kleine Aufstellung mit Chris Bosh und James im Frontcourt konnte bisher noch kein Gegner stoppen.

"Es bringt bisher defensiv keine Nachteile. Im Angriff können wir jederzeit explodieren", bestätigte der amtierende MVP.

Nets geht die Puste aus

Nach der Pause machte Miami in der Verteidigung ernst und erlaubte den Nets nur noch 32 Punkte. Insgesamt machten sie aus 19 Ballverlusten der Gäste 31 Zähler.

All-Star Deron Williams kam zwar als Brooklyns bester Scorer auf 14 Punkte, leistete sich aber gleich sieben Turnover.

Erstmals in ihrer 25-jährigen Geschichte gewannen die Heat somit ihre ersten vier Heimspiele der Saison.

"Es ist so schon schwer, sie zu bremsen. Wenn du dann auch noch ständig den Ball verlierst, spielst du ihnen in die Karten", ärgerte sich Nets-Coach Avery Johnson.

Los Angeles Clippers - San Antonio Spurs 106:84

Die San Antonio Spurs haben im Rematch der letztjährigen West-Halbfinals ihre erste Saisonniederlage kassiert.

Bei den Los Angeles Clippers verloren die Texaner deutlich mit 84:106 (41:47). Die Gastgeber nahmen damit Revanche für das 0:4-Aus in den Playoffs.

"Wir hatten immer noch im Kopf, was sie mit uns vor einigen Monaten gemacht haben. Das war zusätzliche Motivation", bestätigte Center DeAndre (20 Punkte, 11 Rebounds, 4 Blocks).

Parker geht unter

Im dritten Viertel (21:35) verloren die Spurs den Anschluss. Tony Parker (4 Zähler, vier Ballverluste) enttäuschte. Nur Danny Green (12) und Tim Duncan (10) punkteten zweistellig.

Gegen die Dynamik der Clippers mit Jordan, Blake Griffin (22 Zähler, 10 Rebounds) und Chris Paul (12 Assists) konnten sie diesmal nichts ausrichten.

"Sie haben uns in den Hintern getreten. Sie waren aus offensichtlichen Gründen aggressiver und emotionaler", sagte Spurs-Coach Gregg Popovich.

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