O. J. Mayo (r.) wurde 2009 ins All-Rookie Team der NBA gewählt © getty

Chris Kaman feiert ein starkes Start-Debüt und verhilft den Mavs zum Heimsieg. Auch Mayo glänzt. Carter springt in die Bresche.

Von Eric Böhm

München/Dallas - Die Dallas Mavericks haben ihren erfolgreichen Start trotz einiger Personalprobleme weiter ausgebaut.

Der NBA-Champion von 2011 schlug die Toronto Raptors 109:104 (61:50) und feierte im fünften Spiel den vierten Sieg - die beste Auftaktbilanz seit 2007 ( 635288 DIASHOW: Die Bilder der 2. Woche ).

Neben Rekonvaleszent Dirk Nowitzki (nach Knie-OP) fielen diesmal auch Shawn Marion (Innenbanddehnung) und Elton Brand (Geburt seines zweiten Kindes) aus.

"Das ist jetzt schon eine Stärke von uns. Wir haben Jungs, die für verletzte Teamkollegen einspringen. Diesen Lauf wollen wir so lange wie möglich fortsetzen", freute sich Chris Kaman.

Kaman ins kalte Wasser geworfen

Der 25-malige deutsche Nationalspieler (22 Punkte, 8 Rebounds) war bei seinem ersten Einsatz in der Startformation einer der auffälligsten Spieler.

Er rutschte für Brand ins Team und verhalf Dallas mit acht Zählern zu einem vor allem offensiv starken ersten Viertel (36:24).

"Ohne Elton hatte ich erwartet, mehr zu spielen. Dass es gleich so viel mehr Einsatzzeit (33 Minuten, Anm. der Red.) werden würde, war dann doch überraschend. Ich bin noch nicht wieder topfit", sagte Kaman.

Carter trumpft gegen Ex-Team auf

Der 30-Jährige hatte die ersten beiden Partien wegen einer Wadenzerrung verpasst, präsentiert sich mit einer Wurfquote von über 70 Prozent aber schon als wichtiger Teil des Gefüges.

An Marions Stelle bekam Rookie Jae Crowder (8 Punkte, keine Ballverluste) seinen ersten Einsatz von Beginn an und wechselte sich auf dem Flügel mit Vince Carter ab.

Der Routinier stellte gegen sein altes Team seinen Wert für die Mavs mit 17 Zählern unter Beweis. Zum Kracher bei den New York Knicks (Sa., ab 1.30 Uhr LIVESCORES) wird immerhin Brand zurückkehren.

Kleine Zitterpartie

Die Gastgeber führten über die gesamte Partie zweistellig. "Vinsanity" leitete zu Beginn des Schlussviertels einen 10:3-Zwischenspurt ein, den Troy Murphy zum vorentscheidenden 92:77 abschloss.

"Über weite Strecken hat mir unsere Leistung sehr gut gefallen. Unsere erste Fünf hat für einen guten Start gesorgt, am Ende hatten wir ein paar kleine Schwierigkeiten". Bilanzierte Coach Rick Carlisle.

Toronto kam in der Tat 30 Sekunden vor Schluss auf fünf Zähler heran, verfehlte aber danach zwei Dreier und musste die vierte Saisonniederlage einstecken.

Angriff läuft auf vollen Touren

Dallas' zuletzt so erfolgreicher Scorer O. J. Mayo markierte diesmal 22 Zähler. Auch Point Guard Darren Collison (15) überzeugte einmal mehr. Mayo übernahm zudem im Aufbau Verantwortung und sammelte sechs Assists.

Während ihrer nun drei Spiele andauernden Siegesserie erzielten die Mavericks im Schnitt mehr als 116 Punkte pro Partie (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

"Ihre Stärke ist das Passspiel. Sie finden ständig den freien Mann. Wenn sie ohne Dirk und mit den vielen Neuen jetzt schon so gut spielen, werden sie später kaum noch zu stoppen sein", lobte Torontos Cheftrainer Dwane Casey.

Valanciunas überfordert

Nach Portlands Terry Stotts musste sich also auch der zweite ehemalige Carlisle-Assistent seinem alten Boss geschlagen geben.

Die 14. Niederlage beim 17. Auftritt in Dallas konnte auch der starke Italiener Andrea Bargnani (25 Punkte) nicht verhindern. DeMar DeRozan verbuchte 24 Zähler, sechs Rebounds und sieben Assists.

Den Raptors fehlte ihr Topscorer Kyle Lowry wegen einer Knöchelverletzung. Rookie-Center Jonas Valanciunas zahlte mit fünf Fouls in zehn Minuten ordentlich Lehrgeld.

"Es ist ein Prozess. Wir können auf der zweiten Hälfte aufbauen. Wir hatten in der Schlussphase die Siegchance", machte Casey seiner Truppe Mut.

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