Luol Deng (l.) nahm in der vergangenen Saison erstmals am All-Star Game teil © getty

Chicagos Forward und "KryptoNate" bescheren Orlando ohne die Wahl-Fans die erste Pleite. Westbrook reißt die Thunder mit.

Von Eric Böhm

München - Die Chicago Bulls hat selbst die große Wahlparty des alten und neuen US-Präsidenten Barack Obama nicht aufhalten können.

Der sechsmalige Champion brachte den Orlando Magic beim 99:93 (45:48) die erste Saisonniederlage bei und feierte selbst den dritten Sieg im vierten Spiel ( 635288 DIASHOW: Die Bilder der 2. Woche ).

Trotz mauer Kulisse im United Center - Obama feierte nur ein paar Kilometer entfernt - rehabilitierten sich die Bulls für die überraschende Pleite gegen New Orleans.

"Es war ein hartes Spiel. Wir wollten auf keinen Fall die zweite Heimniederlage in Folge einstecken. Am Ende haben wir uns zusammengerissen", sagte Forward Luol Deng.

Späte Explosion

Über drei Viertel hinweg gestalteten die Gäste aus Florida die Partie völlig offen. Neuzugang Arron Afflalo war dank 28 Punkten ihr bester Schütze.

Erst durch einen furiosen 15:2-Lauf, der gegen Ende des dritten Viertels begann, übernahmen die Bulls die Kontrolle.

Ihr bester Scorer Deng (23 Zähler, 8 Rebounds) oder Ersatz-Spielmacher Nate Robinson waren an den letzten zwölf Punkten des Ausbruchs direkt beteiligt.

Die Backups trumpfen auf

So machte Chicago aus einem 65:70-Rückstand die vorentscheidende 80:72-Führung. Näher als auf vier Zähler kamen die Magic in der Folge nicht mehr heran.

Die Formation um die Reservisten Robinson, Taj Gibson und Jimmy Butler kam auch defensiv deutlich besser mit Orlando klar.

"Es zählen nur die Siege, aber wir müssen uns gewaltig steigern. Gegen ein Spitzenteam reicht diese Leistung nicht aus", warnte Center Joakim Noah (20 Zähler, 9 Rebounds).

Robinson überzeugt

In der Nacht auf Freitag gibt es dafür sofort die Gelegenheit. Dann kommt Vize-Meister Oklahoma City Thunder (ab 2 Uhr LIVESCORES) mit Superstar Kevin Durant in die "Windy City".

Ohne den langzeitverletzten Ex-MVP Derrick Rose teilen sich Kirk Hinrich und Robinson den Spielaufbau. "KryptoNate" (11 Punkte, 6 Rebounds) war diesmal deutlich stärker.

"Ich glaube, wir wollten es heute mehr. Im letzten Viertel waren wir bissiger. Solche Siege sind besonders wertvoll", analysierte der 1,75 Meter kleine Guard.

Lob für Magic

Für die Magic war es nach zwei Siegen der erste Rückschlag der Post-Superman-Ära. Durch Dwight Howards Trade zu den L.A. Lakers war der Kader komplett durcheinandergewirbelt worden.

Aus der Startformation der vergangenen Saison war gegen die Bulls nur noch Glen Davis übrig. Außerdem sitzt mit Jaque Vaughn ein neuer Coach auf der Bank (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

"Sie sind ein unterschätztes Team. Sie haben durch ihre gute Schützen viel Feuerkraft und ziehen sich in der Verteidigung auseinander. Das war eine schwere Aufgabe", lobte Chicagos Trainer Tom Thibodeau.

Moore vertritt Nelson

In Abwesenheit des verletzten Point Guards Jameer Nelson (Oberschenkelzerrung) stellte Vertreter E'Twaun Moore mit 17 Punkten eine persönliche Bestleistung auf.

Der bis dato viertbeste NBA-Scorer Davis sammelte 16 Zähler, verfehlte aber 15 seiner 22 Versuche aus dem Feld.

"Wir dürfen nicht eins gegen eins spielen. Da sind wir unterlegen. Wenn wir den Ball laufen lassen, sind wir erfolgreich", sagte Vaughn.

SPORT1 fasst das weitere Geschehen aus der NBA zusammen:

Oklahoma City Thunder - Toronto Raptors 108:88

Die Oklahoma City Thunder fuhren einen 108:88 (57:38)-Pflichtsieg über die Toronto Raptors ein.

Der an einer Schulterblessur laborierende All-Star Russell Westbrook war der herausragende Akteur.

Er sammelte 19 Punkte sowie acht Assists und hielt Torontos Topscorer Kyle Lowry bei zwei Pünktchen, bis dieser vor der Pause mit einer Knöchelverletzung passen musste.

"Russell war heute ganz wichtig. In der Verteidigung hat er Zeichen gesetzt. Wir erreichen erst jetzt wieder unser normales Defensivlevel. Das war ein wichtiger Schritt", erklärte Thunder-Trainer Scott Brooks.

Calderon in die erste Fünf?

Der Vize-Meister lag ab Mitte des ersten Viertels vorn und führte zwischenzeitlich mit 29 Zählern. Da fiel es nicht ins Gewicht, dass Kevin Durant mit 15 Punkten und sechs Rebounds deutlich unter seinen Möglichkeiten blieb.

Bei den Raptors zeigte der litauische Rookie-Center Jonas Valanciunas (18 Zähler) eine starke Leistung.

"Wir müssen abwarten wie es Kyle geht. Deshalb habe ich am Ende Jose Calderon geschont. Wir werden ihn brauchen", sagte Torontos Coach Dwane Casey.

Der Spanier hatte seinen Startplatz an den Neuzugang verloren, muss ihn nun bei den Dallas Mavericks (ab 2.30 Uhr LIVESCORES) aber ersetzen. Für Casey ist es ein Wiedersehen mit seinem alten Boss Rick Carlisle.

Denver Nuggets - Detroit Pistons 109:97

Die Denver Nuggets brachen durch das 109:97 (58:51) gegen die Detroit Pistons ihren Bann und feierten den ersten Saisonsieg.

Nach drei Niederlagen in Serie punkteten gleich sechs Akteure zweistellig. Neuzugang Andre Iguodala (17 Zähler, 10 Rebounds) gelang ein Double-Double.

"Er war überall auf dem Court zu finden. Wenn er so spielt, ist er ein großer Gewinn für uns", lobte Teamkollege Danilo Galinari.

Detroit muss warten

Die Pistons sind dagegen nach der vierten Pleite eine von nur drei sieglosen NBA-Mannschaften. Da half auch Greg Monroes tolle Leistung (27 Punkte, 10 Rebounds) nicht. Zum ersten Mal seit vier US-Wahlen und 20 Jahren musste Detroit am "Election Day" wieder eine Schlappe einstecken.

"Wir haben viel Kampfgeist gezeigt. Wir brauchen ein Erfolgserlebnis. Drei Minuten vor Schluss waren wir nur sieben Punkte hinten, aber das letzte Quäntchen fehlt immer", haderte der Center.

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